StudieNicht einmal jeder Zweite bekommt Urlaubsgeld

Statistisch gesehen erhalten 46 Prozent aller Beschäftigten Urlaubsgeld, zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Männer erhalten den Zuschlag häufiger als Frauen. von afp

Urlaubsgeld bekommen nur 46 Prozent aller Beschäftigten. Das ergab eine Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter rund 20.500 Arbeitnehmern. Der Umfrage zufolge erhalten berufserfahrene Männer, die in einer größeren westdeutschen Firma arbeiten und gut verdienen, am ehesten Urlaubsgeld. Denn ob der Zuschuss bezahlt wird, hängt entscheidend von Faktoren wie Betriebsgröße, Tarifbindung, Berufserfahrung und Geschlecht ab. Die Höhe des tariflich vereinbarten Urlaubsgeldes variiert je nach Branche und Region zwischen 155 und 2.140 Euro.

Deutlich häufiger (56 Prozent) erhalten Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten ein Urlaubsgeld, in Betrieben unter 100 Beschäftigten sind es nur 38 Prozent. Stark ist auch das Ost-West-Gefälle: Im Westen erhält immerhin noch jeder Zweite, im Osten nicht mal jeder Dritte den Zuschlag. Und auch zwischen den Geschlechtern gibt es einen Unterschied. Nur 40 Prozent der Frauen bekommen Urlaubsgeld, während es bei den Männern genau 50 Prozent sind. Entscheidend ist auch die Berufserfahrung: 52 Prozent der älteren Beschäftigten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung bekommen den Zuschlag, bei den Jüngeren mit unter fünf Jahren Erfahrung sind es nur 38 Prozent.

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Auch das Einkommen spielt eine wichtige Rolle. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 1.000 und 2.000 Euro bekommt nur jeder Dritte Urlaubsgeld, in der Einkommensklasse von 2.000 bis 3.000 Euro sind es 49 Prozent. Zwischen 4.000 und 5.000 Euro bekommen 56 Prozent der Beschäftigten das Zubrot. Bei Gehältern darüber sinkt der Anteil laut Umfrage wieder.

"Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers", erklärt die Stiftung. Rund 59 Prozent der Beschäftigten mit Tarifbindung erhalten demnach ein Urlaubsgeld, bei Angestellten ohne Tarifbindung hingegen sind es nur 35 Prozent.

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Leserkommentare
  1. Weder Urlaub noch Weihnachten sind "Veranstaltungen" des Arbeitgebers. Also: Weshalb sollte er für in diesen Zeiträumen NICHT geleistete Arbeit auch noch bezahlen?

  2. Redaktion

    Hallo Freiheitsfreund,

    natürlich - das 13. oder 14. Monatsgehalt sind verhandelbar und freiwillige Sonderleistungen des Arbeitgebers. Dennoch darf man die motivierende und wertschätzende Wirkung solcher Zuschläge nicht unterschätzen. In Zeiten des Fachkräftemangels sind solche zusätzlichen Gehälter durchaus Anreize, High Potentials an ein Unternehmen zu binden und auf diese Weise zu halten. Auch aus der Perspektive des Arbeitgebers sind solche Zahlungen durchaus sinnvoll.

    beste Grüße,

    Tina Groll

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sowohl den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer interessiert eigentlich nur die Summe am Ende des Jahres. Wieso soll es z.B. bei 24000€ im Jahr besser sein, die als 10*1714+2*3428 ausgezahlt zu kriegen statt als 12*2000? Wenn eine ungleichmäßige Splittung besser ist, wieso dann bei Weihnachts- und Urlaubsgeld aufhören? Im Winter könnte es noch Schneegeld geben, im Sommer Badegeld, im Herbst Laubgeld und im Frühling Frühlingsgefühlegeld. Dann noch Geburtstagsgeld für den Arbeitgeber und seinen Partner, Kindergeburtstagsgeld, Chanukkageld, Ramadangeld, Ostergeld und Pongalgeld für Hinduisten. Es gibt da auch jedes mal ein ganzes Monatgehalt, was aber leider nur bei 100€ liegt.

    Ich verstehe auch nicht, wieso ein ungleichmäßiges Gehalt wertschätzend sein soll. Damit sagt der Arbeitgeber doch "Du kannst nicht mit Geld umgehen und selber für Urlaub und Weihnachten sparen. Deshalb mach ich das für dich und behalte einen Teil deines Gehaltes ein." Das finde ich nicht wertschätzend.

  3. Sowohl den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer interessiert eigentlich nur die Summe am Ende des Jahres. Wieso soll es z.B. bei 24000€ im Jahr besser sein, die als 10*1714+2*3428 ausgezahlt zu kriegen statt als 12*2000? Wenn eine ungleichmäßige Splittung besser ist, wieso dann bei Weihnachts- und Urlaubsgeld aufhören? Im Winter könnte es noch Schneegeld geben, im Sommer Badegeld, im Herbst Laubgeld und im Frühling Frühlingsgefühlegeld. Dann noch Geburtstagsgeld für den Arbeitgeber und seinen Partner, Kindergeburtstagsgeld, Chanukkageld, Ramadangeld, Ostergeld und Pongalgeld für Hinduisten. Es gibt da auch jedes mal ein ganzes Monatgehalt, was aber leider nur bei 100€ liegt.

    Ich verstehe auch nicht, wieso ein ungleichmäßiges Gehalt wertschätzend sein soll. Damit sagt der Arbeitgeber doch "Du kannst nicht mit Geld umgehen und selber für Urlaub und Weihnachten sparen. Deshalb mach ich das für dich und behalte einen Teil deines Gehaltes ein." Das finde ich nicht wertschätzend.

    Antwort auf "Zuschläge"
    • Slater
    • 30. Mai 2012 11:16 Uhr
    4. Tarif

    nur bei Tarif- oder sonstigen festen Löhnen, bei tausenden Mitarbeitern mit demselben Gehalt, lohnt es sich überhaupt,
    über soetwas nachzudenken,
    da kann man das dazugeben oder es fehlt eben

    bei individuellen Mitarbeitern mit einzeln verhandelten Gehalt ist das doch überflüssig, kann mit 100 Euro mehr oder weniger pro Monat ausgeglichen sein,

    zudem gibt es ja häufig einen Jahresbonus, dann wäre
    nochmal Unterteilung in Urlaubs oder Laubgeld, w
    ie schon angemerkt wurde, langsam nur noch bürokratisch,

    die Jahressumme ist entscheidend,
    zur Bekräftigung auch diese Aussage wiederholt ;)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Hans-Böckler-Stiftung | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Einkommen | Euro | Gehalt
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