Transparenz: Der gläserne Chef gewinnt
Transparenz ist bei der Personalführung wichtig: Wer ehrlich ist und keine Fragen offen lässt, gewinnt das Vertrauen der Mitarbeiter, erklärt Sabine Hockling.
Führungskräfte sollten sich transparent verhalten. Denn Transparenz ist entscheidend für Vertrauen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Offenheit ist auch die Grundlage für Sympathie. Kontrollieren wir beispielsweise unsere Kommunikation stark, empfindet unser Gegenüber uns als unnatürlich und gehemmt. Die Konsequenz: Das Vertrauen in uns sinkt.
Der Psychologe Dennis Brodbeck bezeichnet diesen Mechanismus als Business-Firewall. Verschlossenheit und Zurückhaltung werden oft mit Professionalität verwechselt, und so leben besonders unsichere Führungskräfte im Berufsleben keine offene Kommunikationskultur vor. Solche Manager lassen sich niemandem in die Karten schauen.
Die Folge: Mitarbeiter fühlen sich nicht nur ausgeschlossen, sie bekommen auch nicht mehr mit, was die Führungsebene meint und möchte. Die Informationen, die dann noch direkt bei den Mitarbeitern ankommen, irritieren sie eher.
Intransparenz führt zu Misstrauen
Mit intransparenten Verhalten riskieren Führungskräfte, dass die Produktivität ihrer Mitarbeiter sinkt. Und nicht nur das, mit so einem Verhalten tragen sie maßgeblich dazu bei, dass ihre Mitarbeiter weniger zufrieden sind und sich nicht wohl fühlen.

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Gemeinsam mit Ulf Weigelt schrieb sie das Buch Ratgeber Arbeitsrecht. Auf ZEIT ONLINE gibt sie Führungskräften in der Serie Chefsache Tipps zur Mitarbeiterführung.
Dabei ist kontrollierte Kommunikation ohnehin kaum möglich: Zwar können wir entscheiden, was wir inhaltlich sagen. Aber wir können unsere unbewusste Kommunikation nicht steuern. Denn die Körpersprache, die zufällige Wortwahl und Tonalität – alles das lässt sich nicht perfekt beherrschen. Wer so auftritt, wirkt wie zwanghaft verstellt. Das hat Folgen.
Die fehlende Ehrlichkeit führt dazu, dass sich die Mitarbeiter ebenfalls verschließen. Meist geschieht das aus Selbstschutz. Denn die natürliche Reaktion auf intransparente, unnatürlich wirkende Führungskräfte ist Misstrauen.
Ist diese verfahrene Situation eingetreten, plädieren Brodbeck und der Kommunikationstrainer Lorenz Haschtmann dafür, die Transparenz auf der persönlichen Ebene wieder herzustellen.





Alles in Allem ist die Serie spannend zu lesen - jedoch beschleicht mich - in Führungsverantwortung für knapp 120 Mitarbeiter - immer mehr das Gefühl es wird nur noch definiert was der Chef können muss. Es wird Kern- und Sachkompetenz genauso erwartet wie psychologische Kompetenz. Im Prinzip richtig - ABER - der nachgeordnete Mitarbeiter wird zunehmend entbunden von seiner Verantwortung für die Sache und auch das Team.
Hier findet immer mehr ein einfacher Rückzug auf Argumentationen frei nach dem Motto: "Hat man mir nicht gezeigt; Habe ich noch keinen Kurs für; War nicht Teil meiner Ausbildung; Hat mir der Chef nicht gesagt" statt. Durch die offene Diskussion und Definition von Führung in Medien - die in der Realität nicht erfüllbar ist - erlaubt man einen globalen Rückzug auf Führungskritik und Führungsschelte. Ich erlebe immer häufiger, dass selbst bei eklatanten Fehlern - in meiner Branche nennt man es Kunstfehler - die geübte Sachkritik als Mobbing abgetan wird. Anstelle nur einen psychologischen Kuschelkurs zu fahren und den Führungskräften immer mehr Blödsinn abzuverlangen würde ich die Diskussion einmal auf die Arbeitsethik aller Mitarbeiter herunterbrechen.
Frei nach dem Motto: Ich bekomme Geld für eine zu erbringende Leistung und diese Leistung muss einem bestimmten Qualitätsniveau entsprechen. Wird dieser Deal nicht erfüllt, liegt - mit wenigen Einschränkungen - das Problem primär beim Mitarbeiter und nicht beim Chef.
Ich finde Ihren Einwand sehr spannend. Manchmal hat man ja wirklich das Gefühl, dass den Führungskräften alles und den Mitarbeitern gar nichts mehr abverlangt wird. Und man fragt sich, wo die Eigenverantwortung der Mitarbeiter bleibt. Ist nur noch Dienst nach Vorschrift angesagt?
Auf der anderen Seite hat natürlich die einzelne FÜHRUNGS-Kraft sehr viel mehr Einfluss auf die grundsätzliche Marschrichtung des Unternehmens als der einzelne Mitarbeiter.
Und wenn Transparenz und Vertrauen als wichtige Werte in der Führungskultur angesehen und etabliert werden sollen, dann muss eben oben damit begonnen werden. Wenn ein vertrauensorientierter Führungsstil wirklich gelebt wird, dann leistet der Mitarbeiter im Übrigen nicht nur für Geld, sondern weil er sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Und er leistet mehr und besser. Das zumindest ist meine Erfahrung als ehemalige Führungskraft und heute Coach von Führungskräften.
Ich finde Ihren Einwand sehr spannend. Manchmal hat man ja wirklich das Gefühl, dass den Führungskräften alles und den Mitarbeitern gar nichts mehr abverlangt wird. Und man fragt sich, wo die Eigenverantwortung der Mitarbeiter bleibt. Ist nur noch Dienst nach Vorschrift angesagt?
Auf der anderen Seite hat natürlich die einzelne FÜHRUNGS-Kraft sehr viel mehr Einfluss auf die grundsätzliche Marschrichtung des Unternehmens als der einzelne Mitarbeiter.
Und wenn Transparenz und Vertrauen als wichtige Werte in der Führungskultur angesehen und etabliert werden sollen, dann muss eben oben damit begonnen werden. Wenn ein vertrauensorientierter Führungsstil wirklich gelebt wird, dann leistet der Mitarbeiter im Übrigen nicht nur für Geld, sondern weil er sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Und er leistet mehr und besser. Das zumindest ist meine Erfahrung als ehemalige Führungskraft und heute Coach von Führungskräften.
Ich finde Ihren Einwand sehr spannend. Manchmal hat man ja wirklich das Gefühl, dass den Führungskräften alles und den Mitarbeitern gar nichts mehr abverlangt wird. Und man fragt sich, wo die Eigenverantwortung der Mitarbeiter bleibt. Ist nur noch Dienst nach Vorschrift angesagt?
Auf der anderen Seite hat natürlich die einzelne FÜHRUNGS-Kraft sehr viel mehr Einfluss auf die grundsätzliche Marschrichtung des Unternehmens als der einzelne Mitarbeiter.
Und wenn Transparenz und Vertrauen als wichtige Werte in der Führungskultur angesehen und etabliert werden sollen, dann muss eben oben damit begonnen werden. Wenn ein vertrauensorientierter Führungsstil wirklich gelebt wird, dann leistet der Mitarbeiter im Übrigen nicht nur für Geld, sondern weil er sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Und er leistet mehr und besser. Das zumindest ist meine Erfahrung als ehemalige Führungskraft und heute Coach von Führungskräften.
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