ManagementFührungskräfte beeinflussen die Unternehmenskultur

Jedes Unternehmen hat seine eigenen Spielregeln und Werte – und Manager haben großen Einfluss darauf. Was Entscheider beachten sollten, erklärt Sabine Hockling. von 

Wer meint, Management habe nichts mit kulturellen Fragen zu tun, der irrt. Denn Führungskräfte prägen ein Unternehmen durch ihre Werte, ihr Verhalten, ihre Kommunikation und durch ihre Regeln. Gleichermaßen gilt: Auch die bestehende Kultur einer Firma prägt die Führungskräfte. Und als wäre das noch nicht genug, sind wir alle von der Kultur unseres Heimatlandes und der dort lebenden Gesellschaft beeinflusst. Darum haben auch die kulturellen Einflüsse eines Landes Bedeutung dafür, wie in einer Firma gearbeitet und miteinander umgegangen wird.  

"Faktoren wie Macht, Status und Hierarchie spielen eine ganz unterschiedliche Rolle; und auch was Kontrolle und Autorität angeht, haben die Führungskräfte verschiedener Kulturen ganz unterschiedliche Sichtweisen", sagt beispielsweise der bekannte Psychoanalytiker und Unternehmensberater Manfred Kets de Vries .

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Die Werte eines Unternehmens zeigen sich in der Firmenphilosophie, in der Unternehmensleitung, wo die Manager für die propagierten Werte stehen – und auch in den Wertvorstellungen, die zwar zu spüren, aber nicht konkret zu fassen sind. Sie drücken sich in bestimmten Sitten, Ritualen, Umgangsformen, aber auch in Statussymbolen oder Projekten einer Firma aus. 

Doch was tun nun Entscheider, die neu in ein – möglicherweise sogar internationales – Unternehmen kommen und Änderungen herbeiführen sollen? Weil die Unternehmensführung tief in der Landes- und Unternehmenskultur verankert ist, werden Führungskräfte scheitern, wenn sie Dinge von ihren Mitarbeitern verlangen, die sie kulturell nicht gewohnt sind. Wer etwas in einem Unternehmen verändern möchte, muss sich also notwendigerweise mit kulturellen Fragen beschäftigen. Generell gilt: Jeder Veränderung in der Organisation muss zunächst ein – je nach Situation kleiner oder großer – Kulturwandel vorangehen.

Die Kultur zeigt sich im Informellen

Doch Vorsicht, Unternehmenskultur hat viel mit einem Eisberg gemeinsam: Der größte Teil liegt unter Wasser und ist nicht auf Anhieb zu erkennen. Wie ein Unternehmen tickt, welche Werte, Spielregeln oder auch Ängste herrschen, zeigt sich im Informellen. Hier schleichen sich geheime Regeln ein, bilden sich Subsysteme heraus. Wie lernt man diese ungeschriebenen Regeln kennen? Mit Einfühlungsvermögen, Sensibilität und Verständnis für solche informellen, kulturell geprägten ungeschriebenen Regeln. Zu erkennen, nach welchen Werten gelebt und gearbeitet wird, ist eine Sache. Die Wahrnehmung reicht aber nicht aus. Führungskräfte müssen auch die bestehende Kultur anerkennen und wertschätzen.

Es kommt also darauf an, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu verstehen und sie bei Führungsprozessen und Entscheidungsstrukturen zu berücksichtigen. Außerdem sollten sich Entscheider damit beschäftigen, was die  Wahrnehmungen und Handlungen der Mitarbeiter bestimmt.

Sabine Hockling
Sabine Hockling

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Mit Ulf Weigelt schrieb sie den Ratgeber Arbeitsrecht. Seit 2011 ist sie Autorin der Serie Chefsache. Immer freitags spricht sie mit Managementexperten über Führungsfragen. Hockling bloggt mit Tina Groll unter diechefin.net, das Blog für Führungsfrauen, über Frauen und Karriere.

Eine auf Werte orientierte Führungskraft bringt die Unternehmensvision mit den individuellen Visionen der Mitarbeiter in Einklang. Gleichzeitig muss sie ihr Unternehmenskonzept und die Unternehmensmethoden aber auch in den Kontext der jeweiligen Landeskultur integrieren, beschreibt Peter F. Drucker in Die Kunst des Managements die Anforderungen an ein Management.

Setzt eine Führungskraft auf gute Beziehungsnetzwerke, will sie Talente entwickeln, sind ihr traditionelle Werte, aber auch Ziele und Herausforderungen wichtig, hat sie gute Chancen, eine bestehende Unternehmenskultur zu verändern. Wichtig dafür ist aber, überhaupt erst eine Führungskultur zu schaffen. Nur wenn es der Führung ernsthaft auf Innovationen, auf Unverwechselbarkeit und Anerkennung ankommt, wenn sie keine Herausforderungen scheut und Fehler als Investition betrachtet, ändert sich eine Unternehmenskultur. Und das zeichnet echte Führungskunst überhaupt aus.

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Leserkommentare
  1. schön und richtig sein, jedoch wie viele Manager gibt es, die sich derart verhalten? Ich weiß, dass es wirklich welche gibt, ich weiß, dass es viele gibt, die sich für solche halten, aber die Masse würde ich behaupten, verhält sich nicht annähernd, wie hier empfohlen.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diffamierende Aussagen. Die Redaktion/ds

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    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

  3. auf der einen seite geht die welt den bach runter, und auf der andern seite leben die 90er weiter, wird von erfolg und management und geht gar nicht und so muss das sein, konzern usw. usw. geschafelt, dass man mein, die letzten 10 jahre häts nicht gegeben. und das ganze verpackt in inhaltslehre phrasen.
    bitte mich nicht falsch zu verstehen, das ist keine kritik am stil des artikels, den kann man vielleicht nicht anders bringen, es ist mehr die kritik an einem gesellschaftsstil der mit diesem artikel, und auch mit der serie: karrieretipps vom coach angesprochen werden soll, die ich als anachronistisch empfinde.
    1000 menschen, alle aalglatt, in zahllosen seminaren auf erfolg und durchsetzung und teamfähigkeit und bewerbungsgespräche und assesmentcenter ausgerichtet, laufen auf das selbe ziel zu, alle gleich, alle uniform. alle hirnlos auf das bilderbuchleben aus dem bmw-katalog geprägt. und wenigstens 990 von ihnen werden verlieren. sie werden tiefer fallen als jeder desillusionierte hilfsarbeiter.
    die bessere serie wäre: wie setze ich neue ziele wenn ich erkannt habe, dass ich keine karriere mache. was wenn ich erkenne, dass die karriere nichts ist für mich.
    oh, und hinsichtlich der zukunftsentwicklung in europa, die bereits absehbar wird, wäre eine serie wie: leben in den trümmern europäischer großstädte, oder wie lade ich meinen ipod auf, wenn das stromnetz zusammengebrochen ist, vielleicht visionärer.

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    Sie möchten keine Kritik an dem Stil dieses Artikels üben, ich muss allerdings leider Kritik an dem Stil Ihres Kommentars üben.
    Auf Grund der unzähligen Rechtschreibfehler ist es einem stellenweise kaum noch möglich, Ihren Anregungen in einem ansonsten üblichen Lesetempo Folge zu leisten. Als Beispiel sei hier nur "inhaltslehre phrasen" genannt. Vergisst jemand mal ein Komma oder begeht einen Tippfehler, wird sich da kaum einer dran stören, aber in dieser Häufigkeit...tut mir leid, auch auf die Gefahr hin pingelig zu wirken, dass stört mich schon ziemlich. Übrigens, auch die Shift-Taste ist nicht zum Spaß auf Ihrer Tastatur.

  4. 4. Kritik

    Sie möchten keine Kritik an dem Stil dieses Artikels üben, ich muss allerdings leider Kritik an dem Stil Ihres Kommentars üben.
    Auf Grund der unzähligen Rechtschreibfehler ist es einem stellenweise kaum noch möglich, Ihren Anregungen in einem ansonsten üblichen Lesetempo Folge zu leisten. Als Beispiel sei hier nur "inhaltslehre phrasen" genannt. Vergisst jemand mal ein Komma oder begeht einen Tippfehler, wird sich da kaum einer dran stören, aber in dieser Häufigkeit...tut mir leid, auch auf die Gefahr hin pingelig zu wirken, dass stört mich schon ziemlich. Übrigens, auch die Shift-Taste ist nicht zum Spaß auf Ihrer Tastatur.

    Antwort auf "was soll man sagen?"
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    tja, ich könnt mich da jetzt lang drüber auslassen, was aber nichts zu einer besprechung des gegenständlichen artikels beitragen würde. also wass solls.

    padanterie ist ein kobold kleiner geister (ralph waldo emerson)

  5. tja, ich könnt mich da jetzt lang drüber auslassen, was aber nichts zu einer besprechung des gegenständlichen artikels beitragen würde. also wass solls.

    padanterie ist ein kobold kleiner geister (ralph waldo emerson)

    Antwort auf "Kritik"
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    Das ist Gestammel was Sie hier abliefern.

    Wer möchte, dass andere Ihm zuhören, sollte schon etwas auf die Lesbarkeit achten.

  6. Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

    Antwort auf "[...]"
  7. Allzuoft wird das System (was immer das auch sein mag) oder die Firma fuer eine schlechte Arbeits und Unternehmenskultur verantwortlich gemacht. Das gerade Fuehrungskraefte grossen Einfluss auf das Geschehen im Betrieb haben, sollte eine bekannt sein.

    Den Artikel kan man im Prinzip in einem Satz zusammenfassen:

    "Der Fisch faengt am Kopf an zu stinken".

  8. Dass es so etwas wie eine Unternehmenskultur gibt und dass sie wirkt, wissen sicher die meisten. Und dass Führungskräfte eng damit verbunden sind, wissen vermutlich ebenfalls viele. Und dennoch wird der Faktor Unternehmenskultur in Unternehmen oft nicht berücksichtig, geschweige denn genutzt. Hier geht viel Potential verloren, das Unternehmen voranbringen könnte, es kommt zu Reibungsverlusten, die nicht sein müssten. Insofern kann das Stichwort "Unternehmenskultur" gar nicht oft genug fallen - ein guter Denkanstoß, dieser Kommentar. Danke!

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  • Serie Chefsache
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Eisberg | Führungskraft | Innovation | Kommunikation | Management
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