Der Urlaub war schön und erholsam, aber zurück im Büro will nichts gelingen . Die Arbeit erscheint mühevoll, die ersten Tage ziehen sich wie Kaugummi. Etwa zwei Dritteln der Mitarbeiter hierzulande geht es nach der Rückkehr aus dem Urlaub genau so. Dieser Zustand wird Post-Holiday-Syndrom genannt und dauert in der Regel bis zu drei Tagen, ergab eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half International. Die Schwierigkeiten beginnen dabei oft schon kurz vor Urlaubsende.

Zu Beginn der freien Zeit ist die Laune meistens noch schlecht. Körper und Geist müssen den Arbeitsstress hinter sich lassen und am Urlaubsort ankommen. Erst nach zwei bis drei Tagen steigt die Stimmung deutlich, um dann zwei Tage vor Urlaubsende wieder erheblich zu sinken, hat der niederländische Tourismusforscher Jeroen Nawijn herausgefunden . Das negative Gefühl ist dabei umso größer, je mehr Stress den Urlauber erwartet, wenn er an den Arbeitsplatz zurückkehrt.

Wer weiß, dass ihn Hunderte von ungelesenen Emails und Berge von Arbeit erwartet, fühlt sich jetzt sogar stärker gestresst als vor dem Urlaubsantritt. Nach Ansicht von Arbeitspsychologen arbeiten deshalb auch viele im Urlaub zumindest ein bis zwei Stunden pro Tag . Sie versuchen so, den Stress, wenn sie nach dem Urlaub wieder ins Büro kommen, zu reduzieren.

Urlaubsrückkehr-Blues dauert in der Regel zwei Tage

Das Post-Holiday-Syndrom mindert ein solches Verhalten in der Regel aber kaum. Körper und Kopf brauchen ein bis drei Tage, um den gewohnten Arbeitsrhythmus (und das entsprechende Tempo) wieder aufzunehmen.
 

Dabei zeigt sich, dass die Dauer der Abwesenheit, aber auch das Erlebte im Urlaub durchaus einen Effekt auf die Fähigkeit haben, schnell wieder in den alten Arbeitsrhythmus zu finden. Studien von Urlaubsforschern zeigen: Wer besonders lange aus dem Joballtag raus war, dem fällt es tendenziell schwerer, schnell das alte Tempo aufzunehmen.

Auch wer seinen Urlaub besonders genossen hat, findet schwieriger wieder in den Arbeitsalltag. Allerdings fühlt derjenige sich auch länger erholt. Urlauber, die mit ihren Aktivitäten in der freien Zeit besonders zufrieden waren, können das positive Gefühl länger als andere im Joballtag konservieren, hat die niederländische Psychologin Jessica de Bloom herausgefunden.

Dagegen hat die Dauer des Urlaubs auf den Erholungseffekt nahezu keine Auswirkung. De Bloom verglich Berufstätige, die sich eine Auszeit von 23 Tagen gegönnt hatten, mit solchen, die nur drei bis fünf Tage Kurzurlaub genommen hatten: Beide Gruppen fühlten sich nach einer Woche zurück im Job genauso gestresst wie vor dem Urlaub.