Bundesweit haben rund 150.000 Schüler am Donnerstag die Angebote des Girls-Day und des Boys-Day genutzt. Ziel ist es, jungen Leuten Einblick in Berufe und Studienfächer zu geben, die bislang eher "geschlechtsuntypisch" waren. So informierten sich mehr als 117.000 Mädchen über Natur- und Ingenieurwissenschaften oder Berufe wie Metallbau oder Mechatronik. Bei den 33.000 Jungs standen Kitas und Pflegeberufe im Vordergrund, teilte die Koordinierungsstelle der Aktion, das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit , in Bielefeld mit.

"Noch mehr Praktikumsplätze wären schön, besonders für die Jungen", sagt Carmen Ruffer vom Kompetenzzentrum in Nordrhein-Westfalen . "Die gute Resonanz zeigt, dass sich die Schüler mehr und mehr vom Schubladendenken verabschieden."

Ursprünglich entstand die Idee zum Girls-Day im Verein "Frauen geben Technik neue Impulse" in Bielefeld, sagte die Vorsitzende des Kompetenzzentrums, Barbara Schwarze. Sie habe im Jahr 2000 für das Bundesbildungsministerium ein Konzept zur Berufsförderung von Mädchen geschrieben. Daraus wurde der Girls-Day, der in diesem Jahr bereits zum zwölften Male stattfand. Zwar habe sich die Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen leicht verändert, aber zu den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen der jungen Frauen gehöre immer noch keiner aus dem technischen Bereich. Auch Jungen wählen nach wie vor stereotyp männliche Berufe aus. Den bundesweiten Boys-Day gibt es aber erst offiziell seit 2011.

Die Schnupperpraktika richten sich an Schüler der 5. bis 10. Klassen. Die Aktion wird vom Bundesfamilienministerium sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und von zahlreichen Verbänden und Unternehmen gefördert.