Urteil : Hautkrebs als Berufskrankheit für Dachdecker anerkannt

Erleidet ein Dachdecker Hautkrebs, ist dies als Berufskrankheit anzuerkennen. Das entschied das Sozialgericht. Die Berufsgenossenschaft hatte eine Anerkennung abgelehnt.

Erleidet ein Dachdecker durch Sonneneinstrahlung eine bösartige Hautveränderung, ist dies nach einem Richterspruch als Berufskrankheit anzuerkennen.

Das Aachener Sozialgericht gab einem Dachdecker Recht, der 40 Jahre lang bei seiner Arbeit zum Teil ungeschützt der Sonne ausgesetzt war. Die Berufsgenossenschaft hatte unter Hinweis auf einen fehlenden Eintrag in der Liste der Berufskrankheiten eine Anerkennung abgelehnt.

Die Richter sahen nach einem am Freitag mitgeteilten Urteil einen Ausnahme-Tatbestand erfüllt. Angesichts des wissenschaftlich belegten erhöhten Risikos für Menschen mit Arbeitsplatz unter freiem Himmel gebe es keinen vernünftigen Zweifel an dem Zusammenhang.

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6 Kommentare Kommentieren

"...der 40 Jahre lang bei seiner Arbeit ...

... zum Teil ungeschützt der Sonne ausgesetzt..."

Wer jemals Dachdecker (und andere Bauhandwerker) bei der Arbeit beobachtet hat, weiß, daß die Kollegen gern halbnackt in praller Sonne arbeiten. Dazu wird allerdings niemand gezwungen, und sicher gibt es von der Berufsgenossenschaft entsprechende Verhütungsvorschriften.

Der Mann kann einem sicher Leid tun, genau wie Raucher hat er allerdings sein Leiden selbst und freiwillig herbeigeführt.

Gehts noch?

Sie haben wohl nie Ihr Brot auf dem Bau verdienen müssen, oder ?! Soll man sich bei gefühlten 35 oder mehr Grad in ein Ganzkörpercondom stecken oder wie? Augenschlitze und fertig..
Natürlich ist Hautkrebs bei einem Dachdecker als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Berufsgenossenschaften sind vorallem da um Geld einzustreichen. Wenn es an die Leistung geht finden sich immer wieder die Krankheiten nicht auf der Liste anerkannter Berufskrankheiten, die eben Berufskrankheiten sind! Als Landschaftsgärtner wird einem der Bandscheibenvorfall auch nicht anerkannt.. Sie sagen jetzt: "Der hat halt nicht richtig gehoben!"

Um es klar zu sagen: Sie, haben keine Ahnung! Ich hoffe Sie müssen Ihren Lebensunterhalt mal mit schwerer körperlicher Arbeit verdienen! Und dann können Sie ja gerne alles nach Vorschrift machen, wenn ich dann Ihr Chef bin wird das sehr lustig, für mich!

Ich muss sagen, dass

der von Ihne kritisierte Kommentar 1 doch etwas für sich hat: Wenn man weiß, dass bei Sonnenschein und hohen Temperaturen Dachdecker dazu neigen, sich ihreres letzten Hemdes zu entäußern und Sie als Arbeitgeber dagegen absolut nichts machen können ... was ist dann sinnvoller: als Dachdecker Hautkrebs zu bekommen oder Kurzarbeitsgeld von den Arbeitsagenturen wegen zeitweiligen Ruhens der Beschäftigung?

Warum ist die Sonne gefährlich?

Oder anders gefragt, hätte die Evolution nicht schon alle Geschöpfe von dieser Erde getilgt haben, die auf die Sonneneinstrahlung mit Krankheit reagieren?

Es ist in der Wissenschaft ja unbestritten, dass der Zusammenhang Sonne/Hautkrebs existiert. Da soll teilweise schon ein einziger Sonnenbrand in der Kindheit ausreichen, um nach Jahrzehnten Hautkrebs zu bekommen. Aber wenn ich mir die Anpassung des Lebens so ansehe, kommt mir das zu "empfindlich" vor. Wieviele Menschen arbeiten den ganzen Tag draußen, vor allem auch früher, die müssten ja dann fast zwangsläufig alle Hautkrebs bekommen haben.

Ich glaube den Wissenschaftlern, bin aber dennoch am grübeln, wie das sein kann.

Verhütungsvorschriften?

Soll der seinem Chef erklären er kann bei brennender Sonne nicht arbeiten weil er um Hautkrebs zu vermeiden lange Hosen und Ärmel trägt, damit allerdings nen Hitzeschock kriegt? Und alle paar Stunden muss er Pause machen um sich gründlich einzucremen?

Das Handwerk ist die undankbarste Berufsgruppe die es gibt, keiner will die Arbeit nach Vorschrift bezahlen und wenn was passiert ist man selbst der Idiot der an allem Schuld ist.
Anstatt das man sich dessen mal annimmt warum denn dieser Dachdecker jetzt Hautkrebs hat, weil sich die Berufsgenossenschaft zu fein ist an einem Gesetz mitzuarbeiten die dieses Risiko minimiert wie z.B. nur bei max. 30 Grad in der Sonne arbeiten zu dürfen, wird ihm noch verwehrt das als Berufskrankheit anzuerkennen. Damit der auch ja nicht ein einigermaßen Sorgenfreies Leben führen kann, wo er sich für andere kaputt gemacht hat, denn seinen Beruf wird er wohl nicht mehr ausführen.

Stattdessen kriegt der noch ein selbst Schuld um die Ohren geworfen von jemanden der null Ahnung davon hat wie schnell man im Handwerk ersetzt wird wenn man denn nach Vorschrift auf seine Gesundheit achtet, denn das bedeutet Arbeitszeitverlust und das will der Kunde nicht zahlen.