HundesitterTagesmutter für Hunde

Hundesitter ist in den USA ein anerkannter Beruf. Auch hierzulande machen sich viele Menschen als Hundebetreuer selbständig. Es lohnt sich, zeigt der Beruf der Woche. von 

Ulrike Neick aus Bremen ist auf den Hund gekommen – 2008 machte sie sich als Hundebetreuerin selbstständig. Dogsitter sei keinesfalls ein Schülerjob, sagt Neick. "Es ist ein Fulltimejob mit gutem Einkommen. Ich war schon nach wenigen Monaten ausgebucht", erzählt sie.

© Tim Boyle/Getty Images

Die Natur- und Tierliebhaberin hatte schon lange von einer selbständigen Tätigkeit in der freien Natur geträumt. Sie informierte sich, rechnete die Idee durch – und wagte schließlich den Schritt in die Freiberuflichkeit. Seither laufen ihr ihre Kunden fast von selbst zu. Dort, wo die Stadtbevölkerung ihre Hunde Gassi führt, ist ihr Arbeitsort. "Viele Kunden lerne ich bei meinen Touren kennen", erzählt Neick. Die Frau, die mit zehn Hunden gleichzeitig Gassi geht, fällt eben auf. Werbung braucht sie kaum zu machen. "Die Leute fragen von sich aus, ob ich auch ihren Hund betreuen kann."

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Morgens checkt sie ihre Termine, dann holt sie mit ihrem Auto die Hunde ab. Das große Auto kann die Selbstständige als Dienstwagen bei der Steuer absetzen. "Ich mache eine Mittags- und eine Nachmittagstour. Manche Hunde sind nur ein oder zwei Stunden bei mir, andere den ganzen Tag", erzählt sie. Die Kosten für die Betreuung richten sich nach der Dauer, das Abholen und Zurückbringen der Tiere ist inklusive. Bei den meisten Touren ist Neick für acht bis zehn Hunde verantwortlich, bis zu 15 betreut sie am Tag.

Versicherungen für den Schadensfall

Neben der Tagesbetreuung bietet Neick auch an, sich mehrere Tage lang um einen Hund zu kümmern. Platz hat sie aber nur für vier Hunde auf einmal. Diesen Service nutzen ihre Stammkunden vor allem während der Ferienzeit. Die Besitzer können darauf vertrauen, dass die Hunde – anders als in einer Tierpension – ihre Betreuerin schon kennen.

Die Berufsvoraussetzungen sind denkbar einfach. Hier liegt auch ein Problem, denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, eine Ausbildung gibt es nicht. Nicht einmal besondere Versicherungen sind vorgeschrieben. Dabei haftet der Dogsitter im Schadensfall.

Neick hat sich beim Veterinäramt beraten lassen und bei einem Amtstierarzt eine Sachkundeprüfung abgelegt. Voraussetzung für die Selbstständigkeit war das aber nicht. Trotzdem rät sie angehenden Hundesittern unbedingt dazu. Wichtig ist auch eine entsprechende Haftpflichtversicherung.

Und welche Fähigkeiten benötigt man außerdem? "Ruhe, Gelassenheit und Hundekenntnis", sagt Neick. "Welche Körperhaltung haben die Hunde in welcher Stimmungslage? Welche Signale senden sie aus? Wie lese und interpretiere ich diese Signale? Wer das weiß, kann Konflikte unter den Hunden vermeiden."

Leserkommentare
    • thwe74
    • 14. März 2012 7:39 Uhr

    Es gibt Menschen, die ihnen als Hundehalter/Hundehalterin wohlwollend begegnen, und es gibt Menschen die der ganzen Geschichte mehr als kritisch gegenüberstehen. Ob man das nun direkt als "feindselig" nennen kann, weiss ich nicht, aber ich kenne einige Mütter, die Ihnen mit dem nackt.. Ar... ins Gesicht springen würden, wenn Sie gerade wiedermal die Schuhe ihrer Kleinen saubermachen müssen, nachdem irgendein gut erzogner Hund auf den Spielplatz gemacht hat.

    Ihre Sicht der Dinge sei Ihnen von Herzen gegönnt, aber in einem Punkt muss ich Ihnen leider heftigst widersprechen:
    Es gibt in den Wäldern leider kaum noch entspannte Hundehalter, sondern nur noch Stress pur: Überforderte Halter, gestresste Hunde und genervte Mitmenschen.
    Was Sie als entspannt bezeichnen würde ich eher als ignorant bezeichnen: "Was scheren mich die Blicke meiner Mitmenschen, wenn sich mein Hund wieder daneben benimmt und ich mich nicht drum kümmere..."

    • oh.stv
    • 14. März 2012 10:10 Uhr

    Und weiter geht's.
    Die Nörgler, Griesgram und Kritiker Vereinigung der Zeitkommentare läuft wieder einmal zu Hochform auf. Wie soll es auch anders sein, es geht ja auch um HUNDE.

    Antwort auf "Zuviel ist zuviel"
  1. 11. Logik

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc

    Antwort auf "Wozu "
    • FabMax
    • 15. März 2012 0:58 Uhr

    Gute Kinder sollten von ihren Eltern geführt werden.
    Wer einschätzen kann, dass er keine Zeit für sein Kind hat, der sollte sich auch keins anschaffen.

    Mal ernsthaft: Entweder, Sie haben generell auch was gegen Kindergärten, oder Sie halten sich bei diesem Thema lieber zurück.

    Antwort auf "Erstens würde ich"
  2. ...über diese beispiellose Intoleranz und die haltlosen Verallgemeinerungen hier. Hundehalter sind alle asozial und haben ihre überall hinkackenden Tiere nicht im Griff und die militante Müttermafia kennt im Zuge der antiautoritären Erziehung ihrer sich frei entfaltenden Kinder eh kein Pardon und wünscht sich klinisch saubere und hygienische, antibakterielle Naherholungsgebiete! Fein! Warum muss eigentlich bei jedem Thema über Hunde immer eine "mit dem nackten Ar...ins Gesicht springende Mutter" ihren Senf abgeben?!?!?! Sind diese Themen untrennbar.
    Und warum soll denn eine Hundetagesstätte, die ja hier das Thema war, übertrieben sein? Offensichtlich gibt es wohl ausreichend Nachfrage. Und warum auch nicht? Ich finde es toll, dass es solche Angebote gibt und man sein geliebtes Tier dort gut versorgt weiß, wenn sich beispielsweise die Lebenssituationen geändert hat. Oder wenn man Beruf und Hund haben will. Man kann ja auch Beruf und Kind haben, oder? Oder ist man in beiden Fällen dann inkompentent und asozial? Hunde sind für viele Menschen und auch für mich eine Bereicherung des Lebens und nicht wegzudenken. Übrigens auch für Kinder sind sie bereichernd! Und wenn ich dafür Geld ausgeben will, in welcher Höhe auch immer, dann ist das alleine meine Entscheidung, ich verdiene es ja auch. Hundekitas etc. sind toll! Schließlich dienen die vielen Hundeschulen ja auch dem Zweck, den Hunden gerechter zu werden und sie besser zu erziehen. Das wäre ja wieder für die Mütter prima......

  3. Besonders kinderlose Paare von Mittdreißigern oder um die Vierzig sind mit Hunden anzutreffen (gerne auch mal zwei! Er eine Hündin, Sie einen Rüden? :-).

    Vermutlich arbeiten beide in anspruchsvollen Berufen, so daß Kinder eine nicht zu bewältigende Last bedeuten würden.

    Also, Lebensinhalt: Hart arbeiten, Reichtümer anhäufen, und alleiniger Erbe ist der Hund?

    Dann ist es doch gut, wenn ihr Geld wenigstens via Hundesitter wieder unter die Leute gebracht wird.

    Antwort auf "Zuviel ist zuviel"
  4. ich halte nicht viel von Kindergärten. Ich setze aber Kinder und Hunde nicht gleich wie ihr Kommentar oder habe ich ihn falsch verstanden ?

    Antwort auf "Erstens würde ich"
    • thwe74
    • 15. März 2012 22:25 Uhr

    ... wie man die netten "entspannten" Hundebesitzer aus der Reserve locken kann;-) Insbesondere in einem anonymen Internetforum, wo man seinen Mitkommentator nicht sieht und nicht kennt.

    Aber anscheinend kann man nur noch so kommunizieren, mit vielen Hundehaltern (nicht allen, da ja schon der Verallgemeinerungsvorwurf wieder hier gemacht wurde) ist ein offenes Gespräch in Wald und Feld nicht mehr möglich...

    Ich bleibe dabei: Weniger ist manchmal mehr....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Arrian
    • 15. März 2012 23:03 Uhr

    ... was wundert Sie daran? Hundebesitzer sind auch keine anderen Menschen als Sie und ich, warum sollten sie anders reagieren? Dafür verläuft diese Diskussion doch sehr gesittet - auch von Seiten der Hundekritiker, die in freier Wildbahn oft nicht weniger verbiestert auftreten als ihre Kontrahenten. Kein Wunder - nachdem sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Prozesse wegen Kinderlärm nicht sozialadäquat sind und auch die Nörgelei über die disziplinlosen Radler ökologisch und klimapolitisch nicht mehr ganz korrekt ist, bleiben ja fast nur noch die lieben Vierbeiner und ihre Halter, um ohne Gewissensbisse seinen Frust abzulassen.

    Die Süddeutsche Zetung hat es vor einigen Jahren sehr schön auf den Punkt gebracht:
    http://www.sueddeutsche.d...

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