Kann der Arbeitgeber vorschreiben, den Urlaub zu stückeln?

Ja, das ist möglich – allerdings müssen auch dafür zwingende betriebliche Gründe vorliegen, die der Arbeitgeber vertreten können muss. Und er darf auf keinen Fall den gesamten Urlaubsanspruch seines Arbeitnehmers in Einzeltage zerlegen. Das Bundesurlaubsgesetz verlangt, den Erholungsurlaub grundsätzlich zusammenhängend zu gewähren, mindestens 12 aufeinander folgende Werktage (inklusive der Samstage) müssen sein. Aber: Es gibt auch Arbeitnehmer, die ihren Urlaub lieber stückeln wollen. Sie können das grundsätzlich tun – der Arbeitgeber sollte sie aber auf den verminderten Erholungseffekt hinweisen.

Können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter verpflichten, den Jahresurlaub im ersten Quartal einzureichen?

In vielen Betrieben häufigen sich zum Jahresende die Resturlaubsansprüche der Mitarbeiter, weil die es versäumt haben, ihren Urlaub rechtzeitig zu nehmen. Das kann mitunter zu Problemen im Betriebsablauf führen. Manche Arbeitgeber fordern ihre Mitarbeiter deshalb dazu auf, ihre gesamte Urlaubsplanung schon in den ersten drei Monaten einzureichen. Ein Recht dazu haben Arbeitgeber allerdings nicht. Bei einer massiven Ballung von Urlaubsansprüchen und daraus resultierenden betrieblichen Engpässen können Arbeitgeber den Urlaub lediglich verweigern – mit der Folge, dass die Resturlaubsansprüche mit ins neue Jahr genommen werden.

Wann verfällt nicht genommener Urlaub?

Urlaubsansprüche verfallen im neuen Jahr , wenn Arbeits- oder Tarifvertrag nichts anderes vorsehen – und wenn der Urlaub nur deshalb nicht eingereicht wurde, weil der Arbeitnehmer es schlicht vergessen hat. Konnten die Mitarbeiter ihren Resturlaub aus betrieblichen Gründen oder wegen Krankheit nicht nehmen, bleibt der Urlaubsanspruch auch im neuen Jahr bestehen. Der Resturlaub muss dann aber bis zum 31. März genommen werden . Zwei Ausnahmen für diese Regelung gibt es allerdings: Dauert die Erkrankung über die ersten drei Monate des Jahres weiter an, bleibt der Urlaubsanspruch auch weiterhin bestehen. Wird der Mitarbeiter wieder gesund, muss er sich schleunigst aber um den Anspruch kümmern. Unendlich kann er die Ansprüche nicht aufschieben, spätestens im Kalenderjahr der Gesundung verfällt der Resturlaub, urteilte das Bundesarbeitsgericht . Über die ersten drei Monate des neuen Jahrs hinaus ist Resturlaub sonst nur gültig, wenn der Mitarbeiter bis zum 31. Dezember noch keine sechs Monate für seinen Arbeitgeber tätig war und seinen Urlaub wegen einer Probezeit nicht nehmen konnte. Dann kann er bis zum 31. Dezember des neuen Jahres seinen alten Urlaub noch geltend machen.

Kann nicht genommener Urlaub auch einfach ausgezahlt werden?

Nein, mit Geld darf der Erholungsanspruch nicht ausgeglichen werden . Das schreibt das Bundesurlaubsgesetz vor. Allerdings gibt es auch bei dieser Frage eine Ausnahme: Kann der Erholungsurlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr ganz oder teilweise gewährt werden, darf der Urlaubsanspruch ausgezahlt werden.