Hundesitter : Tagesmutter für Hunde
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Nicht jeder Hund kann betreut werden

Bevor sie die Betreuung für ein neues Tier übernimmt, schaut sie sich den Hund genau an. Wie tickt er? Gibt es Besonderheiten? Ist es ein ängstlicher oder ein dominanter Hund? Wie kommt das Tier in einem Rudel klar? Bei einem Probespaziergang mit der eigenen Hündin beobachtet Neick die Verhaltensweisen des Tieres. Außerdem befragt sie den Besitzer. "Speziell unter Rüden gibt es schon mal Probleme. Deshalb kann ich auch nicht jeden Hund betreuen. Er muss in die Gruppe passen", sagt die Dogsitterin.

"Die Tiere klären die Rangordnung unter sich. Natürlich achte ich darauf, dass es nicht zu heftig wird." Für Außenstehende entstehe dennoch oft der Eindruck, dass das Ausführen von mehreren Hunden riskant sei. "Manche Spaziergänger, die schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, beschimpfen mich schon mal", erzählt Neick. "Da hilft nur ein dickes Fell."

Sicherheit geht vor

Sie hält sich streng an den Leinenzwang – auch dort, wo es eigentlich nicht vorgeschrieben ist.

Neben dem Unverständnis von Nicht-Tierliebhabern macht ihr vor allem das Wetter zu schaffen. Im Winter, bei Regen, Sturm und Schnee wird der Beruf schnell zum Knochenjob. Auf der anderen Seite sei er ziemlich gesund. Sportprogramm und zusätzliche Spaziergänge brauchten Hundesitter jedenfalls nicht.

Ulrike Neick würde ihre Tätigkeit nicht mehr gegen einen Bürojob tauschen. "Die Zeit vergeht schneller als wenn man im Büro sitzt, man tankt viel frische Luft und es ist einfach toll, den Hunden beim Spielen und Herumtollen zuzuschauen", erzählt sie. Und ein besonderer Lohn sei die Liebe der Hunde. "Sie sind die besseren Arbeitgeber." 

  • Gehalt: variiert;
  • Arbeitszeit: variiert;
  • Ausbildung: keine Ausbildung notwendig
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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Zuviel ist zuviel

Es ist schon erstaunlich, welche Ausmaße die Beziehungskiste Mensch-Tier und insbesondere Mensch-Hund inzwischen annimmt.
Ich halte eigentlich nicht viel von Sprüchen wie: "Früher war alles besser", aber:
Ich kann mich an die Zeiten erinnern, als man in Feld und Wiesen vereinzelte Hundehalter mit Ihren Tieren getroffen hatte. Meistens gut erzogene Hunde, ein paar schwarze Schafe gab es aber auch damals.
Heute ist es umgekehrt: Man sieht den Wald vor lauter Hunden nicht mehr. Hunde sind in. Wer keinen Hund hat ist out. Das alles noch gepuscht durch die entsprechende Werbung im Fernsehen: Eine "deutsche" Knorr-Familie hat ein schönes Haus, schöne Kinder, einen schicken SUV vor dem Haus und, wer hätte das gedacht, immer ein Hund dabie. In der Grundschule werden meine Kinder bereits schief angeguckt, weil Sie keinen Hund zu Hause haben. Dahinter die entsprechende Wirtschaft: Hundezüchter, Hundeschulen, Hundetrainer, Hunde-Sitter, die Strassenhunde-Importeure, die Tiernahrungsindustrie und und. Und dazu noch immer die neueste Hunderasse haben, sonst gehört man nicht dazu. Wahnsinn! Und geschätze 60-80 % der Hundehalter, haben Ihr Tier nicht im Griff, verstehen das Wesen des Hundes überhaupt nicht oder haben wie wir lesen konnten keine Zeit.
Traurig, insbesondere für die armen Tiere
Einfach mal innehalten und nachdenken ob das alles so sein muss?!

P.S. Ich kenne und schätze viele erfahrenen Hundehalter und gönnen dem wirklichen Tierfreund von Herzen sein Tier, aber der Rest?!

Hunde als Kinderersatz?

Besonders kinderlose Paare von Mittdreißigern oder um die Vierzig sind mit Hunden anzutreffen (gerne auch mal zwei! Er eine Hündin, Sie einen Rüden? :-).

Vermutlich arbeiten beide in anspruchsvollen Berufen, so daß Kinder eine nicht zu bewältigende Last bedeuten würden.

Also, Lebensinhalt: Hart arbeiten, Reichtümer anhäufen, und alleiniger Erbe ist der Hund?

Dann ist es doch gut, wenn ihr Geld wenigstens via Hundesitter wieder unter die Leute gebracht wird.