Soziale NetzwerkeVorsicht Abmahnung, Achtung Kündigungsgrund!

Über Facebook, Twitter und andere Internetdienste rekrutieren Unternehmen Mitarbeiter und kommunizieren mit Kunden. Doch die Netzwerke sind voller juristischer Fallen.

Über eine besonders schöne Kundenanfrage auf seiner Facebook-Pinnwand freute sich im Oktober 2011 ein Händler für Gummienten. Eine Frau suchte nach einem bestimmten Modell und postete ein Foto des gelben Plastiktierchens mit Astronautenhelm gleich dazu. Eine Aktion, die in den sozialen Netzwerken zum Alltag gehört. Alles ganz harmlos, dachte sich auch der Betreiber der Facebook-Seite und staunte nicht schlecht, als etwa ein halbes Jahr später eine Abmahnung in seinem Briefkasten landete.

Ein Konkurrenzunternehmen hatte sie verschickt, weil es die Rechte an dem gezeigten Bild besitzt. Die beiden Unternehmen streiten sich nun seit über vier Monaten vor Gericht. Der Fall ist mittlerweile in der zweiten Instanz gelandet. Ende offen.

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Ein anderer Fall in den USA sorgte bereits für Konsequenzen: Drei Angestellte der Fast-Food-Kette Burger King verloren ihren Job wegen eines Fotos. Darauf zu sehen ist eine Person von den Knien abwärts, die mit Straßenschuhen in zwei Plastikboxen mit geschnibbeltem Salat steht. Das Foto luden sie auf der Internet-Plattform 4chan hoch, samt der Botschaft: "Diesen Salat esst ihr bei Burger King."

Doch das Trio hatte den detektivischen Spürsinn der anderen Nutzer unterschätzt. Über die Daten des hochgeladenen Fotos konnten diese den Tatort bestimmen und die Burgerkette benachrichtigen. Die wandte sich an den Franchisenehmer der Filiale im Bundesstaat Ohio, in der das Foto entstanden war – und der feuerte die Übeltäter.

Der Nachteil der Transparenz

So unterschiedlich beide Fälle sind, eines zeigen sie deutlich: Unternehmen und deren Mitarbeiter mögen soziale Internet-Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube immer stärker dazu nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen – doch viele unterschätzen, dass ihr Handeln in der virtuellen Welt juristische Folgen im realen Leben haben kann.

Natürlich: Auch früher lästerten Kollegen in der Kneipe über ihre Chefs, fotografierten sich Freunde beim Wetttrinken auf privaten Grillfesten. Doch damals blieben diese Ausrutscher außerhalb von Familie oder Freundeskreis weitgehend unbemerkt.

Heute jedoch muss man immer damit rechnen, dass Kommentare, Bilder oder Videos das private Umfeld verlassen, im Netz landen und so Kunden, Lieferanten, Kollegen oder gar der Chef davon erfahren. Schlimmstenfalls finden sich Konkurrenten oder Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Gericht wieder, wenn der eine wegen Rufschädigung klagt oder der andere gegen seine Kündigung.

Leserkommentare
    • cyzz
    • 05.10.2012 um 6:41 Uhr

    ...zum Thema "soziale" Netzwerke.

    Eine Leserempfehlung
  1. derzeit wenden sich Rechteverletzte an die Nutzer der sozialen Netzwerke.
    Liest man jedoch, dass viele Nutzer viele ihrer Rechte mit dem Nutzungsvertrag an den Betreiber des jeweiligen sozialen Netzwerkes abtreten bleibt z.B., neben anderen, die Frage welche Rolle die Betreiber sozialer Netzwerke bei solchen Rechteverletzungen eigentlich spielen.
    Da scheint sich ein anspruchsvolles Betätigungsfeld für kommende Juristengenerationen anzubahnen.

    • DrNI
    • 05.10.2012 um 8:31 Uhr

    "Sie halten das Social Web oftmals für eine Art rechtsfreien Raum, in dem nur Herr Zuckerberg zu bestimmen hat"

    Oh nee, nicht schon wieder der "rechtsfreie Raum". Der wurde nun doch schon fast totgeglaubt. Meiner Erfahrung nach halten es die Missetäter überhaupt nicht mit Rechtsfreiheit, sie sind einfach ahnungslos und unbedarft. Wenn man zum Beispiel jemandem ein Foto schickt, dann lädt der das natürlich bei Facebook hoch. Dass das eine Veröffentlichung ist und dass der Fotograf Rechte hat - daran wird schlicht nicht gedacht. Wozu auch, der hat doch nur auf den Auslöser gedrückt, das kann ja jeder.

    Solange die Leute kein Bewusst sein für den Wert der Arbeit von Fotografen, Musikern, Filmern und Schreibern haben, wird sich nicht viel ändern. Weder bei Facebook noch beim illegalen Filesharing (es gibt auch legales FIlesharing). Beim Datenschutz ist es natürlich genauso: Unbedarfte Ahnungslosigkeit.

    Es fehlt an der Aufklärung. Darüber, was man mit Daten machen darf und vor allem warum (bzw. eben: warum nicht), und darüber, was Urheberrechte sind und auch dass das erstellen der entsprechenden Werke ein anstrengendes Geschäft ist.

    Eine Leserempfehlung
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    Das gültige Recht im Netz entspricht nicht dem Gerechtigkeitsgefühl der Menschen. Ein Symptom dafür ist im Artikel erwähnt:

    "Denn sobald publik wird, dass sich ein Konzern mit einem Nutzer über die Verbreitung eines Fotos streitet, streut die Internet-Gemeinde das rasant – und beschädigt das Image des Klägers."

    Nun kann man entweder versuchen, einen neuen Menschen zu schaffen, der nicht mehr die urmenschliche Neigung auslebt, von dem, was er (zu) ha(ben glaub)t, großzügig abzugeben, sondern zur Wahrung gewerblicher Interessen Dritter alles für sich zu behalten.

    Oder man paßt das Recht dem Menschen an -- was, zumal in einer (angeblichen) Demokratie, die naheliegendere Lösung wäre.

    Das gültige Recht im Netz entspricht nicht dem Gerechtigkeitsgefühl der Menschen. Ein Symptom dafür ist im Artikel erwähnt:

    "Denn sobald publik wird, dass sich ein Konzern mit einem Nutzer über die Verbreitung eines Fotos streitet, streut die Internet-Gemeinde das rasant – und beschädigt das Image des Klägers."

    Nun kann man entweder versuchen, einen neuen Menschen zu schaffen, der nicht mehr die urmenschliche Neigung auslebt, von dem, was er (zu) ha(ben glaub)t, großzügig abzugeben, sondern zur Wahrung gewerblicher Interessen Dritter alles für sich zu behalten.

    Oder man paßt das Recht dem Menschen an -- was, zumal in einer (angeblichen) Demokratie, die naheliegendere Lösung wäre.

  2. ...dass es in einem Rechtsstaat keine Rechtssicherheit mehr gibt!

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

    Eine Leserempfehlung
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    Gibt es doch. Wenn sie ein Werk unrechtmäßig verbreiten, an dem jemand anderes die Rechte hält bekommen sie eine Abmahnung. Oder wenn sie versuchen das Image eines Unternehmens zu beschädigen bei dem sie angestellt sind, sind sie für das Unternehmen nicht mehr tragbar.
    Ich habe zB. mit jemandem gesprochen, der bei der anderen großen Burgerkette gearbeitet hat und nörgelnden Kunden (mit allen anderen Mitarbeitern) auf die Burger gespuckt hat. Wäre davon ein Video veröffentlich worden und die Schuldigen ermittelt worden, wären die genauso entlassen worden.
    Sie sehen also, es besteht Rechtssicherheit.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/fk.

    Gibt es doch. Wenn sie ein Werk unrechtmäßig verbreiten, an dem jemand anderes die Rechte hält bekommen sie eine Abmahnung. Oder wenn sie versuchen das Image eines Unternehmens zu beschädigen bei dem sie angestellt sind, sind sie für das Unternehmen nicht mehr tragbar.
    Ich habe zB. mit jemandem gesprochen, der bei der anderen großen Burgerkette gearbeitet hat und nörgelnden Kunden (mit allen anderen Mitarbeitern) auf die Burger gespuckt hat. Wäre davon ein Video veröffentlich worden und die Schuldigen ermittelt worden, wären die genauso entlassen worden.
    Sie sehen also, es besteht Rechtssicherheit.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/fk.

  3. ...man auch anonym.

    Fotos sind natürlich so eine Sache - ich achte immer peinlich darauf nicht auf irgendwelchen Bildern zu erscheinen (ca. 25 Jahre gefilmt & fotografiert beim Fußball reicht mir!)

    Wie kann man eigentlich so dumm sein, und sich z.B. bei Twitter mit seinen "rl-Daten" anmelden?

  4. Das gültige Recht im Netz entspricht nicht dem Gerechtigkeitsgefühl der Menschen. Ein Symptom dafür ist im Artikel erwähnt:

    "Denn sobald publik wird, dass sich ein Konzern mit einem Nutzer über die Verbreitung eines Fotos streitet, streut die Internet-Gemeinde das rasant – und beschädigt das Image des Klägers."

    Nun kann man entweder versuchen, einen neuen Menschen zu schaffen, der nicht mehr die urmenschliche Neigung auslebt, von dem, was er (zu) ha(ben glaub)t, großzügig abzugeben, sondern zur Wahrung gewerblicher Interessen Dritter alles für sich zu behalten.

    Oder man paßt das Recht dem Menschen an -- was, zumal in einer (angeblichen) Demokratie, die naheliegendere Lösung wäre.

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    • Meykos
    • 05.10.2012 um 10:00 Uhr

    "Nun kann man entweder versuchen, einen neuen Menschen zu schaffen, der nicht mehr die urmenschliche Neigung auslebt, von dem, was er (zu) ha(ben glaub)t, großzügig abzugeben, sondern zur Wahrung gewerblicher Interessen Dritter alles für sich zu behalten. Oder man paßt das Recht dem Menschen an -- was, zumal in einer (angeblichen) Demokratie, die naheliegendere Lösung wäre."

    Unterstützend dazu:
    http://www.freitag.de/aut...

    Wenn das Rechtsempfinden der Masse falsch ist, ändert das nichts am Recht. Ein Lynchmob macht eben noch kein Recht.

    Im I-Net greifen andere Mechanismen: Dieselbe Beschränktheit, die Leute glauben lässt, ihre virtuellen Fehltritte seien nicht rückverfolgbar, lässt eben diese lauthals aufschreien, wenn dann mal einer Recht durchsetzt. Das mag in Grenzen funktionieren (wegen Imagepflege), aber auch nicht immer - hängt vom Geschick der angeblichen Bösen ab.

    Tatsächlich zeigt sich darin aber nur ein Abbild der Gesellschaft, der es zum großen Teil links am A. vorbei geht, wer welche Rechte hat. Unwissen mag das auf den ersten Blick sein, in Wirklichkeit ist es eine Sch..egal-Haltung den Geschädigten gegenüber und der Irrglaube an die Anonymität.
    Das war schon immer so, ja, aber aus anderen Gründen: Droht keine Strafe oder scheint nur keine zu drohen, werden viele Menschen zu Bestien. Kultur und Zivilisation ist leider immer noch bei zu vielen Mitbürgern nur eine dünne Decke.

    Letztlich ändert sich hier nur etwas, wenn Strafen in bemerkbarem Ausmaß auch virtuelles Fehlverhalten treffen.

    Die, die sowas nicht brauchen, haben auch jetzt schon kaum Probleme, von Möchtegernabzockern mal abgesehen. Gegen letztere kann man sich aber leicht wehren.
    Wenn man begriffen hat, dass das Internet in etwa dem entspricht, wie wenn man sich mitten auf den Marktplatz stellt und per Megafon Inhalte herausschreit, dann überlegt man sich, was man tut und kommt iaR nicht auf das falsche Ergebnis.

    • Meykos
    • 05.10.2012 um 10:00 Uhr

    "Nun kann man entweder versuchen, einen neuen Menschen zu schaffen, der nicht mehr die urmenschliche Neigung auslebt, von dem, was er (zu) ha(ben glaub)t, großzügig abzugeben, sondern zur Wahrung gewerblicher Interessen Dritter alles für sich zu behalten. Oder man paßt das Recht dem Menschen an -- was, zumal in einer (angeblichen) Demokratie, die naheliegendere Lösung wäre."

    Unterstützend dazu:
    http://www.freitag.de/aut...

    Wenn das Rechtsempfinden der Masse falsch ist, ändert das nichts am Recht. Ein Lynchmob macht eben noch kein Recht.

    Im I-Net greifen andere Mechanismen: Dieselbe Beschränktheit, die Leute glauben lässt, ihre virtuellen Fehltritte seien nicht rückverfolgbar, lässt eben diese lauthals aufschreien, wenn dann mal einer Recht durchsetzt. Das mag in Grenzen funktionieren (wegen Imagepflege), aber auch nicht immer - hängt vom Geschick der angeblichen Bösen ab.

    Tatsächlich zeigt sich darin aber nur ein Abbild der Gesellschaft, der es zum großen Teil links am A. vorbei geht, wer welche Rechte hat. Unwissen mag das auf den ersten Blick sein, in Wirklichkeit ist es eine Sch..egal-Haltung den Geschädigten gegenüber und der Irrglaube an die Anonymität.
    Das war schon immer so, ja, aber aus anderen Gründen: Droht keine Strafe oder scheint nur keine zu drohen, werden viele Menschen zu Bestien. Kultur und Zivilisation ist leider immer noch bei zu vielen Mitbürgern nur eine dünne Decke.

    Letztlich ändert sich hier nur etwas, wenn Strafen in bemerkbarem Ausmaß auch virtuelles Fehlverhalten treffen.

    Die, die sowas nicht brauchen, haben auch jetzt schon kaum Probleme, von Möchtegernabzockern mal abgesehen. Gegen letztere kann man sich aber leicht wehren.
    Wenn man begriffen hat, dass das Internet in etwa dem entspricht, wie wenn man sich mitten auf den Marktplatz stellt und per Megafon Inhalte herausschreit, dann überlegt man sich, was man tut und kommt iaR nicht auf das falsche Ergebnis.

  5. Erst die halbe Welt von der Technologie abhängig machen und dann abzocken... war aber schon vorher erkennbar: http://www.youtube.com/wa...

  6. Ich krieg gleich einen Krampf! Wird da tatsächlich im Beitrag direkt auf die Seite dieser Stuttgarter Anwaltskanzlei verlinkt?? Ich muss also davon ausgehen, dass es sich bei diesem Beitrag um eine PR Aktion selbiger Kanzlei handelt und der Inhalt bestenfalls stark gefärbt, wenn nicht vollständig erfunden ist.

    Ich werde umgehend die Kanzlei Carpe Diem und Partner, oder wie sie heisst, in der Internet-Gemeinde anschwärzen; Eigentor!

    3 Leserempfehlungen
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    ja, genau das dachte ich auch, schön das es auch andere merken:)

    ja, genau das dachte ich auch, schön das es auch andere merken:)

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