PlakatmalerNostalgie-Job für Maler

Nur noch wenige Kinos leisten sich handgemalte Filmplakate. Sie werden von Plakatmalern angefertigt. Zehn von ihnen gibt es in Deutschland, zeigt der Beruf der Woche. von 

Egal ob Hollywoodstar oder Newcomer: Katrin Wulfers bringt jeden Schauspieler groß heraus – zumindest auf dem Plakat. Die gelernte Grafikerin arbeitet  als Plakatmalerin. "Es gibt nicht mehr viele, bundesweit vielleicht 10 Künstler, die Werbung auf diese Art kreieren", sagt Wulfers. Sie selbst arbeitet vor allem für ein Bremer Kino, das auf den Nostalgiefaktor setzt und sich die Handarbeit etwas kosten lässt. "In den meisten Kinos hängen heute aber die üblichen Poster der Filmverleihe", sagt Wulfers.

Diese in Massen hergestellten Poster im DINA-0-Format – das entspricht in etwa 118 mal 84 Zentimetern – dienen auch ihr als Vorlage. Manchmal bekommt sie aber auch nur ein Foto. Anhand dieser Vorlagen erstellt sie das Plakat. Wulfers malt mit Acryl auf Leinwand – und zwar im XXL-Format. In der Regel sind die Plakate 1,5 Meter mal 2 Meter groß. 

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Zuerst fotografiert sie ihre Vorlage ab und erstellt davon eine Mustervorlage. Die legt sie unter ein sogenanntes Episkop. Das Gerät projiziert das Bild in groß auf die Leinwand. Dann kann es ans Malen gehen. Vorher hat die Künstlerin die Leinwand mit weißer Farbe grundiert.

Eine Herausforderung ist es, das Motiv eines hochformatigen Kinoposters auf eine querformatige Leinwand zu bringen. Dazu müssen oft Elemente aus dem Originalposter an anderer Stelle des querformatigen Filmplakats positioniert oder ganz weggelassen werden. Wohin kommt das Hauptmotiv? Wo muss die Schrift platziert werden?

Acht Stunden für ein Plakat

Eine weitere Schwierigkeit bereitet die Größe der Leinwand. "Eine Größe von 1,5 mal 2 Metern klingt zunächst nicht viel. Man muss an dieses Format aber völlig anders herangehen, als wenn man eine Leinwand im Format 60 mal 90 Zentimeter vor sich hat", sagt die Malerin.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Das Problem: Bei großformatigen Leinwänden muss die Künstlerin besonders auf die Fernwirkung achten. Immer wieder unterbricht sie ihre Arbeit, geht sie mehrere Schritte zurück, prüft, wie das Motiv aus der Ferne wirkt.

Das sei der Reiz an der Handarbeit, sagt die Malerin. Das Plakat soll den Passanten schließlich im Vorbeigehen auffallen. Sie arbeitet mit viel Kontrast, Licht und Schatten. "Ich gehe an bestimmten Stellen nicht so ins Detail und an anderen – etwa bei Augen und Gesichtern – dagegen sehr wohl." Gute vier bis acht Stunden braucht sie, bis ein Plakat fertig ist.

Leserkommentare
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    mit Interesse und Freude darüber, daß Sie sich dem Thema überhaupt widmen, haben wir den Artikel "Plakatmaler" gelesen.
    Leider hat sich in den Artikel ein ziemliches Mißverständnis eingeschlichen:
    Was am Beispiel von Frau Wulfers vorgestellt wird ist nicht das klassische Filmplakat, sondern die Bemalung von Kino-Aussenfronten NACH VORLAGE des bereits vorhandenen Plakates, früher gemalt und als Plakat reproduziert - heute per Fotoshop gestaltet und reproduziert.
    Ihre Leser sind also in der Sache nicht richtig informiert wenn sie diesen Beitrag lesen.
    Richtig ist aber, daß man im digitalen Zeitalter von dieser Arbeit nicht mehr leben könnte. Dafür gibt es Grafiker, die die Plakatgestaltung mit mehr oder weniger Liebe und Erfolg
    durchführen. Die Resultate sind Klons - die Einzigartigkeit eines gemalten Filmplakates gibt es nicht mehr. Das Interesse der Sammler resultiert exakt aus dieser Tatsache.
    Mit freundlichen Grüßen
    Renato Casaro
    (Dinosaurier der Filmplakatmalerei und leider der letzte seines Metiers)

    Eine Leserempfehlung
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    Ich möchte der Grafikerin nicht zu nahe treten. Doch aufgrund der mieserablen Qualität des Gesehenen wurde ich etwas stutzig. Als ich dann noch las, dass sie die Originalplakate mit einem Projektor auf die Leinwand projiziert und die Schwierigkeit darin bestehen soll Hochformatiges in ein Querformat zu bringen war es ganz aus – eine Filmplakatmalerin ist sie leider nicht.

  2. Ich möchte der Grafikerin nicht zu nahe treten. Doch aufgrund der mieserablen Qualität des Gesehenen wurde ich etwas stutzig. Als ich dann noch las, dass sie die Originalplakate mit einem Projektor auf die Leinwand projiziert und die Schwierigkeit darin bestehen soll Hochformatiges in ein Querformat zu bringen war es ganz aus – eine Filmplakatmalerin ist sie leider nicht.

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