GreenkeeperAuf die Schnitttechnik kommt es an

Ob Golfplatz oder Fußballstadion: Greenkeeper sind für den Rasen verantwortlich. Dass dafür eine spezielle Ausbildung nötig ist, zeigt unser Beruf der Woche. von 

Hubert Kleiner steht unter Zeitdruck. Mehrere Hektar Grünfläche warten auf den Headgreenkeeper, wie sein Job neudeutsch heißt. Binnen zwei Tagen muss der Landschaftsgärtner zusammen mit seinen sieben Mitarbeitern die Fläche bearbeiten. Die Fläche ist ein ganzer Golfplatz, der für ein wichtiges Turnier im Topzustand sein muss.

Kleiner ist außerdem Präsident des Greenkeeper Verband Deutschland e.V.. Greenkeeper sind nicht einfach nur Landschaftsgärtner, erklärt Kleiner. Der Job ist ein anerkannter Fortbildungsberuf, der auf einer abgeschlossene Berufsausbildung als Gärtner, Land- oder Forstwirt aufbaut. Greenkeeper arbeiten überwiegend in Golfclubs. Einige sind aber auch bei Fußballvereinen in der Bundesliga angestellt – schließlich will auch der Rasen in einem Stadion gepflegt werden.

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Aber was genau tun diese Naturexperten?

© Tim Boyle/Getty Images

Im Prinzip gehe es um Pflanzenpflege im weitesten Sinne, sagt Kleiner. Vor allem ums Rasenmähen. Die richtige Schnitttechnik für den jeweiligen Rasen ist eine Kunst für sich, führt der Gartenexperte aus. "Wenn die Flächen kurz geschnitten sind, bleibt der Rasen krankheitsfrei. Man muss auch ein sauberes Schnittbild hinbekommen, damit der Ball schön und gleichmäßig läuft." Außerdem kümmern sich Greenkeeper um die Baum- und Sträucherpflege, die Wegeunterhaltung und Gewässerpflege. Bei ihrer Arbeit dürfen sie den Betriebsablauf allerdings nicht stören. Darum arbeiten die Gärtner vor allem dann, wenn die Anlage nicht stark genutzt wird. Wochenendarbeit gehört genauso dazu wie Überstunden im Sommer.

Zwei Ausbildungszentren in Deutschland bieten die Fortbildung zum Greenkeeper an. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gartenberuf. "Es gibt aber auch die Möglichkeit des Quereinstiegs", sagt Kleiner. Dafür ist eine mehrjährige praktische Tätigkeit auf einem Golfplatz im Gartenbereich nötig. 

Stadionrasen braucht besondere Pflege

Zum Ausbildungsstoff gehört jede Menge Biologie: Pflanzenernährung, Pflanzenphysiologie, Bodenkunde, Bodenchemie und Maschinenkunde stehen auf dem Lehrplan. Auch Betriebswirtschaft, Naturschutz und Arbeitsrecht gehören dazu.

Für die Arbeit ist eine gute körperliche Konstitution wichtig, immerhin arbeiten die Golfclubgärtner bei Wind und Wetter draußen und müssen gut zupacken können. Festanstellungen finden sie – natürlich – in Golfclubs, Freizeitpark und bei Sportvereinen. In 13 Bundesligastadien arbeiten geprüfte Greenkeeper. Die Arbeit im Fußballstadion unterscheide sich von der im Golfclub erheblich, sagt Kleiner. "Im Stadion herrschen andere Licht- und Windverhältnisse, daher muss der Rasen dort eine andere Pflege bekommen."

Die Jobaussichten sind gut. Schätzungsweise 3.500 Greenkeeper gibt es in Deutschland. Jedes Jahr absolvieren ungefähr 50 weitere Fachkräfte die Fortbildung. Echte Schattenseiten sieht Kleiner an seinem Beruf nicht. "Im Sommer ist es zwar schwer, Urlaub zu bekommen und bei schlechtem Wetter ist der Job anstrengend. Aber dafür arbeiten wir dort, wo andere ihre Freizeit verbringen."

  • Gehalt: variiert regional stark, ab circa 30.000 Euro brutto im Jahr, Headgreenkeeper ab 35.000 Euro brutto im Jahr;
  • Arbeitszeit: 40 Stunden, im Sommer circa 50 Stunden pro Woche;
  • Ausbildung: 12 Wochen Fortbildung plus drei Monate Praktikum, Vorausbildung in einem "grünen" Beruf erforderlich
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Leserkommentare
  1. 1. .....

    "Echte Schattenseiten sieht Kleiner an seinem Beruf nicht."

    ...und das, wo doch ausgerechnet der Schatten – und somit: zu wenig Sonne – in den Stadien das größte Problem ist!

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  • Serie Beruf der Woche
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Arbeitsrecht | Berufsausbildung | Freizeitpark | Naturschutz | Pflege | Wetter
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