Frauenquote: Nur wenige Frauen schaffen den Aufstieg
Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Unternehmen hat sich 2011 nur geringfügig erhöht. Befürworter eine gesetzlichen Quote sehen sich bestärkt.
Trotz der Selbstverpflichtung der Wirtschaft hat sich der Anteil der Frauen in Führungspositionen, Aufsichtsräten und Vorständen im vergangenen Jahr nur wenig erhöht. Der sogenannte Women-on-Board-Index (WoB-Index) sei um 1,5 Prozentpunkte gestiegen, teilte der Verein Frauen in die Aufsichtsräte (FidAr) mit. Der Index, der den Frauenanteil in der Führungsspitze der börsennotierten Unternehmen in Deutschland misst, wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Demnach sitzen in den 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland gerade einmal acht Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen. Im Vorjahr lag der Frauenanteil bei 6,5 Prozent. In den Aufsichtsräten sind 12,8 Prozent der Mitglieder weiblich, in den Vorständen lediglich 3,4 Prozent. 2011 lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten bei zehn Prozent und der in Vorständen bei drei Prozent.
- Für eine Frauenquote
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- Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer.
- Unternehmen, deren Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht, erzielen bessere Ergebnisse.
- Ein Großteil der Kaufentscheidungen wird von Frauen getroffen.
- Durch einen höheren Frauenanteil verbessert sich das Betriebsklima, die von Männern geprägten Spielregeln in Kommunikation und Karriereverhalten ändern sich mit mehr Frauen an der Spitze.
- Männer fördern eher Männer – und weil die Führungspositionen überwiegend mit Männern besetzt sind, rücken Frauen bei der Besetzung der Spitzenposten weniger ins Blickfeld. Es handelt sich um ein sich selbst erhaltendes System.
- Frauen sind aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung oft nicht so stark darin, ihre Stärken und Erfolge zu kommunizieren. Sie machen weniger stark auf sich aufmerksam.
- Es gibt viele Karrierenetzwerke und Eliteclubs, zu denen nur Männer Zutritt haben. Hier findet informelles Mentoring statt und hier werden die entscheidenden Karrierekontakte gemacht. Weil Frauen keinen oder nur schwer Zugang zu den Männernetzwerken haben, können sie von den Netzwerken kaum profitieren.
Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar
- Gegen eine Frauenquote
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- Eine Frauenquote diskriminiert Männer.
- Eine gesetzliche Quote greift in die unternehmerische Freiheit ein.
- Durch die Quote wird Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Spitzenposition. Dabei sollte die Leistung und die Qualifizierung entscheidend sein.
- Frauen werden als Quotenfrau in Unternehmen stigmatisiert.
- In einigen Branchen und Unternehmen gibt es nicht ausreichend qualifizierte Frauen, um eine Quote einzuführen und einzuhalten.
- Mädchen und junge Frauen wählen immer noch traditionelle Frauenberufe, aus denen heraus eine Karriere in eine Führungsposition unwahrscheinlich ist.
- Viele Frauen wollen gar keine Karriere machen, sondern entscheiden sich bewusst für Familie.
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Den höchsten Frauenanteil haben das Marktforschungsunternehmen GfK, die Parfümerie Douglas sowie der SKW Metallurgie Konzern. Nur noch 56 der 160 Unternehmen sind in der Spitze komplett frauenfrei.
Das sei ein gutes Zeichen, findet Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von FidAr. Das Argument, es gebe keine qualifizierten Frauen, könne damit widerlegt werden. Der Lobbyistin reicht der Anstieg dennoch nicht. "Beim jetzigen Tempo würden wir noch über 14 Jahren brauchen, um auf 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen zu kommen." Für sie steht fest: Es führt kein Weg an einer gesetzlichen Quote vorbei.
Eine Quote von 30 Prozent bis 2020 wollen auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und EU-Kommissarin Viviane Reding. Letztere hatte erst am vergangenen Freitag bei einer Veranstaltung der Europäischen Volkspartei (EVP) die Berliner Erklärung unterschrieben und angedeutet, dass sie sich noch im März für eine gesetzliche Vorgabe stark machen wolle.









Eine Frau die z.B. für den Vorstand eines DAX-Unternehmens in Frage kommt, muss doch zwingend schon einen längeren Entwicklungs- und Karriereweg hinter sich haben.
Die die soweit sind, haben es ohne Quote geschaftt und werden auch ohne Quote noch weiter kommen.
Darüberhinaus wäre ich mal gespannt, mit wem man die 30%
auffüllen will? Etwa mit denen, die es bislang nicht geschafft haben?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz
Qualifikation, Persönlichkeit & Eignung sind schon mal gute Kriterien für eine Karriere. Und ich kenne jede Menge qualifizierte Frauen, die jedoch den Ehrgeiz gar nicht haben, 10-12 Stunden am Tag zu schuften, nur um "Karriere" zu machen. Recht so, es gibt im Leben auch Wichtigeres!
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als frauenfeindlich wahrgenommen werden. Danke, die Redaktion/au.
Niemand darf wg. seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden! So steht es im Grundgesetz.
Würden Vorstände (oder andere Personen) ihres Geschlechts wegen eingestellt oder nicht eingestellt, so wäre dies eine gesetzeswidrige Bevorzugung oder Benachteiligung der betreffenden Personen. Eine Quote, die im Zweifel eine geschlechtsbedingte Bevorzugung vorschriebe, wäre m.E. grundgesetzwidrig.
Die Absurdität der staatlich verordneten sexuellen Diskriminierung wird noch offensichtlicher, wenn man eine Frauenquote in Gefängnissen fordern würde.
Frei nach dem Motto: "Die Vielen Männer landen sicherlich aus vorurteilen im Knast, nicht weil sie kriminelle sind, schließlich sind ja Frauen und Männer gleich".
Absurd? Absolut - warum aber soll diese Absurdität bei der Besetzung von Ämtern oder Aufsichtsratposten zum Gesetz werden?
Die Absurdität der staatlich verordneten sexuellen Diskriminierung wird noch offensichtlicher, wenn man eine Frauenquote in Gefängnissen fordern würde.
Frei nach dem Motto: "Die Vielen Männer landen sicherlich aus vorurteilen im Knast, nicht weil sie kriminelle sind, schließlich sind ja Frauen und Männer gleich".
Absurd? Absolut - warum aber soll diese Absurdität bei der Besetzung von Ämtern oder Aufsichtsratposten zum Gesetz werden?
*wollen* denn in Führungspositionen? Wie viele Frauen *bewerben* sich auf Führungspositionen?
Erst wenn man den Vergleich zu den Zahlen hat, kann man vernünftig und sinnhaft darüber diskutieren wie viele Frauen tatsächlich in Führungspositionen *sind* und ob Änderungsbedarf besteht.
Doch, 14 Jahre sind eine realistische Zeit. Das weiß man wenn man etwas Statistik beherrscht. Dies lernt man, wenn man etwas anderes studiert als Politikwissenschaften und Sprachen. Denn das zeigt die Ursache für den geringen Frauenanteil in Führungsetagen: Sie studieren das falsche Fach.
Um AR oder Vorstand in einem DAX-Unternehmen zu werden sollte man in D (das eben im Schwerpunkt industriell geprägt ist) Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften (und da industrieorientierte N.), Rechtswissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften studiert haben. Aber eben nicht Politikwissenschaften und Sprachen. Das langt bestenfalls zum Redaktionsleiter irgend wo in den Medien.
Und wenn wir schauen, dass heute (bzw. in den letzten 10 Jahren) der Anteil der Frauen in den o.g. Fächern (vor allem in den MINT-Fächern) langsam angestiegen ist, dannn kann in 14 Jahren auch die 30% Wirklichkeit werden. Denn dann sind da so 25 Jahre ins Land gegangen, die Frauen ca. Mitte 40 (ein gutes Alter für AR oder Vorstandsambitionen) und alles wäre gut.
Und nein, es gibt sie heute nicht in ausreichender Zahl, die Frauen die die notwendige Qualifikation haben. Mit dem richtigen Studium, dem richtigen Job, der richtigen Karriereplanung und der richtigen Ausrichtung des persönlichen Lebens (d.h. Verzicht auf Familie und Übnerstunden ohne Ende).
Wie gesagt. Statistik. Kann man im richtigen Studium lernen... Aber platte Propaganda ist man ja von eher "verbal orientierten" Studienfächern gewohnt...
gute Qualifikation für einen Vorstandsposten, WIrtschaftswissenschaften, Ingenieur- ud Naturwissenschaften brauchen nur Männer für solche STellen.
Christine Scheel, Grüne, die bei HSE in Darmstdt als Vorstand angefangen hat, und die neue Personalvorständin von Bayer sind Lehrerinnen.
Dass Frauen keine MIN (ohne T) Fächer studieren ist ein Märchen. Gem. Bildungsbericht von EURIDYCE 2011 (Agentur der EU Kommission)auf Basis EUROSTST sind 43% der MIN-Studenten Frauen. Das Märchen wird aber verbreitet, um den Damen noch mehr Förderung im STudium zukommen zu lassen. Denn Frauen lieben Frauenförderung.
gute Qualifikation für einen Vorstandsposten, WIrtschaftswissenschaften, Ingenieur- ud Naturwissenschaften brauchen nur Männer für solche STellen.
Christine Scheel, Grüne, die bei HSE in Darmstdt als Vorstand angefangen hat, und die neue Personalvorständin von Bayer sind Lehrerinnen.
Dass Frauen keine MIN (ohne T) Fächer studieren ist ein Märchen. Gem. Bildungsbericht von EURIDYCE 2011 (Agentur der EU Kommission)auf Basis EUROSTST sind 43% der MIN-Studenten Frauen. Das Märchen wird aber verbreitet, um den Damen noch mehr Förderung im STudium zukommen zu lassen. Denn Frauen lieben Frauenförderung.
Außerdem wo sind die Studien, dass es 30 oder 50 oder 70% der Frauen gibt, die diesen Job ausfüllen wollen und können.
Wenige(r) Frauen studieren Wirtschaftswissenschaften und besonders Technik- und Naturwissenschaften.
Dagegen studieren viele Frauen Lehramt und Geisteswissenschaften, die sicherlich auch wichtig sind, in der Regel aber kein Wegbereiter für eine Karriere die im Aufsichtsrat bzw Vorstand "endet".
Außerdem gibt es sicherlich mehr Frauen, die wegen Familie die Karriere zurückstellen.
Wer will aufgrund dieser unterschiedlichen Ausgangslage behaupten, dass 5, 10, 25, oder 90% Frauen in diesen Stellen fair wären?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Äußerungen gegenüber der Autorin und bitte kehren Sie zu einer sachbezogenen und differenzierten Diskussion zurück. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte beachten Sie unsere Netiquette und bitte wenden Sie sich mit Fragen oder Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jz
Der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen soll immer noch im einstelligen Prozentbereich liegen, mit leichter Aufwärtstendenz. Die feministische Lobby findet das ein gutes Zeichen, weil es aber so zu lange dauert, bis der (von ebendieser Lobby, wohlgemerkt) "gewünschte" Anteil erreicht ist, soll eine Quote her. Das ist im Wesentlichen der Inhalt des Artikels.
Das ist in meinen Augen ziemlich dünn. Der Frauenanteil ist tief - so what? Eine Massnahme, um den Frauenanteil zu erhöhen, ist nur dann gerechtfertigt, wenn der tiefe Anteil durch Diskriminierung zustande kommt. Diese flächendeckende Diskriminierung sollte aber erst belegt werden. Aber sogar in diesem Fall darf diese Massnahme die (mutmassliche) Diskriminierung nicht einfach umkehren. Das wäre nämlich in ziemlich jedem Staat der westlichen Welt verfassungswidrig.
Deshalb, Frau Groll: Wenn Ihnen so viel daran liegt, die Diskriminierung von Frauen zu beklagen und für eine Quote zu plädieren, dann bringen bringen Sie bitte etwas überzeugendere Argumente. Die im Artikel aufgelisteten Zahlen sind absolut nichtssagend, und dass Damen Schulz-Strelow und von der Leyen eine Quote möchten, ist mittlerweile ebenfalls bekannt.
Entfernt. Bitte beachten Sie unsere Netiquette und bitte wenden Sie sich mit Fragen oder Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jz
Der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen soll immer noch im einstelligen Prozentbereich liegen, mit leichter Aufwärtstendenz. Die feministische Lobby findet das ein gutes Zeichen, weil es aber so zu lange dauert, bis der (von ebendieser Lobby, wohlgemerkt) "gewünschte" Anteil erreicht ist, soll eine Quote her. Das ist im Wesentlichen der Inhalt des Artikels.
Das ist in meinen Augen ziemlich dünn. Der Frauenanteil ist tief - so what? Eine Massnahme, um den Frauenanteil zu erhöhen, ist nur dann gerechtfertigt, wenn der tiefe Anteil durch Diskriminierung zustande kommt. Diese flächendeckende Diskriminierung sollte aber erst belegt werden. Aber sogar in diesem Fall darf diese Massnahme die (mutmassliche) Diskriminierung nicht einfach umkehren. Das wäre nämlich in ziemlich jedem Staat der westlichen Welt verfassungswidrig.
Deshalb, Frau Groll: Wenn Ihnen so viel daran liegt, die Diskriminierung von Frauen zu beklagen und für eine Quote zu plädieren, dann bringen bringen Sie bitte etwas überzeugendere Argumente. Die im Artikel aufgelisteten Zahlen sind absolut nichtssagend, und dass Damen Schulz-Strelow und von der Leyen eine Quote möchten, ist mittlerweile ebenfalls bekannt.
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