Alkoholismus: Betrunkene Mitarbeiter kosten Milliarden
Rauchen ist in vielen Unternehmen verboten. Alkohol gehört weiter dazu. Dabei schätzen Experten den wirtschaftlichen Schaden durch Alkohol am Arbeitsplatz auf Milliarden.
Trinken ist gefährlich. Zehn bis 30 Prozent aller Arbeitsunfälle passieren unter Alkoholeinfluss. Das ist eine Schätzung. Genauer geht es nicht, weil vieles im Zusammenhang mit dem Trinken nicht wirklich sauber belegt werden kann. Sicher ist: Die Deutschen trinken ziemlich viel und verursachen dadurch einen volkswirtschaftlichen Schaden von 26 Milliarden Euro. Schätzungsweise. Jährlich sterben Zehntausende allein an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Von Mitte der 90er Jahre bis 2008 ging der Verbrauch zurück, seitdem stagniert die Trinkfreude "auf hohem Niveau", wie es bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren heißt. Hohes Niveau, das sind rund zehn Liter reiner Alkohol.
Ein Glas Bier (0,3 Liter) hat 13 Gramm, ein Glas Wein (0,2 Liter) 16 Gramm. Noch mehr getrunken als in Deutschland wird in Ost- und Nordeuropa. So eine Art Nord-Süd-Gefälle gibt es auch hierzulande. Die Norddeutschen trinken mehr als die Süddeutschen, hat die Barmer GEK herausgefunden. Im August legt die Krankenkasse einen neuen Gesundheitsreport vor mit dem Schwerpunktthema "Alkoholkonsum von Erwerbstätigen". Darin werden neben Arbeitsunfähigkeitsdaten auch ambulante und stationäre Diagnosedaten ausgewertet. Auffälliges Ergebnis: Ältere Arbeitnehmer, etwa jenseits des 45. Lebensjahres, trinken mehr als jüngere. Und in den Städten wird mehr geschluckt als auf dem Land. Ob es so viel wird, dass eine Abhängigkeit droht, ist eine nur individuell zu beantwortende Frage.
In dem Fall tut es dann auch der Firma weh: Alkoholkranke haben bis zu 16 Mal so hohe Fehlzeiten wie gesunde Arbeitnehmer und ihre Arbeitsleistung liegt um gut ein Fünftel niedriger. Als riskant gilt ein Trinkverhalten, bei dem am Tag mehr als zwölf Gramm reiner Alkohol (Frauen) oder 24 Gramm (Männer) überschritten wird. Ein Mann, der jeden Tag einen halben Liter Bier trinkt, sollte also aufpassen. Zu diesen "riskanten Konsumenten" zählen die Suchtstatistiker hierzulande übrigens 8,5 Millionen Personen, davon 4,8 Millionen Männer.
Am Arbeitsplatz zeigt sich das Thema "riskanter Alkoholkonsum" in Form von Restalkohol: "Sowohl der Weg zum Arbeitsplatz als auch der Heimweg zählen versicherungsrechtlich zum Arbeitsverhältnis", heißt es bei der Hauptstelle für Suchtfragen. Und der Versicherungsschutz kann entfallen, wenn der Arbeitnehmer alkoholisiert fährt. Von den Gefahren im Straßenverkehr abgesehen, gibt es "mögliche Auffälligkeiten im Arbeitsverhalten": Unentschuldigtes Fehlen, das nachträglich mit einem Urlaubstag abgegolten werden soll; uninteressiert an Arbeitsabläufen, fahrig, unkonzentriert, Entfernen vom Arbeitsplatz während der Arbeit.
Akademiker trinken weniger
Die Barmer GEK hat den "Anteil der Erwerbspersonen mit Hinweis auf Alkoholprobleme nach Berufsfeldern" ermittelt. Mit gut drei Prozent liegen die Arbeitslosen vorn, gefolgt von Hilfsarbeitern mit 2,26 Prozent. Überdurchschnittlich viel getrunken wird unter Friseuren, Gästebetreuern und Reinigungskräften, auch in Ernährungs- und Agrarberufen. Vergleichsweise geringe Anteile von Trinkern finden sich dagegen bei technisch- naturwissenschaftlichen Berufen sowie in Verwaltungsjob und sozialwissenschaftlichen Tätigkeiten. Kurzum: Akademiker trinken weniger. Oder, mit den Worten des Barmer-Sprechers: "Das Risiko ist bei Menschen mit einem niedrigen Bildungsabschluss höher."
Diese Einschätzung bestätigt auch der Umstand, dass die "Erbringer sonstiger Wirtschaftsdienstleistungen" relativ viel trinken: Hinter dem komplizierten Begriff der Statistiker verbergen sich vor allem Leiharbeitnehmer. Ansonsten hat sich quer über alle Branchen in den vergangenen Jahren nicht sehr viel getan: Im Gastgewerbe leeren die Beschäftigten fast schon traditionell die meisten Gläser.
Alkohol kann krank machen, Menschen zerstören und wirtschaftliche Schäden anrichten. Aber mit mehr als 750.000 Arbeitsplätzen gehört die Alkoholindustrie in Europa zu den beschäftigungsintensivsten Branchen. Und auch der Finanzminister hat etwas von der Trinkerei: Die Alkoholsteuer bringt im Jahr gut drei Milliarden Euro. Das wird den schätzungsweise 1,3 Millionen Alkoholkranken allerdings ziemlich egal sein.








Solche Experten kenne ich. Da geh ich mal 'nen Bier holen.
Ich trinke jeden Tag etwa 2 - 3 Flaschen Bier. Bei einem Körpergewicht von etwas mehr von 90kg bei entsprechender Körpergröße und ausgeglichenen Wasserhaushalt des Körper vorausgesetzt ergibt unter 0,3 Promille.
Ich darf also alle drei Stunden eine komplette Flasche Bier trinken und bin dann immer noch so fahrtüchtig, dass ich noch nicht einmal eine Teilschuld bei einem Verkehrsunfall bekomme, bei dem mich ein anderer rammt. Was hat sich der Gesetzgeber dabei nur gedacht?
Nur dürfte ich zwischendurch kein trockenes Brot essen. Eines der Produkte, die bei der Verdauung entstehen ist (Richtig!) Alkohol...
...und wie war das mit Bayern? Bier ist ein Lebensmittel...
wird abhängig / Alkoholiker. Wenn das seit vielen Jahren unverändert Ihr Konsumlevel ist, ist das sicher nicht gesund (1,5 l Bier haben gut 700 kcal, Leber, Herzkreislauf, Krebs usw.), aber vermutlich sind Sie nicht abhängig.
wird abhängig / Alkoholiker. Wenn das seit vielen Jahren unverändert Ihr Konsumlevel ist, ist das sicher nicht gesund (1,5 l Bier haben gut 700 kcal, Leber, Herzkreislauf, Krebs usw.), aber vermutlich sind Sie nicht abhängig.
...ob die Leute zu viel saufen. Ein Problem wird das erst, wenn sie deswegen nicht mehr richtig arbeiten können. Also DER WIRTSCHAFT schaden. Denn wenn man DER WIRTSCHAFT schadet, dann geht was verloren? Genau, das VERTRAUEN DER FINANZMÄRKTE.
Zurück zum Thema: Wo genau ist jetzt das Problem? Die Zahlen sind seit Mitte der Neunziger rückläufig und stagnieren jetzt. Gleichzeitig saufen die Alten mehr als die Jungen, heißt, durch das erwartbare künftige Ableben der Älteren werden die Zahlen weiter sinken...wenn die Jungen dann als Alte nicht auf einmal mehr schlucken.
Frage an den Verfasser: Wieviel Prozent der Arbeitsunfälle geschahen denn früher (also vor Mitte der Neunziger) unter Alkoholeinfluß?
Mir scheint der ganze Beitrag als ein weiterer Vorbote der "neuen, gesunden, Zeit" zu sein, mit dem Ziel jetzt, wo man die Raucher als asoziales und rücksichtloses Pack ins gesellschaftliche Abseits gedrängt hat, das gleiche mit den Leuten zu machen, die Alkohol trinken. Denn wenn man trotz rückläufiger bzw. stagnierender Zahlen so ein Bohei macht, dann fragt sich der geneigte Leser doch, warum?
Ich warte schon auf die Artikel "Problem Adipositas - Wie Dicke das Bruttosozialprodukt senken". Kann nicht mehr lange dauern.
für mich nimmt dieses ganze moralisierende Gebrabbel inzwischen faschistoide Züge an.
Bei den Rauchern hat es ja nicht gereicht, die übrige Gesellschaft vor den gesundheitlichen Folgen des Tabakrauchs zu schützen. Man musste sie stigmatisieren; sie mussten sich schämen für ihr rauchen.
Das gleiche läuft mit den Fetten. Man wird sich nicht überdrüssig sie zu stigmatisieren. Im Ausland war ich ja gleich irritiert wie jemand von sich selbst sagt "I'm fat" oder in der Gruppe jemand als "Fatty" bezeichnet wird. Und das ohne diesen moralisierenden Unterton. Wenn man jemanden hier als fett bezeichnet hat das ja schon beleidigenden Charakter.
Und genauso läuft es mit den Leuten die Alkohol trinken. Man hat ja für sie schon einen eigenes Wort geschaffen "Alkoholiker" um sie besser stigmatisieren zu können(vgl. dazu den weniger bekannten "Nikotiner", "Valiumiker", etc.).
Man zaubert einfach mal eine einseitige Betrachtung der gesellschaftlichen Folgen aus dem Hut und verbreitet diese mehrmals wieder aufgekocht auf verschiedenen Medien und voila man hat es geschafft. Wer Alkohol trinkt wird als asozial gesehen und als Schädling für die deutsche Wirtschaft(bzw. die "shareholder").
Ich finde es auch bedenklich, daß man sich dem Thema nur nähert, weil "wirtschaftliche Schäden" entstehen.
Andererseits muß man froh sein, daß Alkoholmißbrauch überhaupt mal in irgendeiner Art und Weise thematisiert wird. Immerhin handelt es hierbei um eine nicht zu unterschätzende Droge. Die einzige die in aller Öffentlichkeit konsumiert und sogar beworben werden darf.
Ich will damit den Alkoholgenuß nicht generell stigmatisieren, letztlich kommt es ja immer auf die Menge an.
für mich nimmt dieses ganze moralisierende Gebrabbel inzwischen faschistoide Züge an.
Bei den Rauchern hat es ja nicht gereicht, die übrige Gesellschaft vor den gesundheitlichen Folgen des Tabakrauchs zu schützen. Man musste sie stigmatisieren; sie mussten sich schämen für ihr rauchen.
Das gleiche läuft mit den Fetten. Man wird sich nicht überdrüssig sie zu stigmatisieren. Im Ausland war ich ja gleich irritiert wie jemand von sich selbst sagt "I'm fat" oder in der Gruppe jemand als "Fatty" bezeichnet wird. Und das ohne diesen moralisierenden Unterton. Wenn man jemanden hier als fett bezeichnet hat das ja schon beleidigenden Charakter.
Und genauso läuft es mit den Leuten die Alkohol trinken. Man hat ja für sie schon einen eigenes Wort geschaffen "Alkoholiker" um sie besser stigmatisieren zu können(vgl. dazu den weniger bekannten "Nikotiner", "Valiumiker", etc.).
Man zaubert einfach mal eine einseitige Betrachtung der gesellschaftlichen Folgen aus dem Hut und verbreitet diese mehrmals wieder aufgekocht auf verschiedenen Medien und voila man hat es geschafft. Wer Alkohol trinkt wird als asozial gesehen und als Schädling für die deutsche Wirtschaft(bzw. die "shareholder").
Ich finde es auch bedenklich, daß man sich dem Thema nur nähert, weil "wirtschaftliche Schäden" entstehen.
Andererseits muß man froh sein, daß Alkoholmißbrauch überhaupt mal in irgendeiner Art und Weise thematisiert wird. Immerhin handelt es hierbei um eine nicht zu unterschätzende Droge. Die einzige die in aller Öffentlichkeit konsumiert und sogar beworben werden darf.
Ich will damit den Alkoholgenuß nicht generell stigmatisieren, letztlich kommt es ja immer auf die Menge an.
...wenn man bedenkt wieviele Menschen unmittel und mittelbar mit dem Produkt UND dem Problem(!!) Alkohol Geld verdienen und erwirtschaften, schätze ich das sich der Schaden von 26 Milliarden durchaus lohnt.
Hätten die "Erbringer sonstiger Wirtschaftsdienstleistungen" keinen ALkohol wäre hier nächste Woche tatsächlich Revolution.
Und ohne Fernsehen noch heute Abend...
Es sollte mehr sorten Schankbier, mit 3-3,5 % alkohol geben, dann wäre die welt bis zum Tod ein stück angnehmer, Wahlgeschmacksneutral. Der Beitrag liest sich, auch wenn er schon ein wenig Thematisch durchgekaut erscheint, sehr lustig, eine sehr lockere Schreibweise die antörnt.
Als Volkswirt würde mich mal interessieren wie die Rechnung völig ohne Wirt aussehen würde, ihr Schlaumeier (Studiengeile).
Da würden wohl mg Angaben nicht ausreichen...
Die Tagesspiegel hat in einem Artikel festgestellt, dass zwischen Alkoholkonsum und Fehlzeiten am Arbeitsplatz eine Korrelation in den Köpfen der Leser herstellbar ist.
Beeindruckend!
Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk
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