Die Arbeit ist oft stressig und erfordert viel Geduld. "Man hat es schon mit Diven zu tun. Die Autoren sind nicht pflegeleicht und die Verleger auch nicht."

Mitunter müssten Literaturagenten auch als Kummerkasten und Seelentröster herhalten, sagt Meller. "Schriftsteller sind oft sensible Persönlichkeiten. Die haben mal Schreibblockaden, können Deadlines nicht einhalten. Da muss man gut zureden können und sich die Probleme anhören."

Zu kämpfen haben Literaturagenten auch mit einigen schwarzen Schafen, die die Branche mit unseriösen Berufspraktiken in Verruf bringen. "Manche verlangen im Vorfeld eine Gebühr für die Prüfung oder versprechen gegen Zahlung, das Werk so zu perfektionieren, dass ein Vertrag nur noch Formsache ist. Tatsächlich aber kassieren sie nur und machen gar nichts", sagt Meller. Seriöse Agenten hingegen verlangen vorab keine Gebühr, in der Regel sind sie mit zehn bis 15 Prozent an den Einnahmen beteiligt.

Literaturagenten lernen viele interessante Menschen kennen und bekommen viele außergewöhnliche Werke zu Gesicht. Mitunter ist die Arbeit sehr spannend. Denn ob ein Roman erfolgreich ist oder nicht, ist kaum vorhersehbar. Meller liebt diesen Kick. "Wenn man für einen Autoren einen lukrativen Vertrag ausgehandelt hat, und das Werk dann auch noch ein Erfolg wird – das ist ein tolles Gefühl!"

  • Gehalt: variiert, prozentuale Beteiligung an allen Einnahmen;
  • Arbeitszeit: variiert;
  • Ausbildung: keine Ausbildung notwendig;