Flyer, Logo, Poster: Sabrina Krämer gestaltet alles. Vorausgesetzt sie hat kein kreatives Loch. Die Grafikdesignerin arbeitet in einer Werbeagentur in Bremen . Und wenn ihr mal nichts einfällt, obwohl der Abgabetermin drängt, lässt sie ein Projekt kurz mal liegen. "Es ist nicht immer einfach, auf Knopfdruck eine gute Idee zu haben. Darum hilft es, sich kurz einer anderen Arbeit zu widmen. Dann plötzlich hat man einen guten Einfall für die eigentliche Aufgabe", verrät sie einen ihrer Kreativitätstipps. Krämer und ihre Kollegen betreuen meist mehrere Projekte parallel. Viele Ideen kämen ihr auch in alltäglichen Situationen – etwa in der Straßenbahn oder beim Einkaufen im Supermarkt.

Grafikdesigner haben ein weites Aufgabenspektrum. Von Visitenkarten über Anzeigen, Briefpapier, Broschüren, Katalogen, Flyern, Kundenmagazinen bis hin zur kompletten Logo- und Markenentwicklung reichen die Aufträge. Der Arbeitsablauf ist zumeist gleich: Ein Kunde hat einen Wunsch und der Designer muss den genauen Umfang des Auftrags klären. Was wird benötigt? In welchem Stil soll es grafisch umgesetzt werden? Welche Vorgaben gibt es? Wer angestellt oder im Team arbeitet, bespricht sich häufig mit Kollegen. Ideen werden gesammelt, Konzepte ausformuliert. Krämer fertigt anschließend erste Entwürfe an, manchmal aber auch nur Skribbles – also kleine Skizzen – die grob verdeutlichen sollen, wie etwas später einmal aussehen soll. Nach erneuter Absprache mit dem Kunden geht es anschließend an die endgültige Ausarbeitung.

Die Entwicklung eines Logos gilt als Königsdisziplin im Grafikdesign. "Da müssen wir viele Aspekte berücksichtigen. Es soll auffallen, zugleich aber auch zur Unternehmensphilosophie passen. Außerdem müssen wir Ähnlichkeiten zu bestehenden Logos vermeiden", sagt Krämer. Mitunter fallen auch Produkt- oder Verpackungs- und Webdesign in den Aufgabenbereich. "Beim Webdesign sind die Mediendesigner aber eher die Spezialisten", sagt Krämer. Grafik- und Mediendesign unterscheiden sich erheblich. Denn während Grafikdesigner überwiegend für den Printbereich arbeiten, konzentrieren sich Mediendesigner auf den digitalen Bereich und produzieren beispielsweise Filme, Animationen, Spiele, Webdesigns und Apps. Die Übergänge zwischen beiden Berufsfeldern sind allerdings oft fließend.

Viel Raum für Kreativität

Um in dem Beruf arbeiten zu können, muss zuvor ein Design-Studium mit Schwerpunkt Grafikdesign abgeschlossen werden. Innerhalb des Studiums können sich die Studierenden dann auf verschiedene Bereiche wie Corporate-Design, Magazindesign, Illustration oder Typografie spezialisieren. Wie bearbeite ich Bilder? Wie retuschiere ich mit Bildbearbeitungsprogrammen? Wie arbeite ich mit Layout- und Vektorprogrammen? Dieses Wissen wird innerhalb des Studiums vertieft und ausgebaut. Außerdem wird der Blick für Design und Layout geschult.

Schon vor dem Studium muss aber ein Grundstock an Wissen vorhanden und einige Voraussetzungen erfüllt sein. Denn beworben wird sich in der Regel mit einer Mappe mit selbst gestalteten Werken, an den meisten Hochschulen gibt es auch noch eine Eignungsprüfung.

Die notwendigen Bildbearbeitungs- und Gestaltungsprogramme sollte man daher schon vorab ein wenig beherrschen, wichtiger noch ist gestalterisches Talent, ein Gefühl und Auge für Design und natürlich viel Fantasie und Kreativität. "Den Umgang mit den Programmen kann man lernen, aber ein Gespür für Design nicht", sagt Krämer.