Führungskräfte: Wie Chefs ihre Mitarbeiter emotional binden
Jeder vierte Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt. Das ist fatal. Führungskräfte müssen das Vertrauen gewinnen und ihre Mitarbeiter begeistern. Wir zeigen, wie das geht.
Deutsche Arbeitnehmer sind von ihren Führungskräften enttäuscht. Laut des Ketchum Leadership Communication Monitors bescheinigen lediglich 27 Prozent ihren Vorgesetzten echte Führungsqualitäten. Es hapere an ihrer Problemlösungskompetenz, Vorbildfunktion, Kommunikation und Entscheidungsfreude. "Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander", sagt Dirk Popp, CEO von Ketchum Pleon Deutschland. "Offenbar wird immer noch unterschätzt, dass Führung eine Mischung aus überzeugenden Taten und ehrlicher, transparenter Kommunikation ist."
Zu den entscheidenden Qualitäten einer Führungskraft gehört aber auch das Emotionsmanagement. Dabei handelt ein Vorgesetzter mit zu wenig Emotion genauso falsch, wie einer mit zu viel. Die aktuelle Gallup-Studie Engagement Index Deutschland 2011 belegt, dass die geringe emotionale Bindung eines Mitarbeiters an seinen Arbeitgeber weniger auf Rahmenbedingungen wie ein unangemessenes Gehalt zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf die Defizite in der Personalführung.
Schon 2011 stellte die Gallup-Studie fest: Fast ein Viertel der deutschen Beschäftigten hat innerlich bereits gekündigt, 63 Prozent machen Dienst nach Vorschrift und nur 14 Prozent verfügen über eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber.

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Gemeinsam mit Ulf Weigelt schrieb sie das Buch Ratgeber Arbeitsrecht. Auf ZEIT ONLINE gibt sie Führungskräften in der Serie Chefsache Tipps zur Mitarbeiterführung.
Das hat Folgen für die Leistungsfähigkeit der Unternehmen – und die Volkswirtschaft insgesamt. Fühlt sich ein Mitarbeiter nicht emotional an seinen Arbeitgeber gebunden, ist sein Verantwortungsbewusstsein, seine Eigeninitiative sowie seine Leitungsbereitschaft niedrig bis kaum vorhanden. Auch fehlen sie im Schnitt 3,5 Tage mehr als ihre emotional gebundenen Kollegen, was die deutsche Wirtschaft 2011 10,5 Milliarden Euro gekostet hat.
Der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden aufgrund von innerer Kündigung ist wesentlich höher. Laut der Gallup-Studie beläuft er sich jährlich auf rund 124 Milliarden Euro.
Führungskräfte sollten den geringen Anteil ihrer emotional gebundenen Beschäftigten ernst nehmen. Ihr Ziel muss sein, den Anteil emotional gebundener Mitarbeiter zu erhöhen.
Dabei reicht es aber nicht, den Mitarbeitern Arbeitsaufträge zu erteilen und die dafür nötigen Ressourcen bereitzustellen.







... sind was für die Familie und für den Freundeskreis. Ich lasse mich emotional weder an irgendwelche Produkte noch an einen Arbeitgeber binden. Faire Bedingungen und ein ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen reichen völlig.
die hier gemeint sind, erschoepfen sich wenn der Mirarbeiter von sich sagen kann "Ich arbeite gerne hier". "Emotionale Bindung" ist zwar mal wieder so ein bombastischer Unternehmensberatersprech, aber das es fuer das Unternehmen besser ist und das bessere Vorgesetzte diejenigen sind, die das fuer ihre Mitarbeiter in Blick haben ist ja auch nicht falsch.
... kommt nie auf einen grünen Zweig. Wer keine emotionale Bindung zu seiner Arbeit hat, der arbeitet eben vor sich in - er wird aber in den seltensten Fällen in der Lage sein, andere von dem was er tut, herstellt oder verkauft überzeugen - dazu gehört auch, sich selbst zu "verkaufen", wenn es darum geht, eben "faire Bedingungen" für sich einzufordern. Ohne Begeisterung fällt es schwer, andere zu begeistern.
die hier gemeint sind, erschoepfen sich wenn der Mirarbeiter von sich sagen kann "Ich arbeite gerne hier". "Emotionale Bindung" ist zwar mal wieder so ein bombastischer Unternehmensberatersprech, aber das es fuer das Unternehmen besser ist und das bessere Vorgesetzte diejenigen sind, die das fuer ihre Mitarbeiter in Blick haben ist ja auch nicht falsch.
... kommt nie auf einen grünen Zweig. Wer keine emotionale Bindung zu seiner Arbeit hat, der arbeitet eben vor sich in - er wird aber in den seltensten Fällen in der Lage sein, andere von dem was er tut, herstellt oder verkauft überzeugen - dazu gehört auch, sich selbst zu "verkaufen", wenn es darum geht, eben "faire Bedingungen" für sich einzufordern. Ohne Begeisterung fällt es schwer, andere zu begeistern.
Meinen ganz persönlichen Respekt können sich Führungskräfte nur erwerben, wenn sie sich ganz offen gegen den heutzutage so modernen Normierungs- und Formalisierungsirrsinn stellen.
In unserer Firma werden mittlerweile fast alle "Schnittstellen" zu vertraglich festgelegten Kunden-Dienstleister-Verhältnissen umdefiniert. Mittlerweile ist nicht nur der eigentliche Kunde eine Kunde, sondern ich habe als einzelner Mitarbeiter sowohl meine eigene Firma in ihrer Gesamtheit, andere Abteilungen im selben Hause und sogar andere Teams in meiner eigenen Abteilung als Kunden anzusehen. Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich wenigstens noch meinen Zimmerkollegen als Kollegen ansehen darf und unsere Kommunikation noch nicht vertraglich und natürlich streng ISO-konform reglementiert wurde.
Wie um Himmels Willen soll ich mich einer Firma zugehörig fühlen, die ich ausschließlich als Kunde betrachten soll. Das macht mich quasi zu einem Selbstständigen und bei denen würde auch niemand eine fehlende emotionale Bindung zu ihren Kunden beklagen. Solange das Diktat der maximalen Effizienz so gnadenlos befolgt wird, bleiben die Mitarbeiter unweigerlich auf der Strecke. Denn so traurig die Nachricht für manchen Manager auch klingen mag: Mitarbeiter werden immer Menschen bleiben und sich niemals so folgenlos normieren und reglementieren lassen wie eine Maschine.
"Dienst nach Vorschrift"? Na klar, alles andere wäre naiv oder dämlich.
Ein wirklich guter Beitrag!
Menschen sind leider nie so rational, wie sie selbst vermuten. Aber Menschen sind immer emotional, das lässt sich beim besten Willen nicht abstellen. Die Frage ist nur, wie sie diese Emotionen einsetzen. Das macht es so enorm wichtig für Führungskräfte, die Rechnung nie ohne menschliche Emotionen aufzustellen. Und was spricht dagegen, wenn es allen hilft, sich im Job wohler zu fühlen und womöglich als Unternehmen erfolgreicher zu werden? Es ist schließlich bewiesen, dass Menschen, die gern arbeiten und sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, motivierter sind.
Natürlich spielen noch viele andere Einflussfaktoren mit, Unternehmen sind komplexe Systeme ... Aber die Funktion und Wirkung der Führungskraft ist schon zentral und nicht zu unterschätzen.
durchaus interessant finde, rollen sich mir bei dem Begriff Emotionsmanagement die Fußnägel hoch. Kann man Emotionen "managen" - oder gilt nicht einfach, dass man sie entweder in der richtigen Dosis hat, oder nicht? Wenn jemand mit "zu wenig" Emotionen ausgestattet ist, kann er es dann wirklich auf Dauer trainieren, "mehr Emotionen" zu haben? Wenn jemand dagegen mit "zu viele davon" hat, kann er es lernen, einen Teil davon dauerhaft zu unterdrücken? Meines Erachtens handelt es sich bei diesen Versuchen letztendlich um Selbstverleugnung, womit man als Chef auf Dauer selbst Gefahr läuft, "innerlich zu kündigen". Die Lösung lautet folglich, entweder das Chefsein sein zu lassen, oder, wenn man geschickt ist, die Kommunikation zu den Mitarbeitern jemandem zu übertragen, der genau das richtige Ausmaß an Emotionen und Empathie hat.
Was Emotionsmanagement hinsichtlich der eigenen Person angeht, sehe ich allerdings den Hauptnutzen darin, dass sich jemand von außerhalb der Wirtschaft in dem Begriff ein Denkmal gesetzt hat.
finde aber die Bedeutung des Konzepts "Emotionsmanagement" hinsichtlich der Untergebenen noch wesentlich bedrückender als hinsichtlich der Führungskräfte, bedeutet "Emotionsmagagement" doch in diesem Zusammenhang, dass das Seelenleben der Angestellten auf Linie gebracht werden soll für noch mehr Effizienz (mittlerweile eines meiner Lieblings-Hasswörter) und Profit.
Irgendwo muss auch mal Schluss sein.
finde aber die Bedeutung des Konzepts "Emotionsmanagement" hinsichtlich der Untergebenen noch wesentlich bedrückender als hinsichtlich der Führungskräfte, bedeutet "Emotionsmagagement" doch in diesem Zusammenhang, dass das Seelenleben der Angestellten auf Linie gebracht werden soll für noch mehr Effizienz (mittlerweile eines meiner Lieblings-Hasswörter) und Profit.
Irgendwo muss auch mal Schluss sein.
finde aber die Bedeutung des Konzepts "Emotionsmanagement" hinsichtlich der Untergebenen noch wesentlich bedrückender als hinsichtlich der Führungskräfte, bedeutet "Emotionsmagagement" doch in diesem Zusammenhang, dass das Seelenleben der Angestellten auf Linie gebracht werden soll für noch mehr Effizienz (mittlerweile eines meiner Lieblings-Hasswörter) und Profit.
Irgendwo muss auch mal Schluss sein.
ständig diese Studien. Ich gebe dem Inhalt des Artikels ja vollkommen Recht, aber die Ergebnisse sind nichts neues. Wie wäre es, wenn einfach mal Handlungen folgen, aber auch da sollte man etwas vorsichtig sein.
Ich muss aber mal eine andere Frage los werden, ständig wird von den Führungskräften gefordert, was ist denn mit der Frage wie viele Führungskräfte innerlich schon ihren Job gekündigt haben. Ich denke, man sollte auch mal bei den Führungskräften gezielt nachfragen und reinhören, da wird es mit Sicherheit interessante Ergebnisse geben, die zwar die Führungskräfte nicht von ihrer Verantwortung entbinden, aber auch diesen Entlastungen zugestehen.
Es gibt immer eine zweite Seite.
die hier gemeint sind, erschoepfen sich wenn der Mirarbeiter von sich sagen kann "Ich arbeite gerne hier". "Emotionale Bindung" ist zwar mal wieder so ein bombastischer Unternehmensberatersprech, aber das es fuer das Unternehmen besser ist und das bessere Vorgesetzte diejenigen sind, die das fuer ihre Mitarbeiter in Blick haben ist ja auch nicht falsch.
"Dabei sollten sie sich aber nicht als Außenstehende sehen, die von oben lenken und vorgeben, vorschreiben oder bevormunden. Ihr Ziel sollte sein, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die die individuelle Entfaltung, die Selbstverantwortung sowie die Eigeninitiative der Mitarbeiter fördert."
Das sind genau die richtigen Worte. Mehr dazu habe ich auf einem Flug nach England gelernt, der Artikel hat mir die Augen geöffnet:
http://www.babusinesslife...
Individuelle Entfaltung, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Vertrauen sind tatsächlich unser Erbe und waren über ein Jahrhundert die treibende Kraft hinter der sprichwörtlichen deutschen Effizienz. Dies in Abgrenzung zum eher angelsächsischen, hauptsächlich amerikanischen Führungsstil, bei dem der Chef nicht nur lenkt, sondern sich auch in die Details der täglichen Arbeit seiner Mitarbeiter einmischt, oft ohne etwas davon zu verstehen.
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