Viele Unternehmen richten sich heute internationaler aus als früher. Das stellt Führungskräfte vor neue Aufgaben. Nicht immer wirkt sich ein höherer Grad an Internationalisierung positiv auf das Geschäftsergebnis eines Unternehmens aus.

Wer als Führungskraft in einem international tätigen Unternehmen arbeitet, hat es mit fremden Kulturen zu tun. Eine Hürde ist dabei oft die Kommunikation. Ein typisches Problem: Im Gespräch werden sprachliche Details nicht wahrgenommen, auch finden kulturelle Hintergründe zu wenig Beachtung.

Für Andreas Müller , Studiengangsleiter interkulturelles Management und Kommunikation an der Karlshochschule in Karlsruhe , gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Sprecher "überzeugender und authentischer wirken zu lassen". Müller rat zu "klarer Artikulation, ausgewogener Rhythmik und auf den Sachverhalt und den Partner passende Wortwahl". In seinem Aufsatz Babylon ist überall – Führen in fremden Kulturen (erschienen in Führungspraxis und Führungskultur , Symposion Verlag) beschreibt er, wie man mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern umgehen sollte, deren Sprache eine Führungskraft nicht ausreichend beherrscht.

Ein Rat, den Müller gibt: Führungskräfte sollten Redewendungen aus dem Sprachgebrauch ihrer internationalen Gesprächspartner und deren Umgebung beherrschen, um ein Gefühl von Nähe herstellen zu können. Auch sollten Führungskräfte auf Gepflogenheiten des interaktiven Umgangs achten und sie in ihr "kommunikatives Repertoire" aufnehmen. Bei all dem ist aber auch wichtig, dass eine Führungskraft ihren eigenen Stil im Umgang mit der Sprache entwickelt.

Müller rät konkret, auf folgende Punkte zu achten:

  • Welche Sprache spricht der Partner (Muttersprache oder Geschäftssprache)?
  • Auf die Transparenz achten: Welche Begriffe werden immer wieder verwendet?
  • Auf die Motivation achten: Welche Arbeitsziele verfolgt der Gesprächspartner?

Diese Informationen, so Müller, machten es leichter, dass Gespräch mit einem Geschäftspartner aus einem anderen Kulturkreis effektiv zu gestalten. Allerdings sei es nicht immer leicht, an die Informationen heranzukommen. Oft braucht es dafür Geduld und Erfahrung. Deshalb sei es sinnvoll, immer wieder nach der Bedeutung von Ausdrucksweisen zu fragen und danach, warum das Gegenüber eine Formulierung wählt.