KarrierechancenNicht jeder Jobwechsel bringt eine Gehaltserhöhung

Jobwechsler erhoffen sich vom neuen Arbeitsplatz positive Veränderungen. Eine Studie zeigt: Männer bekommen mehr Geld, Frauen meist nur bessere Vereinbarkeit. von Kristin Schmidt

Ein neuer Arbeitgeber scheint für viele der Ausweg aus einem Job, der ihnen nicht mehr zusagt. Und wirklich: Nur 15 Prozent der etwa 1.000 Befragten sehen durch ihren neuen Arbeitsplatz keinerlei Vorteile. Die restlichen 85 Prozent sind mit ihrer Entscheidung zufrieden, denn sie erleben am neuen Einsatzort vielfältige Verbesserungen. Welche das sind, zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Experis unter 1.049 Arbeitnehmern.

Von einem höheren Gehalt profitieren über die Hälfte (56 Prozent) der Befragten. Wobei Männer häufiger (61 Prozent) eine finanzielle Verbesserung herausschlagen konnten. Im Gegensatz dazu war nur bei 50 Prozent der Frauen eine Gehaltssteigerung drin. Das passt auch zu den Kriterien, nach denen sich Männer und Frauen für einen Arbeitgeber entscheiden. TNS Infratest hat kürzlich gemeinsam mit der Personalberatung Cribb herausgefunden, dass Männer in einem guten Gehalt das wichtigstes Argument sehen, für Frauen ist meistens die Work-Life-Balance ausschlaggebend. Doch nicht nur nach Geschlecht, sondern auch nach Arbeitsort stellen sich die finanziellen Verbesserungen sehr unterschiedlich dar. Während in Rheinland-Pfalz 82 Prozent nach dem Jobwechsel ein Gehaltsplus verzeichnen, sind es in den Stadtstaaten Berlin und Bremen gerademal ein Drittel. Experis-Geschäftsführer Attilio Berni sieht den Fachkräftemangel als Auslöser für die regionalen Unterschiede. In betroffenen Gebieten "locken die Arbeitgeber neue Mitarbeiter mit überdurchschnittlichen Gehältern“, sagt er.

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Weiterhin kommt die aktuelle Studie von Experis zu dem Schluss, dass neben der Vergütung vor allem die neuen Aufgaben von Jobwechslern als positiv bewertet werden. 46 Prozent halten ihre Tätigkeit nun für vielfältiger. Das gilt vor allem für Abiturienten. Sie können deutlich häufiger interessantere Aufgaben übernehmen als Arbeitnehmer mit Real- beziehungsweise Hauptschulabschluss.

Auch das Arbeitsklima im neuen Unternehmen wird von einem Drittel der Befragten als angenehmer empfunden. Das hat laut Berni nicht zwangsläufig etwas mit netteren Vorgesetzten oder Kollegen zu tun. "Vielmehr kommen die Mitarbeiter positiv eingestellt in den neuen Job, was sich auf ihr Umfeld auswirkt", sagt Berni.

Diese hohe Motivation wirke sich ebenfalls auf die Wahrnehmung der Aufstiegschancen aus. Immerhin ein Viertel der Studienteilnehmer schätzen sie höher ein als in ihrem vorherigen Job.

Erschienen in der WirtschaftsWoche

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Leserkommentare
  1. Erst heißt es:
    "Eine Studie zeigt nun: Männer bekommen mehr Geld, Frauen meist nur bessere Vereinbarkeit."

    dann:
    "TNS Infratest hat kürzlich gemeinsam mit der Personalberatung Cribb herausgefunden, dass Männer in einem guten Gehalt das wichtigstes Argument sehen, für Frauen ist meistens die Work-Life-Balance ausschlaggebend."
    ------------------------------

    Dann könnte man im Subtitel auch schreiben:
    "Beim Jobwechsel gucken Männer eher aufs Geld, Frauen auf Work-Life-Balance."
    Das wirkt dann seriöser.

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    wieso "mehr Geld" und "NUR bessere Vereinbarkeit?
    Wer sagt denn, dass das eine besser wäre als das andere?

    Dann wären da noch die Abiturienten. Wer ist damit gemeint? Akademiker vielleicht?

    Die 1.049 Arbeitnehmer sind ja wohl keine Arbeitnehmer, sondern Arbeitsplatzwechsler ODER von 1.049 Arbeitnehmern haben nur X% den Arbeitsplatz gewechselt -- wieviele? Abiturienten können den Arbeitsplatz nicht wechseln, sie stehen ja noch gar nicht im Arbeitsprozess.

    Irgendwie fehlt da die Hälfte...

  2. wieso "mehr Geld" und "NUR bessere Vereinbarkeit?
    Wer sagt denn, dass das eine besser wäre als das andere?

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    Antwort auf "Seriösität"
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    • 2eco
    • 17. Oktober 2012 13:32 Uhr

    "wieso "mehr Geld" und "NUR bessere Vereinbarkeit?
    Wer sagt denn, dass das eine besser wäre als das andere?"

    Genau das ist der Punkt. Bessere Vereinbarkeit geht i.d.R. Mit einer geringeren Arbeitsbelastung/-zeit einher. Weniger Arbeitszeit bei gleichem Gehalt bedeutet aber auch eine Lohnsteigerung.

  3. Dann wären da noch die Abiturienten. Wer ist damit gemeint? Akademiker vielleicht?

    Die 1.049 Arbeitnehmer sind ja wohl keine Arbeitnehmer, sondern Arbeitsplatzwechsler ODER von 1.049 Arbeitnehmern haben nur X% den Arbeitsplatz gewechselt -- wieviele? Abiturienten können den Arbeitsplatz nicht wechseln, sie stehen ja noch gar nicht im Arbeitsprozess.

    Irgendwie fehlt da die Hälfte...

    Antwort auf "Seriösität"
    • 2eco
    • 17. Oktober 2012 13:32 Uhr

    "wieso "mehr Geld" und "NUR bessere Vereinbarkeit?
    Wer sagt denn, dass das eine besser wäre als das andere?"

    Genau das ist der Punkt. Bessere Vereinbarkeit geht i.d.R. Mit einer geringeren Arbeitsbelastung/-zeit einher. Weniger Arbeitszeit bei gleichem Gehalt bedeutet aber auch eine Lohnsteigerung.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Überhaupt"
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    wenn ma zb mit dem neuen arbeitgeber homeoffice ausmacht, arbeitet man dann weniger? oder kann man es sich schlicht besser einteilen? deine behauptung ist schon ein bisschen eine unterstellung ;)

  4. "Und wirklich: Nur 15 Prozent der etwa 1.000 Befragten sehen durch ihren neuen Arbeitsplatz keinerlei Vorteile. Die restlichen 85 Prozent sind mit ihrer Entscheidung zufrieden, denn sie erleben am neuen Einsatzort vielfältige Verbesserungen. Welche das sind, zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Experis unter 1.049 Arbeitnehmern."

    Kann es sein, dass hier zwei/drei verschiedene Befragungen durcheinandergemischt wurden?
    Kann es sein, das hier mal wieder versteckte Werbung für Personaldienstleister/Zeitarbeit platziert wurde?

  5. wenn ma zb mit dem neuen arbeitgeber homeoffice ausmacht, arbeitet man dann weniger? oder kann man es sich schlicht besser einteilen? deine behauptung ist schon ein bisschen eine unterstellung ;)

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    ist nicht umsonst eine geläufige Beschreibung für HomeOffice und wird von vielen auch so gelebt, wenn man sie auf privater und ehrlicher Ebene mal dazu spricht...

  6. dass Männer durch Jobwechsel mehr Gehalt bekommen und Frauen "nur" bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

    Oder aber die Studie besagt, dass Männer und Frauen mit dem Wechsel einfach unterschiedliche berufliche Präferenzen ausdrücken. Woraus man wiederum eventuell schließen könnte, dass die Gender Paygap nichts wirklich böses ist...außer für jene Aktivist_innen, die mit der gegenteiligen Feststellung ihren Lebensunterhalt verdienen.

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  7. ist nicht umsonst eine geläufige Beschreibung für HomeOffice und wird von vielen auch so gelebt, wenn man sie auf privater und ehrlicher Ebene mal dazu spricht...

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    Und die Kollegen im Büro verbringen den Tag bei Kaffee und Keksen im Meeting, um zu Hause Strom- und Heizkosten zu sparen.

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  • Schlagworte Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitsklima | Fachkräftemangel | Gehalt | Infratest
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