Feminismus-BuchSchröder schreibt ihre eigene Bankrotterklärung

Familienministerin Kristina Schröder rechnet in ihrem Buch mit dem Feminismus ab. Dabei entlarvt sie sich als Fehlbesetzung für ihr Amt, kommentiert Tina Groll. von 

Kristina Schröder kämpft. Die Frauenministerin will jetzt etwas für die Frauen tun. Sie will sie von Fesseln befreien. Die, so erklärt die Ministerin in ihrem Buch Danke, emanzipiert sind wir selber , hätten ihnen die Feministinnen angelegt. Wer diese Feministinnen – bis auf Alice Schwarzer natürlich – eigentlich sind, kann Frau Schröder nicht so genau sagen. Dafür sind sie in der Welt der Kristina Schröder scheinbar überall. Wie Hubschrauber über der Kampfzone kreisten sie über allen Orten des Zusammentreffens von Mann und Frau und wollen den Frauen die Eigenverantwortung für die Wahl des richtigen Lebensentwurfs  nicht überlassen.

Böse Frauen, die durch den Luftraum schweben? Die Ministerin meint es ernst. So ernst, dass sie mehr als 100 Seiten ihres 240 Seiten langen Buches, das sie mit ihrer Freundin und Mitarbeiterin Caroline Waldeck geschrieben hat, der Abrechnung mit dem Feminismus widmet. Die liest sich wie ein wütender Brief einer pubertierenden Tochter an ihre Mutter.

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Schluss soll jetzt sein mit der Bevormundung. Die Frau sei erst durch den Feminismus vom unterdrückten zum beschützten und damit bevormundeten Geschlecht geworden, schreibt Schröder. Feministinnen erhöben die Karrierefrau zum Rollenleitbild – und das, obwohl die allermeisten Frauen gar nicht so leben wollten. Deswegen, so die Logik der Ministerin, gebe es so wenig Frauen in Führungspositionen .

Doch mit den Feministinnen nicht genug, auf der anderen Seite, so Schröders These, stünden Strukturkonservativen wie Eva Herman mit ihrer Mütterideologie. Auch sie versuchten, die Frauen zu bevormunden. Aber zum Glück ist ja die Familienministerin gekommen, sie von diesen Leitbildern zu befreien und die "Rollenleitbildfanatiker" zu kurieren.

Wirrer Kampf gegen "Rollenleitbildfanatikerinnen"

Frauen sollen endlich frei wählen dürfen, wie sie leben wollen. Diese Entscheidung sei privat und habe auch privat zu bleiben. Politik dürfe hier nichts vorgeben. Welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um diese Wahlfreiheit zu garantieren, darum geht es in dem Buch dagegen kaum.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Im Gegenteil, Schröder kritisiert diese ökonomische Sichtweise als einen kaltherzigen Feminismus, der auf der Basis kühler Vorteils- und Nachteilskalkulation argumentiere.

Um den Feminismus als Bedrohung darzustellen, bedient sich Schröder wahllos aus feministischer Literatur, Zeitungsartikeln und Romanen. Man muss keine Feministin sein, um zu erkennen, dass es abstrus ist, Schwarzer und Herman auf eine Ebene zu stellen und ihre Werke zu Weltanschauungen zu überhöhen. Man muss auch keine Feministin sein, um zu wissen, dass es den einen Feminismus nicht gibt. Oder dass der Feminismus weder die Karrierefrau als Leitbild vorgibt, noch Frauen die Mutterschaft verbietet.

Leserkommentare
    • anthri
    • 18. April 2012 11:42 Uhr

    Bei aller Freundschaft: Frau Schröder war von Anfang an eine Fehlbesetzung für dieses wichtige Ministeramt. Nichts gegen Jugend, aber für dieses Amt braucht man auch Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen. Außerdem kenne ich keinen weiblichen Vorstand, der einfach einmal in den Mutterschaftsurlaub geht. Das alles ist nicht Frau Schröder vorzuwerfen, sondern der Kanzlerin.

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    • joG
    • 18. April 2012 12:19 Uhr

    ...Tätigkeit wenig. Das hat sich im Prinzip auch nicht geändert.

    Leider kann man aber einem solchen Artikel nichts abgewinnen. Schröder ist von der CDU und dies hier ist DIE ZEIT. Das ist schade.

    Frau Schröder - vormal Köhler - ist doch gerade deswegen Familienministerin geworden, WEIL sie von der Materie keine Ahnung hat. "Familie" kommt in der UNION - und ganz besonders bei der reaktionären Hessen-CDU - nur in drei Fällen zum tragen:

    1. beim sonntäglichen Kirchgang
    2. bei den anschließend gehaltenen Sonntagsreden
    3. in TV-Jammerstunden, in denen man die Faulheit und Verlottertheit der "vierköpfigen Familie" beklagt und begreint, die den "Leistungsträgern" die Haare vom Kopf fressen.

    Ansonsten verweise ich auf den hervorragenden Artikel von Herrn Schlieben:

    http://www.zeit.de/politi...

    ...mit Ihrem Beitrag vermitteln ?

    1. Sie haben schon vom Peter Prinzip gehört

    2. Sie sind mit Frau Schröder befreundet.

    3. Frau Schröder ist eine Fehlbesetzung

    3. Sie besitzen Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen.

    4. Sie kennen weibliche Vorstände.

    5. An allem ist Frau Merkel Schuld.

    Ein sehr gelungener Kommentar, der es an Qualität durchaus mit dem kommentierten Artikel aufnehmen kann.

    Danke !

    "Selbst darauf hat die Ministerin irrwitzige Antworten parat. Feministinnen hätten wenig dazu beigetragen, die Fesseln des traditionellen männlichen Rollenleitbildes zu lösen, behauptet Schröder. Während Frauen die Ehe als alternative oder ergänzende Karriere nutzen könnten, seien Männer quasi festgelegt auf den Beruf und zum Erfolg verdammt. Dabei wollten auch sie heute Familie und Beruf leben, aber die Arbeitswelt erwarte noch immer uneingeschränkte Verfügbarkeit von ihnen. Darum könnten sie sich an der Hausarbeit auch nicht vollumfänglich beteiligen. Ach so."

    Abgesehen von der starken Wortwahl "verdammt", die man als Journalistin als Mittel zur Zuspitzung wohl nutzen muss, entspricht diese scheinbar irrwitzige Umschreibung jedoch meiner Lebenserfahrung:

    Nach dem Feedback von Nachbarn, Bekannten und Freunden, was ich erhalten habe, wird nicht akzeptiert, etwas anderes zu tun, als 100% die eigene männliche Berufskarriere fortzusetzen, anstelle nach sieben Jahren der hochengagierten Arbeit nun einen Beruf-Familienmix anzustreben (z. B. beide Partner in Teilzeit) und dazu bewusst Geld- und Karriereoptionen verstreichen zu lassen. Stattdessen ist man verwundert, warum meine Frau denn überhaupt noch arbeiten gehen wolle.

    Auch wenn ich die Person Schröder als Ministerin ablehne, muss ich ihr in der von Frau Groll gehässig umschriebenen Diagnose Frau Schröders recht geben: es fehlt an männlicher Emanzipation. Den anschließenden Satz mit der Hausarbeit übersehe ich mal.

  1. Uff, mehr ist da kaum zu sagen, ich wuesste nichtmal wem ich dieses Buch schenke, ich muss mal nachdenken.....

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    Warum schlägt die ganze Welt auf unsere Familienministerin ein? Ganz einfach, weil sie ein gesund und klar denkender Mensch ist [...] Das können sich Feministinnen und Feministen nicht bieten lassen. Wir brauchen keine Frauen, die sich gegen den Feminismus wehren, weil sie bereits emanzipiert ist, und wir brauchen weiterhin Redakteure, die dem Trend folgen und vermeintliche Frauenrechte verteidigen [...]. Ich wünsche Kristina Schröder viel Kraft und weiterhin den Mut, ihre Politik so weiblich und liebenswert zu vertreten und darauf zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand irgendwann auch auf die "gegenderten Bürger" trifft. [...] Weiter so!

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

  2. "Dabei entlarvt sie sich als Fehlbesetzung für ihr Amt, kommentiert Tina Groll."

    Das ist erst einmal nichts weiter als Ihre Meinung, Frau Groll. [...] Aber wir sollten uns bei der Beurteilung solcher Dinge nicht nach dem Meinungspektrum des politischen Biotops der Redaktionsstuben, sondern der Bevölkerung richten. Da sieht es schon ein klein wenig anders aus. Im Osten ohnehin: Dort waren und sind die Frauen alle ganz ohne erwachsenenpädagogische Anleitung emanzipiert. Das merkt man vor allem daran, daß sie ihre Emanzipiertheit einfach leben, ohne sie wie eine Monstranz vor sich her zu tragen [...] Männer und Frauen können sich aber nicht gegen-, sondern nur miteinander emanzipieren. So weit war man selbst in der [...] DDR schon.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Polemik. Danke, die Redaktion/au.

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    • SteB
    • 18. April 2012 12:07 Uhr

    [...]

    Ich will damit nicht Frau Schröder in Schutz nehmen, würde mir aber eine fundiertere Analyse wünschen.
    Danke.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie gegenüber der Autorin auf Unterstellungen. Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/au.

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/au.

    • kayob
    • 18. April 2012 13:59 Uhr

    wo will denn "DER" feminismus, das gegenstück zum patriarchat erbauen?

    ich weiß nicht so sehr wovor sie angst haben und warum, aber bei lichte betrachtet droht außer in einigen ehen keine machtübernahme von frauen, um über männer zu herrschen.

    sollten sie eigentlich bemerkt haben.

    und es gibt hunderte von richtungen die unter dem begriff feminismus zusammgengefasst werden, dessen hauptströmung nichts weiter will, als geschlechtsunabhängige chancengleichheit für individuen.
    was politisch gewendet heißt:
    gleiche rechte gleiche pflichten.

    das ist schon alles.

    alles andere ist in ihrem kopf und mit fakten nicht belegbar und argumentativ nicht belastbar.

    und ein gegeneinander entsteht nicht dadurch, dass eine benachteiligte partei der bevorzugten partei genau diese ungleichheit vor augen führt.

    sie reden einer nivellierung der realen probleme das wort.

    das ist traurig.

    ich wünsche ihnen angenehme träume, ohne fem-walküren, die ihnen etwas wollen.

    mfg

    kayob
    (feminist, damit seine töchter und enkelinnen von netten menschen[!ungeachtet des geschlechts] umgeben, leben können)

    dann heben sie die Herzen wie Monstranzen - aus ihrer Brust und segnen sie damit (Gedichtzeile aus einem der vielen Gedichte von R. M. Rilke; Frühe Gedichte)...

    Und schöner als das was man hier zu lesen kriegt - und liebe Red. nehmt bitte das Foto von Fr. Schröder von der Titelseite - mit brennen schon die Augen...

    "...ist der doch nichts anderes als das Gegenstück zum Patriarchat": Gehe völlig d’accord; aber war das pendent nicht das Matriarchat...

    Man(vielleicht ja auch Mann) - oder falsch - ich (weibl. Geschlechts) finde diese Berichterstattung immer mehr verwunderlich und unsäglich kläglich...

    Ihnen liebe Grüße

    Zu behaupten, dass "die Frauen" im Osten ohne jegliche politische Flankierung von ganz alleine emanzipiert (gewesen) seien, ist einfach nur absurd. Im Osten war die Berufstätigkeit von Frauen explizit erwünscht und notwendig und wurde sowohl strukturell (Krippenversorgung) als auch ideologisch (kein Hausfrauenideal) umgesetzt. Egal, wie man das finden mag: zu behaupten, dass die ehemalige DDR damals wie heute in geschlechterpolitischer Hinsicht politikfrei (gewesen) sei und die Emanzipation den (ehemaligen) DDR-BürgerInnen irgendwie wesenseigen sei, kann nur auf gravierender Unkenntnis basieren.

    dass sie keine feministische Sichtweise teilt. Wie sollte sie auch?

    Denn sie macht zunehmend deutlich, dass sie nicht einmal verstanden hat, worum es Feministinnen ging und geht. Das aber ist unverzichtbar für die Leitung ihres Ministeriums.
    Wenn sie das dann noch gut machen wollte, dann könnte sie sich zu einer höchst verhaltenen Spielart von Feminismus durchringen, wie es ihre Vorgängerin getan hat.

    erklären Sie jetzt nur noch anderen Lesern warum sich die Redaktion "nicht nach dem Meinungspektrum des politischen Biotops der Redaktionsstuben, sondern der Bevölkerung richten" sollte? Das verstehe ich nicht! Dies ist eine (vielleicht vermeintlich) unabhängige Zeitung. Umgekehrt wird vielleicht ein Schuh draus, dass Sie dieses Blatt dann eher nicht mehr lesen sollten, oder?

    Und wer sagt eigentlich welche nun DIE Meinung der Bevölkerung ist? Sie etwa?
    (Und warum müssen Sie eigentlich in so vielen Ihrer Kommentare immer so bösartig schimpfen und schreiben?)
    Fröhliches Ärgern, wünsche ich...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen und beteiligen Sie sich konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

    Feminismus ist das Streben nach Gleichstellung der Individien.

    Habe ich bisher anders erfahren!

    • ribera
    • 20. April 2012 1:33 Uhr

    Wir bitten von der Austragung von Privatfehden abzusehen, und zu einer themenbezogenen Diskussion zurück zu kehren. Danke, die Redaktion/kvk

  3. "Während Frauen die Ehe als alternative oder ergänzende Karriere nutzen könnten, seien Männer quasi festgelegt auf den Beruf und zum Erfolg verdammt. Dabei wollten auch sie heute Familie und Beruf leben, aber die Arbeitswelt erwarte noch immer uneingeschränkte Verfügbarkeit von ihnen. Darum könnten sie sich an der Hausarbeit auch nicht vollumfänglich beteiligen. Ach so."

    Ich kenne keine Frau, die nicht von mir erwarten würde, dass ich den Hauptteil des Geldes ranschaffe, während sie sich die Kinder kümmert :/

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    Sie kennen mich zwar nicht, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich zu denjenigen Frauen gehöre, die das nicht von ihrem Partner verlangen und auch gar nicht möchten. :-)
    (Wollte ich nur mal gesagt haben)

    Ich kenne keine Frau, die nicht von mir erwarten würde, dass ich den Hauptteil des Geldes ranschaffe, während sie sich die Kinder kümmert :/

    Ich schon. Meine Frau.

    Frau und habe aufgrund meine Erziehung und Auslandszeiten als Jugendliche bis heute nie den Gedanken gehabt, dass das Taschengeld, das ich als Kind von meinem Vater erhielt einschließlich Versorgung und Krankenkasse von einem Mann aufgebracht werden sollte.

    Aus dem Alter war ich irgendwann raus und ich bin weder chronisch erkrankt noch sonstwie daran gehindert, für mich zu sorgen.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und polemische Behauptungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion von Argumenten. Danke, die Redaktion/au.

    • Tammy
    • 18. April 2012 14:19 Uhr

    Da hätte sich bestimmt etwas gefunden - kann es sein, dass Sie das gar nicht gesucht haben? ;-)

    Wenn ich mich in meinem Kreis umsehe, so ist das zu 90% der Fall. Natürlich gibt es ein Paar „Powerfrauen“. Spätestens beim 2. Kind wird in die klassische Rolle gewechselt. Im "besten" Fall arbeiten beide Vollzeit während die Kinder mit 4-6 Monaten Vollzeit betreut werden. Andere wiederum verschieben das Kinderkriegen, bleiben Kinderlos oder Single, was offensichtlich in die Emanzipationsfatamorgana der ZEIT passt.
    Tatsache ist, dass der Arbeitsmarkt IMMER jene benachteiligt (Karriere, Finanziell, Rentenansprüche), die sich für eine längere (>6 Monate) Selbstbetreuung ihrer Kinder entscheiden. Kein Gesetz kann dies verhindern, denn unser ganzes Gesellschaftsmodell ist für Kinderlose maßgeschneidert. Da kann man schon auch als Frau Kanzler werden, ja.
    Ist das Emanzipationsweltbild der ZEIT also eine Welt in der wir die Kinderbetreuung nach DDR Stil dem Staat überlassen? Ähnlich wie in Frankreich, wo Säuglinge mit 3 Monaten sich selbst überlassen den ganzen Tag lang in den Ecken der Kinderkrippen durchschreien (das weiß ich aus eigener Erfahrung: 12 Saeuglinge pro Krippe)?
    Gut situierte emanzipierte Franzosenfreunde, entscheiden sich bewusst für die Selbstbetreuung ihrer Kinder. Das geht jedoch nur mit der notwendigen finanziellen „$$$ Marge $$$“ um die Einbüßen zu kompensieren. Die meisten Franzosen und Französinnen haben jedoch gar keine Wahl, denn ohne doppeltem Einkommen ist in FR ein Überleben einfach nicht möglich.

    "Ich kenne keine Frau, die nicht von mir erwarten würde, dass ich den Hauptteil des Geldes ranschaffe, während sie sich die Kinder kümmert."

    Meine Frau kennen Sie also nicht. Käme ich Ihr mit solchen Rollenvorstellungen, wäre ich im Handumdrehen Single.

    Und das ist auch gut so.

    >Ich kenne keine Frau, die nicht von mir erwarten würde, >dass ich den Hauptteil des Geldes ranschaffe, während sie >sich die Kinder kümmert :/

    Mit wievielen Frauen haben Sie denn Kinder?

    • NoG
    • 18. April 2012 11:45 Uhr

    die frau ist vor nicht mal einem jahr mutter geworden, ist bundesministerin und bringt jetzt ein buch heraus.
    sollte das buch waehrend ihrer zeit als ministerin und mutter entstanden sein, scheint sie ein bewundernswertes zeitmanagement zu haben. vielleicht vernachlaessigt sie auch bloss eine ihre aufgaben oder bewegt sich in einem umfeld das ihre plaene optimal begleitet. dann sollte sie sich dafuer einsetzen, das jeder die zeit und ruhe hat mutter, vollzeitjobber und buchautor werden kann.

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    hübsch zu delegieren weiß und darüberhinaus an die Qualität dieser Tätigkeiten solch geringe Anforderungen stellt, wie die Frau Ministerin das offensichtlich tut, ist das leicht möglich - das Delegieren hat Frau Schröder ja schon im Rahmen der Anfertigung "Ihrer hochwissenschaftlichen " Promotionsarbeit perfekt beherrscht!
    Wenn Deutsche sich im Ausland schlecht benehmen, verspüre ich ein heftiges Fremdschämen, das mir beweist, dass ich eine deutsche Identität besitze. Bei Frau Schröder - egal ob ich mich mit ihrem geschriebenen oder ihrem gesprochenen Wort beschäftige, fühlt es sich ganz ähnlich an - ich empfinde eine tiefe Scham, ebenfalls weiblichen Geschlechts zu sein!

    steht auf dem Cover, allerdings ist der werbewirksame Name Kristina Schröder in weit größeren Buchstaben gedruckt. Das sagt aber nichts darüber aus, wer den Hauptteil des Textes geschrieben hat. Bei einem gut vorbereiteten Ghostwriter (oder -in), der (oder die) auf derselben Wellenlänge tickt, reicht ein Arbeitstag für das Briefing, danach muss man bei der Durchsicht des Manuskripts nur noch ein paar Zuspitzungen und die eine oder andere Formulierung einstreuen, fertig ist die Chose -- und hat gar nicht so viele Anforderungen an das Zeitmanagement gestellt.

    Absurde Unterstellungen: Wenn man böse wäre, könnte man jetzt hinterfragen - ähnlich wie bei Wulff - hat sie ihr Amt missbraucht, weil sie evtl. sogar während ihrer vom Steuerzahler finanzierten Arbeitszeit ein Buch geschrieben hat? Oder ist es moralisch vertretbar, dass sie auf dem Cover prangt, obwohl sie evtl. nur minimal am Inhalt beteiligt war? Auf jeden Fall ist mir jetzt klar, warum die Familienpolitik von ihr bisher mehr als dürftig betrieben wurde.

  4. 6. Warum?

    "Als Frauenministerin ist sie eine glatte Fehlbesetzung."
    Warum noch mal genau?
    Weil sie nicht mit Gesetzen um sich wirft?

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    Sie ist eine Fehlbesetzung, weil sie in ihrem Amt praktisch nichts für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frauen unternimmt, sondern letztlich darauf verweist, das müsse jede Frau für sich alleine tun. Unterstellt, das sei richtig: Wozu brauchen wir dann eine Frauenministerin?

    • ekbül
    • 18. April 2012 13:07 Uhr

    Frau Schröder ist der neue Typ des apolitischen bzw. postpolitischen Politikers. Herausstechendstes Merkmal: völlig abstruse Ideen und Begründungen - Flexiquote, Steuersenkungen, Herdprämie...
    Das Tolle ist, dass das auch im Kleinen funktioniert. Hören Sie sich mal die Begründungen von gewerkschaftsfreien Betriebräten an, warum Gewerkschaften die Betriebsräte kaputt machten und ja eigentlich gegen die Mitarbeiter seien...

    • Tammy
    • 18. April 2012 14:24 Uhr

    Weil sie im Grunde sagt, dass wir überhaupt keine Frauenministerin brauchen. Wenn sie glaubt, dass ihre Aufgabe redundant ist, warum steht sie diesem Ministerium dann vor?

    Was soll das Wort? Es gibt keine Frauenministerin! Es sei denn, sie wollen ausdrücken, dass die Ministerin eine Frau ist!
    Frau Schröder ist Familienministerin! Zu diesem Amt gehört es nicht nur die Frau zu vertreten, sondern alle Familienmitglieder (inklusive Mann).
    Frau Schröder sagt (zumindestens dem Artikel nach, habe das Buch nicht gelesen) das selbe wie im Artikel "Das verteufelte Geschlecht" steht (http://www.zeit.de/2012/1...)

    my two cents

    Chris

  5. Klar ist Frau Schröder eine Fehlbesetzung, das konnte man aber auch ohne ihr Buch schon vorher erkennen. Eine andere Frage ist: Welche Position im Kabinett hat oder hatte Frau Merkel eigentlich jemals ganz richtig besetzt? Die kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Aber greift das Phänomen Merkel: an der Kanzlerin bleibt nichts hängen.

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    ... ist sicherlich nicht die Qualifikation der "erwählten" Person für die anstehende Aufgabe. Es geht um die Führbarkeit der Kandidaten. Das ging in der Vergangenheit auch mal schief, im Großen und Ganzen funktioniert das "System Merkel" aber.

    Ansonsten (jetzt wird der Ton ganz kurz etwas .. naja): Die Kompetenzsimulantin, welche derzeit die Position Familienministerin innehält, gehört aus dem Amt entfernt. Ohne Schimpf und Schande, das erledigt die Dame schon selbst dermaßen effektiv, da braucht es kein Nachtreten.

    "Eine andere Frage ist: Welche Position im Kabinett hat oder hatte Frau Merkel eigentlich jemals ganz richtig besetzt?"

    Ich fand de Maiziere als Innenminister eine gute Wahl - der war immer so herrlich unaufgeregt, wenn es um die "terroristische Bedrohung" ging.

    ...das war's dann aber auch schon mit den richtigen Besetzungen.

    • PigDog
    • 18. April 2012 13:02 Uhr

    Die ganze Regierung¹ ist im Grunde ja eine einzige Fehlbesetzung...

    Es erstaunt aber immer wieder, wie viele Menschen offensichtlich noch glauben, Ministerämter würden nach Qualifikation vergeben.

    ¹ nicht daß ich allzuviel Hoffnung hätte, daß es bei einer anderen Regierung viel anders wäre...

  6. "Außerdem verdienten Frauen ja vor allem deshalb so viel weniger als Männer, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiteten. Dafür hätten sie ja dann auch mehr Freizeit."

    der knaller von jemandem, der sein kind nach 8 wochen in die hände eines kindermädchens abgegeben hat.
    soweit ich weiß, nutzen viele damen ihre teilzeit-freizeit, um sie an solche nebensächlichkeiten wie kindererziehung und haushalt zu verplempern.
    sie sind selbst schuld, wenn sie ihren vorteil nicht nutzen, um auf der couch zu liegen und bier zu trinken, ja?

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    • GDH
    • 18. April 2012 12:35 Uhr

    Das Argument mit den Teilzeistellen ist so leicht nicht von der Hand zu weisen.

    Statt des durchschnittlichen Einkommens, sollte man lieber den durchschnittlichen Stundenlohn betrachten um Ungleichbezahlung zu beziffern. Erstmal ist mehr Freizeit natürlich ein Vorteil, der sich nicht wegdiskutieren lässt. Im Rahmen der familiären Aufgabenteilung bringt dann der teilzeitarbeitende Partner mehr Hausarbeit in den gemeinsamen Haushalt ein und der Vollzeitarbeitende eben mehr Geld. Das kann man dann aber nicht wirklich den Arbeitgebern vorwerfen.

    Auch wenn sich Paare eine Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit zu gleichen Teilen wünschen, ist es beim derzeitigen Stellenzuschnitt halt oft schwieriger, z.B. zwei Jobs a 30 Stunden zu finden als einmal 40 und einmal 20 Wochenstunden. Genau daraus ergibt sich dann die ungleiche Aufteilung und weil die Mutter mit Schwangerschaft und Stillen aus biologischen Gründen sowieso schon berufliche Kompromisse macht, ist sie dann auch nachher öfter in Teilzeit.

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