Eine meiner Mitarbeiterinnen wird für drei Wochen eine Kur machen. Muss ich ihr für diesen Zeitraum den Lohn bezahlen?, fragt Walter Bauer.

Sehr geehrter Herr Bauer,

wurde die Kur von der Krankenkasse oder einem sonstigen Sozialleistungsträger bewilligt, liegt eine Arbeitsverhinderung vor, die infolge einer medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erfolgt.

Dafür muss die Kur allerdings auch in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation durchgeführt werden. Ist das der Fall, besteht für Sie eine Entgeltfortzahlungspflicht (nach § 9 EFZG ).

Ihre Mitarbeiterin muss Ihnen – wie auch im Fall einer Arbeitsunfähigkeit – eine Bescheinigung der Krankenkasse oder ein ärztliches Attest vorlegen, aus der oder dem ersichtlich ist, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Wie auch im Fall einer Erkrankung muss Ihre Mitarbeiterin das unverzüglich tun, damit Sie erfahren, wann die Kur beginnt und wie lange sie voraussichtlich andauern wird.

Nur wenn Sie einen Verstoß gegen die Anzeige- und Nachweispflicht Ihrer Arbeitnehmerin feststellen, können Sie die Frau abmahnen. Dann können Sie ihr auch den Lohn verweigern, weil in diesem Fall ein unentschuldigtes Fehlen vorliegt.

In Ihrem Fall scheint die Mitarbeiterin aber für die Zeit der Kur arbeitsrechtlich krankgeschrieben zu sein.

Und so steht ihr auch für die drei Wochen der volle Lohn zu.

Ihr Ulf Weigelt