Cluburlaub ist bei den Deutschen beliebt. Ob Kindertanzen bis Theateraufführung – zuständig für die Unterhaltung der Gäste sind Animateure. Neben der Urlaubsunterhaltung sollen sie auch Ansprechpartner für allgemeine Fragen sein. "Wir sind für alles zuständig, was in den Bereich Gästebetreuung fällt", sagt Andreas Hass, Betreiber einer Agentur für Touristikdienstleistungen und selbst jahrelang als Animateur tätig.

Einen typischen Arbeitstag gibt es für Animateure nicht. Je nach Konzept der Hotelanlage oder des Ferienressorts variiert das Aufgabengebiet stark. Neben dem Allroundanimateur gibt es solche für Sport- und Fitness, Kinderanimateure oder auch Musikanimateure. "Wer im Kinderclub arbeitet, muss mit seinen Gästen ganz anders umgehen als jemand, der für die Unterhaltung Älterer zuständig ist."

Je nach Größe des Ressorts arbeiten die Betreuer im Team. Die Leitung hat zumeist ein Chefanimateur inne, er ist eine Art Bindeglied zwischen Hotelmanager und Animateurteam. Meist beginnt der Arbeitstag mit dem Frühstück am Morgen und endet erst nach Mitternacht mit dem Gästekontakt im Restaurant oder an der Bar. Und dazwischen stehen – je nach Zielgruppe – die verschiedensten Veranstaltungen auf dem Programm.

Nach 13 Stunden todmüde ins Bett

Der Job fordert den Animateuren einiges ab. "Oft fällt man todmüde ins Bett", sagt Haas.

Menschenkenntnis, Teamfähigkeit, Kontaktfreude, Geduld und Stressresistenz sind für die Arbeit Grundvoraussetzung. Auch müssen Animateure gut organisieren können – und vor allem auch in hektischen Situationen immer freundlich sein. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind außerdem pädagogische Kenntnisse wichtig. Einige Clubs setzen diese auch voraus. "Wir betreuen im Auftrag der Eltern deren Kinder. Da muss man Verantwortung übernehmen können und Ruhe und Souveränität ausstrahlen", sagt Hass.

Über den Beruf gibt es viele Klischees. Aber die wenigsten Vertreter des Berufsstandes seien dauergutgelaunte, durchtrainierte Sonnyboys. Es gebe auch viele ruhige zurückhaltende Kollegen, sagt Haas. Besonders in Clubs, die sich auf Ältere spezialisiert haben, werden solche Gästebetreuer gesucht. Hauptsache, die Leute sind ausgeglichen und können gut mit Menschen umgehen.

Die Ausbildung erfolgt durch spezielle Schulungen. Angeboten werden sie von den Hotelketten, Urlaubsressorts oder Reiseveranstaltern. Die angehenden Animateure lernen hier nicht nur das Handwerkszeug – Eventplanung, Moderation, Entertainment –  sondern auch, was sie am Einsatzort zu beachten haben. Wie ist die Hotelanlage, was zählt zu den Aufgaben? Und auch ganz Praktisches wird vermittelt: Wie reagiert man als Betreuer angemessen auf Kritik? Was ist in einer Krisensituation zu tun?