EmanzipationFrauenquote lässt manche Männer um Karrierechancen bangen

Die Debatte um eine Frauenquote für Führungspositionen hat die Wirtschaft in Unruhe versetzt. Viele Männer fühlen sich schon jetzt diskriminiert und benachteiligt. von Cornelia Schmergal und Claudia Tödtmann

Kein Zweifel, der Mann war aufgewühlt. Am Telefon suchte er Trost, schon wegen der eigenen Zukunft. Vermutlich war es für ihn eine neue Erfahrung, dass ausgerechnet eine Frau ihn in diese vertrackte Lage gebracht hatte. Genauer gesagt: die Bundesfamilienministerin. "Ich muss 500 Frauen in Führungspositionen bringen ", seufzte der Manager. "Wenn ich das nicht schaffe, bin ich weg vom Fenster."

Der Mann am Telefon war der Personalvorstand eines Dax-Konzerns. Von seiner Gesprächspartnerin konnte er allerdings wenig Mitgefühl erwarten. Vertraulichkeit übrigens auch nicht. Die Geschichte dieses Anrufs hat Kristina Schröder neulich selbst erzählt. Dabei kann der Kreis der Anwesenden unmöglich intim genannt werden: Vor der Politikerin reckten sich vier Mikrofone und drei Fernsehkameras in die Höhe. Es war der Tag, an dem die Ministerin sich mit den Managern der Dax-Konzerne getroffen hatte, um den Druck in Sachen Quote zu erhöhen. Wieder mal.

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In Berlin und Brüssel gehört ein wenig Zwang derzeit zum guten Ton: Die Unternehmen sollen mehr Frauen in die Chefetagen hieven, dabei ist die Bundesfamilienministerin noch beinahe bescheiden. Ginge es nach ihr, sollen sich die Konzerne selbst Ziele für einen angemessenen Frauenanteil stecken.

Ursula von der Leyen , ihre Kollegin aus dem Arbeitsressort, fordert "eine glasklare Vorgabe von 30 Prozent für die Aufsichtsräte", EU-Kommissarin Viviane Reding will gar eine 40-Prozent-Quote durchsetzen . Kaum vorstellbar, dass jemand sie noch davon abbringen könnte. Im Herbst will sie ein Gesetz vorlegen .

Die Unternehmen reagieren auf die Welle von politischen Forderungen. Die Quote ist noch nicht Gesetz, aber sie verändert die Realität bereits . Noch immer sind die Frauen nicht ganz oben angekommen . Doch schon jetzt sorgen sich die Männer, dass sie selbst dort nie wieder sein könnten. Dafür genügt schon ein Blick in die Personalabteilungen, die Frauenförderprogramme auflegen. Selbst die Boni von Dax-Managern bemessen sich neuerdings danach, ob sie genügend Frauen auf die Chefsessel holen. Und Headhunter berichten, dass sie für Führungspositionen seit Monaten Kandidatinnen präsentieren sollen – und bloß keinen Kerl. "Männer", spottete neulich der Managementberater Reinhard Sprenger, "sind schon heute bei vielen Bewerberrunden nur noch Sättigungsbeilage."

Werden jetzt die Männer diskriminiert?

Tiemo Kracht ist ein Mann, der schwer aus der Fassung zu bringen ist. Dafür hat er zu viel Erfahrung. In den vergangenen 17 Jahren hat er über 1.500 Manager in Spitzen- und Führungspositionen gebracht, heute ist er Geschäftsführer bei Kienbaum Executive Consultants. Was er jetzt entdeckt, ist selbst für ihn neu: eine stetig wachsende Gruppe nachhaltig enttäuschter Manager. "Wir treten in eine Ära der Diskriminierung von Männern ein", fürchtet Kracht. "Die Unternehmen müssen darauf achten, dass sie männliche Führungskräfte und High Potentials jetzt nicht verprellen. Damit würden sie sich selbst schaden."

Für viele Männer wird die Luft dünner. Ihre Karrierechancen schrumpfen – auf Jahre hinaus. Dafür reicht ein Blick in die Statistik. Die Beamten von Kristina Schröder haben das neulich ausgerechnet: Wenn alle Dax-30-Unternehmen ihre Quotenziele umsetzen, müssen sie in den nächsten Jahren 5.500 Frauen ins obere Management bugsieren. Das Problem ist nur: Was sagt man den Männern, die auch gern aufgestiegen wären und nun fürchten, dass sie schlicht zum falschen Geschlecht gehören?

Es ist die Krux jeder Quote: Will sie die eine Gruppe fördern, die über Jahre benachteiligt wurde, wird sie eine andere verprellen. "Die Frauenquote ist ohne Zweifel eine umgekehrte Benachteiligung", sagt der Arbeitsrechtler Stefan Lingemann, Partner bei der Kanzlei Gleiss Lutz. Nur dass es dieses Mal die Männer trifft, vor allem jene, die sich schon in der Hierarchie vorgearbeitet haben und nun auf den Aufstieg nach ganz oben hoffen. Besonders schwer, da sind sich Personalberater einig, dürften es in den nächsten Jahren zwei Gruppen haben: Manager in Konzernen, da vor allem die Kapitalgesellschaften unter Beobachtung stehen. Und alle Männer, die je hofften, Karriere in Abteilungen mit einem hohen Frauenanteil zu machen – etwa im Personalwesen. Seinen Arbeitgeber sollte man sich also ganz genau aussuchen.

Leserkommentare
  1. wenn man eine unqualitfizierte Frau an eine Stelle hievt - in diesem Falle Frau Schröder.
    Das Heil und die Überwindung altem absolutistschen Denkens in einer absolutistischen Quote zu suchen, beseitigt leider nicht gepflegte volkstümliche Denkgewohnheiten.
    Einfachstes Beispiel: Wenn man(n), sagen wir, mit 45 zum Urologen, zwecks einer Vorsorgeuntersuchung geht, spielt es auch keine Rolle ob der Urologe ein Mann oder eine Frau ist. Es zählt allein die fachliche Qualifikation.
    Andererseits will ich damit nicht sagen das jeder Mann damit automatisch qualitiziert ist, der jetzt einen Sessel in Beschlag hat. Vieles in unserer Leistungsgesellschaft funktioniert über Netzwerke (Verbindungen - Vitamien B) und weniger über Qualitfikation - und führt damit den Begriff Leistungsgesellschaft, genauso wie Gleichberechtigung ad ab­sur­dum.

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    Frau Schröder würd ich weniger die Schuld geben, immerhin versuchte Sie den Unternehmen noch Freiräume zu geben wärend Ursula vdL keine Chance ausläßt über Männer zu schießen hat Frau Schröder die gesellschaftlichen Probleme erkannt (nur leider steht sie noch alleine da)!
    Übrigens werkelt auch die EU an einer festen Quote die bindent sein soll!
    Ob Männer diskriminirt werden? Ganz bestimmt, denn wenn Unternehmen wie Mercedes Ihre Managern ans Geld gehen, wenn diese einen Mann statt einer Frau in höhere Etagen befördern ist eine Gleichberechtigung in weite Ferne gerutscht!
    Ansonsten müssen die DAX Konzerne künftig damit klarkommen, wenn fähige Manager und Ing. einen neuen Arbeitgeber suchen in dem Sie sich freier entfalten können - ohne Quote!

    • Mike M.
    • 27. August 2012 14:30 Uhr

    ...starre Quoten, was auch vernünftig ist, denn vielfach fehlen einfach genügend qualifizierte Bewerberinnen.

    Ich halte es auch nicht für zulässig, jüngere Männer für Diskriminierungen von Frauen büßen zu lassen, die in der Vergangenheit liegen. Die Frauen, die jetzt bevorzugt werden, haben selbst ja gar keine Diskriminierung erfahren.

    Frau Schroeder imponiert mir, im Gegensatz zu Frau Reding und Frau v.d.L.

    • Mike M.
    • 27. August 2012 14:30 Uhr

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Danke, die Redaktion/au.

    es weniger um das was sie vertritt. Es geht um die Parallelen von Netzwerken (Vitamin B) und Quoten - beide widersprechen dem gepredigten Leistungsprinzip.
    Und eh ich erneut falsch verstanden werden - es geht auch nicht um das Leistungsprinzip, sondern um die Diskrepanz zwischen dem was man predigt und dem was man macht, denn Frau Schröder hat den Posten nicht bekommen, weil sie dafür äußerst qualitfiziert ist.

    Oh, wir haben ein Problem mit Diskriminierung... was tun? Ach, ja natürlich: diskriminieren! Man hat über Jahrzehnte eine Frauenlobby aufgebaut, die davon lebt zu diskriminierend und die Fronten zwischen den Geschlechtern aufrecht zu erhalten und weiter zu verhärten.
    Das hat nichts mit Gleichstellung und nichts mit irgendwelchen abstrakten Gerechtigkeitsvorstellungen zu tun, sondern ist schlicht eine gut organisierte Vertretung egoistischer Interessen von Frauen für Frauen und gegen Männer. Beispielsweise in sozialen und sozialwissenschaftlichen Berufsfeldern sind Frauen überrepräsentiert, was aber nichts daran ändert, dass ", um den Anteil an Frauen weiter zu erhöhen, Frauen und Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt" werden.
    Und es ist ein irreperabler Fehler, weil sich die Frauenbeauftragten, die verhuscht und duckmäusrig in den Bewerbungsgesprächen sitzen und ihre Notizen machen, nie wieder abzuschaffen sein werden. Wenn man eines Tages begreift, wie wenig zielführend das z.B. für die Familienpolitik ist, wird man dem nur entgegentreten können, indem man Stellen für Männerbeauftragte schafft und der ganze Quatsch geht von vorne los... oh tempora, oh mores! Dabei hätte man mit der anonymisierten Bewerbung und ähnlichen Verfahren durchaus sinnvolle Ansätze, aber davon würden ja möglicherweise auch andere Gruppen profitieren

  2. Wenn Männer per Gesetz oder Unternehmenspolitik diskriminiert werden, dann ist das keine gefühlte gläserne Decke, wie es sie angeblich bei Frauen gibt, sondern belegte Realität und systematischer Sexismus.

    Es ist auch keine umgekehrte Diskriminierung, weil es nichts vergleichbares bei Frauen (in den letzten 40 Jahren zumindest) gab oder gibt.

    Man kann nur hoffen, das das Bundesverfassungsgericht irgendwann mal dieser sexistischen Politik einen Riegel vorschiebt oder endlich Männer aufhören bei Wahlen ihr Kreuzchen bei den eigenen Henkern zu machen.

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    Das was Sie beschreiben gibt es doch heute schon.
    Schauen Sie sich doch den öffentlichen Dienst an, da steht bei jeder Anzeige, im Bürobereich zumindestens.
    Bei den "Müllwerkern" wahrscheinlich nicht.

    Das man doch gerne Frauen sucht, weil Frauen unterepräsentiert sind.
    Bei jedem ordentlichen Vorstellungstermin sitzt da mindestens eine "Frauen"-xy und hört ihnen zu.

    Na rechnen Sie sich sich mal die Chancen aus, als Mann, wenn noich nicht 50:50 Frauen in der Abteilung vorhanden sind.

    • DerDude
    • 27. August 2012 15:10 Uhr

    Männer, wählt FDP oder die Piraten.

    Immerhin gibt es in jedem politischen Lager noch eine Partei, die nüchtern geblieben ist.

    • Marobod
    • 27. August 2012 12:19 Uhr

    ich nach dem Studium wohl ins Ausland gehen werde. Hier hab ich schon bei nebenjobs das nachsehen gehabt weil eine Mitbewerberin sich gefunden hat. Wie ich darauf komme? Die Frau hatte kaum deutsch Kennisse und stellte sich sehr unbeholfen an, ich hatte schon Erfahrung in dem bereich gesammelt (es geht um Service) jedoch sah sie wohl ansprechender aus als ich ... O.o

    Halb so wild, hab ja nen anderen gefunden. Was mich jedoch stoert, ist, das man jetzt das Gefuehl hat , das sich nichts aendert, lediglich das frauen jetzt statt maenner bevorteilt werden. Wahrscheinlich muß das jetzt auch die naechsten jahrhunderte so weiter gehen um es auszugleichen, weil wir alle was dafuer koennen was unsere Ahnen vor Jahrhunderten angerichtet haben. Ich habe nichts gegen qualifizierte menschen , wenn sie Frauen sind und bessere Referenzen habe, dann her damit, werden sie aber eingestellt obwohl es Maenner gibt mit weit besseren referenzen oder faehigkeiten dann ist das ungerecht und eben eine Diskriminierung. Sowas ist Verfassungswiedrig...

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    • ST_T
    • 27. August 2012 12:34 Uhr

    Die erste Ironie ist wohl, dass Frauen, die die Quote fordern doch selbst nur Quotenfrauen ohne jegliche fachliche Kompetenz sind.

    Ich kann mit meinem Wissen zumindest den Kopf über so einen Unsinn wie eine Quote schütteln. Es wird also suggeriert, Frauen wären benachteiligt?
    Wie wäre es einmal anzusprechen das nicht einmal 1% der deutschen Arbeitnehmer in einer solchen Chefposition sitzen?
    Und das betrifft Frauen wie Männer.

    Der Kampf nach oben in eine Aufsichtsrat-Position ist unerbitterlich, dafür müssen auch Männer jahrelang arbeiten um schließlich dorthin zu gelangen. Was ist denn mit den ganzen benachteiligten Männern die jahrelang in einer mittleren Management-Position mit 90 Stunden/Woche arbeiten müssen um dann zu erfahren dass sie nie eine Beförderung bekommen werden?

    Nur weil sich viele Frauen sowas (zurecht m.M.n!) nicht antun wollen oder (wg. Kinderwunsch u.Ä.) können ist es falsch, von einer mangelnden Anzahl von Frauen in solchen Positionen auf eine generelle Benachteiligung zu schließen.

    Und was wird dann? Lassen wir noch mehr Männer im mittleren Management nur weil sich einige "Elite-Frauen" (elitär wg der Quote btw.) in Chef-Positionen quotieren lassen oder wie stellt man sich das vor?

    Das führt den Begriff der Leistungsgesellschaft ad absurdum.
    Aber das führt uns die Politik ja sowieso vor Augen was sie unter "Leistungsgesellschaft" versteht.

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    Es wird wirklich so getan, als ob es sich bei der Mehrheit der Männer nicht um graue Mäuse, sondern um machtbesessene Alphatiere handelt, welche die Schlüsselpositionen in der Wirtschaft in grosser Zahl im Sturm erobern könnten.Die Wirklichkeit sieht anders aus! Es war selbstverständlich richtig, dass die Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhalten haben. Man hat aber lernen müssen, dass Frauen politisch/sozial anders ticken als Männer; nicht besser. Es wird in diesem Kontext auch so getan, als ob Frauen die besseren Menschen wären. Die "Political Correctness" wirkte im Haifischbecken des Geschlechterkampfes als Klammer für den staatlich verordneten Schwachsinn.

    sie sind nicht so in der BRD.
    Ehe hier eine Frau nach ihrem Können respektiert wird, wird eine flächendeckende Schwulenquote eingeführt ( in memoriam Bascha Mika).

    Pünktchen, Sie sind mein Augenstern. ;)

  3. für gleiche Arbeit erhielten? - Es war zu lange selbstverständlich, daß Frauen als Reserve des Arbeitsmarktes angesehen wurden, für 'n Appel und 'n Ei immer einsatzbereit, wenn sich eine Lücke auftat. Das jedoch hielten Männer für gerecht. - Seit langem stehen vor den Türen und Toren gut ausgebildete Frauen, die sich häufig Diskriminierung gefallen lassen mußten, weil sie Frauen sind. Die Retourkutsche trifft jetzt sicher nicht diejenigen, die bisher "treu und fest zusammenstanden"; sollte es vorkommen, daß eine Frau in einen Posten gehievt wird, den sich nicht ausfüllen kann, wird sich diese Firma selber schaden - Frauen werden dem dann aufbrechenden Krawall in Ruhe begegnen können. - Leider bedarf es der Quote, um Vernunft zu etablieren. Gute Firmenleitungen hatten längst begriffen, daß nicht das Geschlecht des Arbeitenden, sondern die Leistung wichtig ist, auch und gerade in der obersten Etage. -

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    > Leider bedarf es der Quote, um Vernunft zu etablieren.

    > Gute Firmenleitungen hatten längst begriffen, daß nicht
    > das Geschlecht des Arbeitenden, sondern die Leistung wichtig
    > ist, auch und gerade in der obersten Etage.

    Daß Sie sich mit diesen beiden Sätzen selbst widersprechen, haben Sie offenbar beim Verfassen nicht gemerkt.

    • DerDude
    • 27. August 2012 13:25 Uhr

    wenn Frauen zwar nicht dümmer sind als Männer, es trotzdem aber einen Mangel an hinreichend qualifizierten Frauen in bestimmten Bereichen gibt. Man hat den Eindruck, manche wollen sich die Welt schönmalen.

    Jüngstes Beispiel dieses Auswuchses, nachdem es bereits zuvor ähnliche Fälle bei der Telekom gegeben hat: Barbara Klux von Siemens, der klassische Fall einer Quotenfrau http://www.ftd.de/karrier...

    • Mike M.
    • 27. August 2012 16:01 Uhr

    ...95% sind Männer. http://www.pressemitteilu... Nach Ihrer Logik müssten Männer dann massiv von der Justiz gegenüber Frauen benachteiligt werden.

    M.E. ist es aber anders: Männer sind einfach geld- und karrieregeiler sowie risikobereiter im positiven wie negativen Sinne. Wenn Männer das Zeug dazu haben, werden sie dann eher Chef, wenn nicht dann eher kriminell. Frauen haben ohnehin meist ältere, besser verdienende Partner. Ihnen kommt es auf Karriere und Geld nicht so an. Vielleicht ist das ja auch klüger. Schließlich haben Frauen eine um mehrere Jahre höhere Lebenserwartung.

  4. Wie im Text auch wieder deutlich, liegt das Problem des geringen Frauenanteils in unseren Dax-Konzernen ja unteranderem! an der Berufswahl.
    Es sind vornehmlich technikorientierte Unternehmen über die wir hier sprechen. Solche suchen natürlich nach ensprechenden Qualifikationen (Ingenieure + MBa, Wirtings, Bwler).
    Wenn ich mir als Student jetzt die Anzahl an Komolitoninnen in diesen Bereichen anschaue und sie mit früher Vergleiche, komme ich zwangsläufig zu der Erklärung für den Missstand in der heutigen Personalbesetzung und gleichzeitig aber auch zu dem Ergebnis, dass sich das von selbest rauswächst!

    Mein Vater gehört ebenfalls zu den Leittragenden dieser Quotenregelung. Als einer von vielen leitenden Mitarbeiter einer der oben genannten Konzerne würde er gerne sein Team vergrößern um die vielen Kunden/Aufträge zu decken. Er bekommt aber nur eine Freigabe für die Stelle, wenn der Posten an eine Frau geht. Leider wachsen IngenieurINNEN nicht auf Bäumen.

    Eine Quote hilft hier niemandem. Nur den Frauen mitte fünfzig, denen für Ihre Selbstverwirklichung noch der Vorstandsposten fehlt.

    Die Mädels mit denen ich jeden Tag zusammen lerne und sutdiere, brauchen keine Quote. Wenn sie mit mir ihren Abschluss gemacht haben, werden Sie von selbst für einen stattlichen Anteil am Personal in den Dax-Konzernen sorgen. Und ich bin mir sicher, die ein oder andere wird auch Karriere machen. Ungleiche Chancen seh ich hier nirgends. Höchstens den Köpfen bald ausgediehnter Herren und Damen.

    30 Leserempfehlungen
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    und diese unternehmen haben keine rechtsabteilung? hr abteilung? verkaufsabteilugn? werbeabteilung? nein? keine frauen dort zu finden, so dass man 20% der posten mit frauen besetzen kann?

    lächerlich.

    Redaktion

    Hallo si tacuisses philosophus mansisses,

    dass sich die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen von alleine rauswächst, ist leider ein Argument, das seit vielen Jahren und Jahrzehnten angeführt wird. Seit bald 12 Jahren gibt es im Corporate Government Codex eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Führungspositionen auch mit (natürlich qualifizierten) Frauen zu besetzen.Seither hört man auch, dass sich das mit den jungen Frauen "rauswachse". Aber leider haben sich seither kaum Veränderungen ergeben. Die Verbesserungen, die es gab, sind auf Frauenförderprogramme zurückzuführen. Insofern nehmen viele Befürworter der Quote an, dass das Argument, das Problem löse sich mit der Zeit von selbst, leider nicht zieht. Das Argument, dass mehr Aufmerksamkeit bei den Frauen die Männer diskriminiere und gegen das Grundgesetz verstößt, ist übrigens nicht richtig. Frauenquoten werden - MAXIMAL - im Rahmen von 12, 20, 25 oder 40 Prozent (momentan legen die Unternehmen ihre Ziele ja selbst fest) angestrebt. Das ist nicht mal die Hälfte. Die Männer haben also weiterhin 88, 80, 75 oder 60 Prozent Chancen. Das ist mehr als die Hälfte. Diskriminierung sieht anders aus. Das Argument ist nicht haltbar und insofern wird es auch keine entsprechende Rechtsprechung geben. (Anders wären Quoten jedweder Art ja auch gar nicht mit der Verfassung vereinbar.)

    Beste Grüße

    Tina Groll

  5. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche und konstruktive Diskussionsbeiträge. Danke, die Redaktion/lv

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    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich bezogen, wurde inzwischen entfernt. Danke, die Redaktion/lv

  6. Das ist exakt das, was da gerade abgeht. Es wird versucht, die Benachteiligung von Frauen in der Vergangenheit durch eine Benachteiligung von Männern heute zu kompensieren.

    Ob oder wie clever, ethisch korrekt oder erfolgversprechend das ist, sei mal dahin gestellt.

    6 Leserempfehlungen
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    • DIELOGE
    • 27. August 2012 14:32 Uhr

    dass eine frauenquote von 30% eine männerdiskriminierung sein soll, leuchtet mir nicht ein.
    man könnte die geschlechterquote auch auf dieselbe weise sicherstellen wie der iran, der frauen landesweit jüngst schlichtweg aus 77 studiengängen verbannt hat - weil sie wider der weiblichen natur sind.

    von Männern.

    Wo sehen Sie die denn, wenn zum Beispiel Siemens den Männeranteil in Führungspositionen von 90% auf 88% oder EON von 90,5% auf 86% senken will?
    Das ist eigentlich immer noch Frauendiskriminierung in großem Umfang.

    Die Unternehmen machen das auch nicht aus demokratischer Grundüberzeugung, sondern weil sie merken, daß der Tunnelblick auf rein männliche Bewerber für Führungspositionen einen gewaltigen Talentepool einfach ausschließt.
    Und das ist schlicht unwirtschaftlich.

    k.

    @Kassandra
    "Die Unternehmen machen das auch nicht aus demokratischer Grundüberzeugung, sondern weil sie merken, daß der Tunnelblick auf rein männliche Bewerber für Führungspositionen einen gewaltigen Talentepool einfach ausschließt. Und das ist schlicht unwirtschaftlich."

    LOL. Diese Unternehmen laufen seit Jahrzehnten mehrheitlich wie geschmiert und nirgendwo fehlt es an qualifiziertem Personal, im Gegenteil, wir können uns aus allen Bewerbern die besten raussuchen. Es ist schlicht und einfach vorauseilender Gehorsam, weil die politische Stimmung nunmal so ist.

    Zu ihrer korrekten Anmerkung, dass die Frauenquoten "danach" immer noch recht gering sind: schauen sie mal auf die Geschlechterstruktur der Arbeitnehmerschaft dieser Unternehmen oder der Absolventen (http://www.studieren-im-n...). Frauen studieren überwiegend Laberfächer (innerhalb der BWL spezialisieren sich 3/4 aller Frauen auf "weiche Bereiche" wie HR, Marketing etc.), gebraucht werden aber Techniker, Naturwissenschaftler und Betriebswirte. Teilweise GIBT es schlicht und einfach keine Frau, die sich befördern ließe.

    @Dieloge
    Wenn man von sagen wir 5% auf ihre 30% kommen will, dann muss man ca. 7-8 Jahre lang bei den Beförderungen 80-90% Frauen befördern, um die Pipeline voll zu bekommen für die höheren Positionen. Sie können ja nicht die Sachbearbeiterin plötzlich zur Bereichsleiterin machen.

    ..keine Panik, Männer. Vom Privileg abrücken zu müssen, mit beinahe 100%iger Sicherheit eine hohe Position zu erreichen (auf Kosten Anderer, die nicht aufgrund von Qualifikation, sondern ihres Geschlechtes, keine Chance erhalten), ist keine Diskriminierung, sondern ein notwendige Konsequenz von Gleichberechtigung. Ziel ist, irgendwann mal, 50/50. Und wer sein Privileg nicht freiwillig hergeben mag, weil das so kuschelig und bequem ist, dem zwickt's eben jetzt ein bisschen. Deal with it.

    @Palamedes: 1. gucken Sie mal nach Skandinavien. 2. haben Sie sich schon einmal überlegt, dass die Beschränkung von weiblichen Studenten auf "Laberfächer", wie Sie es so anerkennend ausdrücken, auf einer tiefsitzenden Gesellschaftsstruktur beruhen könnte, die Frauen sich manche Fächer nicht zutrauen lässt, weil sie a) entweder dem sog. Stereotype-threat unterliegen (gucken Sie bei Wikipedia) oder b) keine Chancen für sich im späteren Berufsleben sehen, weil sie wissen, dass sie es dann hauptsächlich mit Männern zu tun haben werden, die sie aufgrund ihres Geschlechtes nicht ernst nehmen werden (das ist kein Hirngespinst, diese Art von alltäglichem Sexismus ist Normalität)? und 3. na dann dauert's halt ein paar Jahre, das schadet gar nichts. Denn wie Sie korrekt bemerkt haben, müssen sich zunächst eine andere grundlegende Strukturen ändern, bis überhaupt genügend weibliches Potenzial vorhanden ist.

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  • Schlagworte Uwe Foullong | BMW | Emanzipation | Kristina Schröder | Siemens AG | Ver.di
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