Arbeitsrecht: Chef, ich möchte EM gucken
Heute beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Wir zeigen, was Arbeitgeber beachten sollten, wenn die Mitarbeiter die EM bei der Arbeit mitverfolgen möchten.
Sollten Arbeitgeber das EM-Gucken erlauben?
Da die allermeisten Spiele am Abend ausgetragen werden, trifft die Frage bei dieser EM vor allem Betriebe, in denen spät und nachts gearbeitet wird. Generell gilt: Einfach so gucken dürfen die Mitarbeiter nicht, erklärt ZEIT-ONLINE-Arbeitsrechtskolumnist Ulf Weigelt. Wenn sie es ohne Erlaubnis durch den Arbeitgeber tun, kann der Chef intervenieren und sie sogar abmahnen. Das gilt auch, wenn die Mitarbeiter während der Arbeitszeit ein Spiel im Livestream am Firmenrechner verfolgen. Unklar ist, ob der Arbeitgeber intervenieren kann, wenn Mitarbeiter kurz den Spielstand per Live-Ticker am privaten Smartphone checken. Rechtsanwalt Weigelt rät den Chefs zu Kompromissbereitschaft. Damit es zu keinen Missverständnissen kommt, sollten sie die wichtigsten Fragen im Vorfeld regeln.
- Die Fußball-EM 2012
Die Fußball-Europameisterschaft wird vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 in Polen und der Ukraine ausgespielt. 16 Mannschaften spielen um den Titel. EM-Austragungsorte sind Warschau, Danzig, Posen, Breslau, Lemberg, Donezk, Charkiw und Kiew. In der Vorrunde, die bis zum 19. Juni dauert, werden pro Tag zwei EM-Spiele ausgetragen. Anstoß ist jeweils um 18 Uhr sowie um 20.45 Uhr. Nach einem Ruhetag geht es für die Teams dann über die Viertel- und Halbfinals ins Finale. Das Endspiel findet in Kiew statt.
- Die Fußball-EM auf ZEIT ONLINE
-
Während des Turniers wird jede EM-Mannschaft von einem ZEIT-ONLINE-EM-Paten begleitet. 16 Autoren schreiben nach den Partien ihren persönlichen Spielbericht.
In unserer täglichen Gesprächsserie "EM-Schnack" reden unterschiedliche Persönlichkeiten, wie etwa der ukrainische Stabhochspringer Sergej Bubka oder der polnisch-deutsche Boxer Darius Michalczewski, abwechselnd über ihre EM-Erlebnisse.
Während der 31 Spiele verpassen Sie in unserem Live-Ticker keine Chance, kein Tor und keine Rote Karte. Über das Eröffnungsspiel, die Partien der deutschen Mannschaft, die beiden Halbfinals und das Finale berichten wir zudem live und undistanziert in unserem Sport-Blog. Auch sonst lohnt ein Blick ins Blog: Dort finden Sie Eindrücke und Momentaufnahmen, etwa aus dem Speisesaal der Nationalelf oder der U-Bahn in Kiew.
Oliver Fritsch berichtet während der EM aus dem Teamquartier der Nationalmannschaft in Danzig. Steffen Dobbert schreibt und filmt aus Kiew. Die Erlebnisse der Reporter könne Sie auch über den Twitteraccount von @zeitonlinesport verfolgen.
Mehr Informationen über die Spielorte der EM finden Sie hier.
Und: Für unsere EM-Tweet-Seite suchen wir zu jedem Spiel die beste Spielzusammenfassung in 140 Zeichen. Machen Sie mit, schicken Sie uns Ihren #emtweet!
Generell sollten Arbeitgeber die positiven Seiten der EM-Zeit nicht unterschätzen. Vor zwei Jahren verhandelte das Arbeitsgericht Frankfurt über die Kündigung eines Verkäufers, der während der WM 2010 im Verkaufsraum einen Fernseher aufgebaut und ein Spiel der Vorrunde mitverfolgt hatte. In ihrem Urteil befanden die Richter, der Arbeitnehmer habe sich "sozialadäquat" verhalten, weil Fußball während einer Europa- oder Weltmeisterschaft einen großen Stellenwert in der Gesellschaft habe.
"Denken Sie als Arbeitgeber auch daran, dass das Arbeitsleben nach der EM weitergeht", sagt der Jurist Weigelt. Wer seinen Mitarbeitern das Gucken erlaubt, kann davon ausgehen, dass das Team dieses Entgegenkommen wertschätzt. Es kann eine Investition in Motivation, Zusammenhalt und Betriebsklima sein. Nicht zu unterschätzen ist auch der teamfördernde Aspekt, wenn die Kollegen gemeinsam Fußball schauen dürfen.
Ich möchte meinem Team ermöglichen, die EM zu verfolgen. Was muss ich arbeitsrechtlich beachten?

"Sind Sie bereit, für die Spiele einen Fernseher zur Verfügung zu stellen, sollten Sie vorab Ihre Bedingungen klar formulieren – am besten schriftlich. So kommt es anschließend nicht zu Missverständnissen", rät Rechtsanwalt Weigelt. Das Gleiche gilt, wenn das Team online am Rechner gucken will. Falls die Angestellten weder am Rechner noch am Fernseher schauen können, sollten Arbeitgeber das Radiohören erlauben – sofern davon weder der Betriebsablauf, Kunden noch andere Kollegen beeinträchtigt werden. Wenn die Mitarbeiter eigene Geräte mitbringen, empfiehlt es sich, die Haftungsfragen für einen (unwahrscheinlichen) Brandfall zu klären.
Außerdem müssen die Mitarbeiter die Arbeitszeit natürlich entweder vor- oder nacharbeiten. Werden die Spiele im Radio oder am Rechner allerdings nur nebenbei mitverfolgt und kommt es zu keiner Beeinträchtigung im Betriebsablauf, sollten Arbeitgeber großzügig sein und auf ein Nacharbeiten verzichten.





aus dem alt bekannten Spruch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Ausserdem gibt es Aufzeichnungsgeräte.
Arbeit ist Arbeit und Freizeit ist Freizeit.
Der Ort an dem ich das Geld verdiene, um meiner Freizeitbeschäftigung nachzugehen, ist nicht derselbe an der ich derselben frönen kann.
Ich stimme zu.
Ausserdem frage ich mich gerade, in was für einer perversen Gesellschaft wir eigentlich langsam leben, dass man sich über solche Fragen ÜBERHAUPT kümmert. Und das sowas anscheinandend unter stinknormal parkettfähig gehandelt wird.
Wem die EM so wichtig ist, der kann sich jederzeit Urlaub dafür nehmen.
Irgendwie finde ich die Kommentare etwas irritierend.
Klar, niemand sollte 2h EM Gucken als Arbeitszeit abrechnen, während andere Mitarbeiter weiterarbeiten.
Aber wenn es sich mit den Aufgaben vereinbaren lässt, die Aufgaben erledigt werden und nen ganzen oder halben Tag frei zu nehmen nicht möglich oder übertrieben ist, warum sollte das nicht möglich sein?
In einem von gegenseitiger Fairness geprägten Arbeitsumfeld ist so etwas kein Problem.
Etwas fragwürdig finde ich, wenn man EM-Gucken gegenüber anderen Interessen privilegiert. Nur weil das populär ist, heißt das nicht, dass diejenigen, die es nicht interessiert, nicht bei anderen Interessen ähnlich behandelt werden sollten. Alles andere schafft berechtigterweise Neid.
Lächerlich hingegen ist die Brandschutzgeschichte.
Haftungsfragen für ein Radio?
Wie ist das eigentlich mit Mobiltelefonen, die viele sicher zum Arbeitsplatz mitbringen? Oder elektischen Armbanduhren?
Ist das bereits Höchstrichterlich geklärt?
Meinem Vorredner dth möchte ich in dem Punkt zustimmen, dass die Privilegierung des EM-Guckens gegenüber anderen Interessen natürlich recht leicht kritisierbar ist.
Aber Formulierungen wie "Der Ort an dem ich das Geld verdiene, um meiner Freizeitbeschäftigung nachzugehen, ist nicht derselbe an der ich derselben frönen kann." sind erstens sehr typisch deutsch und zweitens traurig!
Das ist doch diese typische Mentalität, dass man sich den ganzen Tag nur auf den Feierabend freut, um dann endlich das "eigentliche Leben" leben zu können. Warum denn? Arbeit macht nunmal einen enorm hohen Anteil unserer Zeit aus, warum muss man eine so negative Einstellung dazu haben?
Anderswo (USA, Japan) ist es sehr üblich, viel mehr Zeit mit seinen Arbeitskollegen zu verbringen.
Was ich damit sagen will ist:
Natürlich hat man kein Recht auf Freizeit (wie z.B. EM-Gucken) während der Arbeitzeiten, insofern diese mit der Stechuhr abgerechnet werden.
Aber nicht alle Jobs funktionieren so, und ein solches Leben wünsche ich mir nicht!
"Lebst du um zu arbeiten, oder arbeitest du um zu leben?" Dieser Spruch ist doch nur scheinbar eine rein rethorische Frage! Denn tatsächlich nur zu arbeiten, um zu leben? Das wäre doch traurig!
Meinem Vorredner dth möchte ich in dem Punkt zustimmen, dass die Privilegierung des EM-Guckens gegenüber anderen Interessen natürlich recht leicht kritisierbar ist.
Aber Formulierungen wie "Der Ort an dem ich das Geld verdiene, um meiner Freizeitbeschäftigung nachzugehen, ist nicht derselbe an der ich derselben frönen kann." sind erstens sehr typisch deutsch und zweitens traurig!
Das ist doch diese typische Mentalität, dass man sich den ganzen Tag nur auf den Feierabend freut, um dann endlich das "eigentliche Leben" leben zu können. Warum denn? Arbeit macht nunmal einen enorm hohen Anteil unserer Zeit aus, warum muss man eine so negative Einstellung dazu haben?
Anderswo (USA, Japan) ist es sehr üblich, viel mehr Zeit mit seinen Arbeitskollegen zu verbringen.
Was ich damit sagen will ist:
Natürlich hat man kein Recht auf Freizeit (wie z.B. EM-Gucken) während der Arbeitzeiten, insofern diese mit der Stechuhr abgerechnet werden.
Aber nicht alle Jobs funktionieren so, und ein solches Leben wünsche ich mir nicht!
"Lebst du um zu arbeiten, oder arbeitest du um zu leben?" Dieser Spruch ist doch nur scheinbar eine rein rethorische Frage! Denn tatsächlich nur zu arbeiten, um zu leben? Das wäre doch traurig!
Meinem Vorredner dth möchte ich in dem Punkt zustimmen, dass die Privilegierung des EM-Guckens gegenüber anderen Interessen natürlich recht leicht kritisierbar ist.
Aber Formulierungen wie "Der Ort an dem ich das Geld verdiene, um meiner Freizeitbeschäftigung nachzugehen, ist nicht derselbe an der ich derselben frönen kann." sind erstens sehr typisch deutsch und zweitens traurig!
Das ist doch diese typische Mentalität, dass man sich den ganzen Tag nur auf den Feierabend freut, um dann endlich das "eigentliche Leben" leben zu können. Warum denn? Arbeit macht nunmal einen enorm hohen Anteil unserer Zeit aus, warum muss man eine so negative Einstellung dazu haben?
Anderswo (USA, Japan) ist es sehr üblich, viel mehr Zeit mit seinen Arbeitskollegen zu verbringen.
Was ich damit sagen will ist:
Natürlich hat man kein Recht auf Freizeit (wie z.B. EM-Gucken) während der Arbeitzeiten, insofern diese mit der Stechuhr abgerechnet werden.
Aber nicht alle Jobs funktionieren so, und ein solches Leben wünsche ich mir nicht!
"Lebst du um zu arbeiten, oder arbeitest du um zu leben?" Dieser Spruch ist doch nur scheinbar eine rein rethorische Frage! Denn tatsächlich nur zu arbeiten, um zu leben? Das wäre doch traurig!
...es sollte doch auch nicht vergessen werden, daß der Arbeitgeber einen nicht geringen Teil des Umsatzes für Lohn, Lohnnebenkosten, Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaft,etc. aufwenden muß.
Wer hier ein Entgegenkommen des AG erwartet sollte dann aber auch zu Nach- bzw. Vorarbeit bereit sein.
... mit meine Kollegen freizeitlich organisierte Stunden. Darum geht es doch gar nicht.
Aber es gilt: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps." Nichts Anderes gilt.
Was ist daran trauig, wenn ich mich auf meinen Feierabend freue. Ich muss um meine Interessen verwirklichen zu können arbeiten gehen. Wenn ich dieses getan habe kann ich, im Rahmen der Gesetze, machen was ich will. Wenn es jemanden traurig stimmt, nach Beendigung seiner normalen Arbeitszeit seiner arbeit nicht mehr hachgehen zu können, ist es doch nicht mein Problem. Wer Arbeit auch als Hobby betrachtet, kann es doch tun. wer hält ihn davon ab?
...es sollte doch auch nicht vergessen werden, daß der Arbeitgeber einen nicht geringen Teil des Umsatzes für Lohn, Lohnnebenkosten, Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaft,etc. aufwenden muß.
Wer hier ein Entgegenkommen des AG erwartet sollte dann aber auch zu Nach- bzw. Vorarbeit bereit sein.
... mit meine Kollegen freizeitlich organisierte Stunden. Darum geht es doch gar nicht.
Aber es gilt: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps." Nichts Anderes gilt.
Was ist daran trauig, wenn ich mich auf meinen Feierabend freue. Ich muss um meine Interessen verwirklichen zu können arbeiten gehen. Wenn ich dieses getan habe kann ich, im Rahmen der Gesetze, machen was ich will. Wenn es jemanden traurig stimmt, nach Beendigung seiner normalen Arbeitszeit seiner arbeit nicht mehr hachgehen zu können, ist es doch nicht mein Problem. Wer Arbeit auch als Hobby betrachtet, kann es doch tun. wer hält ihn davon ab?
...es sollte doch auch nicht vergessen werden, daß der Arbeitgeber einen nicht geringen Teil des Umsatzes für Lohn, Lohnnebenkosten, Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaft,etc. aufwenden muß.
Wer hier ein Entgegenkommen des AG erwartet sollte dann aber auch zu Nach- bzw. Vorarbeit bereit sein.
... mit meine Kollegen freizeitlich organisierte Stunden. Darum geht es doch gar nicht.
Aber es gilt: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps." Nichts Anderes gilt.
Was ist daran trauig, wenn ich mich auf meinen Feierabend freue. Ich muss um meine Interessen verwirklichen zu können arbeiten gehen. Wenn ich dieses getan habe kann ich, im Rahmen der Gesetze, machen was ich will. Wenn es jemanden traurig stimmt, nach Beendigung seiner normalen Arbeitszeit seiner arbeit nicht mehr hachgehen zu können, ist es doch nicht mein Problem. Wer Arbeit auch als Hobby betrachtet, kann es doch tun. wer hält ihn davon ab?
Ich meinte nur, dass es ja viele Leute gibt, die wirklich sehr eindeutig ihr Leben aufteilen in Privates und "Arbeit", wobei Arbeit nur dem Finanzieren des sonstigen Lebens dient. Siehe beim ersten Kommentar von Schreibschwatzer.
Der betont ja, dass der Arbeits-ORT nicht der Ort sein soll, wo ich auch Spaß habe gewissermaßen. Und tatsächlich gibt es, ja kenne ich ja auch viele Leute, die quasi organisierte Festlichkeiten bei der Arbeit als etwas "dientliches" empfinden und nicht wirklich genießen, feiern wollen.
Natürlich muss die anfallende Arbeit erledigt, und die Arbeitszeit ggf nachgearbeitet werden, das ist ja klar.
Das ist in meinem Umfeld - ich arbeite wissenschaftlich an der Uni - eh selbstverständlich. Umso netter ist es dann, zwischendurch auch mal mit den Kollegen auch mal im Seminarraum oder so gemeinsam Fußball sehen zu können - z.B. haben wir hier viele polnische Kollegen, also werden auch die Spiele der polnischen Nationalmannschaft so interessant für uns alle.
Und dafür arbeitet man halt ein anderes Mal bis spät abends...
Aber naja, wir haben alle wichtigere Sorgen als Fußball, hoffe ich mal :)
Schönen Tag noch!
Ich meinte nur, dass es ja viele Leute gibt, die wirklich sehr eindeutig ihr Leben aufteilen in Privates und "Arbeit", wobei Arbeit nur dem Finanzieren des sonstigen Lebens dient. Siehe beim ersten Kommentar von Schreibschwatzer.
Der betont ja, dass der Arbeits-ORT nicht der Ort sein soll, wo ich auch Spaß habe gewissermaßen. Und tatsächlich gibt es, ja kenne ich ja auch viele Leute, die quasi organisierte Festlichkeiten bei der Arbeit als etwas "dientliches" empfinden und nicht wirklich genießen, feiern wollen.
Natürlich muss die anfallende Arbeit erledigt, und die Arbeitszeit ggf nachgearbeitet werden, das ist ja klar.
Das ist in meinem Umfeld - ich arbeite wissenschaftlich an der Uni - eh selbstverständlich. Umso netter ist es dann, zwischendurch auch mal mit den Kollegen auch mal im Seminarraum oder so gemeinsam Fußball sehen zu können - z.B. haben wir hier viele polnische Kollegen, also werden auch die Spiele der polnischen Nationalmannschaft so interessant für uns alle.
Und dafür arbeitet man halt ein anderes Mal bis spät abends...
Aber naja, wir haben alle wichtigere Sorgen als Fußball, hoffe ich mal :)
Schönen Tag noch!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren