Die Arbeit ist in den vergangenen Jahren nicht nur flexibler geworden, sondern auch virtueller. So können Reisekosten eingespart werden oder internationale Projekte schneller abgewickelt werden. Die Folge: Wir arbeiten immer häufiger in wechselnden Teams mit wechselnden Projekten – ohne die Kollegen jemals zu treffen.

Das stellt an Führungskräfte und Mitarbeiter hohe Anforderungen, die nicht immer erfüllt werden können. Wenn solche Teams keinen Erfolg haben, dann liegt das laut der Studie Virtuelle Teams der Forscher Arnd Albrecht und Evelyn Albrecht-Goepfert daran, dass sie wie ein Präsenzteam geführt werden, für die aber ganz andere Arbeitsbedingungen gelten.

Virtuelle Teams werden oft ad-hoc gebildet. Der Studie zufolge werden fast drei Viertel solcher Teams innerhalb weniger Tage aufgestellt.

Die Autoren warnen daher, dass wichtige Grundlagen wie Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl, das Wissen um die Zuverlässigkeit der Kollegen sowie ein Commitment für einzelne Aufgabe oder das Gesamtprojekt so kaum zustande kommen können.

Die Führungskraft muss also dafür sorgen, dass diese Grundlagen vorhanden sind und eingehalten werden, dass sich ein gemeinsamer Arbeitsstil bildet und das Arbeitspensum gerecht aufgeteilt wird. Wichtig ist auch, dass die Mitarbeiter selbstverantwortlich arbeiten und sich selbst motivieren. Der Teamleiter führt eher als Primus inter Pares.

Dafür braucht man Management-Erfahrung, sollte ein Organisationsprofi sein und verstehen, wie Gruppen ticken. Interkulturelle Handlungskompetenz, Empathie und gutes Selbstmanagement runden das Profil einer erfolgreichen Führungskraft für virtuelle Teams ab. Fehlt noch das Selbstverständnis: Der Teamleiter ist weniger Chef und Vorgesetzter als Moderator des Arbeitsprozesses. Zu dominantes und autoritäres Auftreten können daher schädlich für den Erfolg des Projekts sein.

Entscheidend ist, das Team nach Kompetenzen zusammenzustellen. Zur Kompetenz gehört nicht nur die Sachkenntnis, sondern auch Soft-Skills. Denn bei der virtuellen Zusammenarbeit ist die Kommunikation häufig nur auf Telefon, Videokonferenz und Mails oder Chats beschränkt. Mitarbeiter mit ausgeprägten Soft-Skills gelingt diese Form der Kommunikation besser.