Wir haben fast nur Großraumbüros bei uns im Betrieb. Und jeden Winter gibt es bezüglich der Raumtemperatur Stress. Die einen wollen es warm, die anderen kalt. Was ist aus arbeitsrechtlicher Sicht zu beachten?, fragt Mateo Rahlmann.

Sehr geehrter Herr Rahlmann,

die aktuell veröffentlichte ASR A3.5 Raumtemperatur gibt für verschiedene Arbeitsräume unterschiedliche Mindesttemperaturen von 12 bis 20 Grad Celsius vor – je nachdem, wie schwer die Arbeiten körperlich sind, die in diesen Räumen ausgeführt werden. Dabei gilt, je schwerer, desto kälter.

Die ASR A3.5 gibt folgende Mindesttemperaturen vor:

  • 20 Grad Celsius für sitzende Tätigkeiten ohne körperlichen Einsatz (z.B. Büroarbeit)
  • 19 Grad Celsius für leichte stehende, gehende oder mittelschwere sitzende Tätigkeiten (z.B. Arbeiten an der Werkbank)
  • 17 Grad Celsius für mittelschwere stehende oder gehende Tätigkeiten (z.B. Montagearbeiten)
  • 12 Grad Celsius für schwere stehende oder gehende Tätigkeiten (z.B. das Tragen und Heben von Lasten)

Um die Lufttemperatur im Raum genau messen zu können, benötigen Sie ein strahlungsgeschütztes Thermometer, das präzise auf +/- 0,5 Grad Celsius misst. Messen Sie dabei stündlich in einer Höhe von 0,6 Metern bei sitzenden und 1,1 Metern bei stehenden Tätigkeiten.

Neben niedrigen Temperaturen kann aber auch trockene Luft bei Ihren Mitarbeitern zu Erkrankungen führen. Achten Sie daher ebenfalls auf die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen. Gerade im Winter liegt diese durch das ständige Heizen stark unter der vorgegebenen Richtlinie von 50 und 65 Prozent. Dazu benötigen Sie allerdings ein Hygrometer.

Und versuchen Sie immer einen Kompromiss unter Berücksichtigung der Interessen aller Mitarbeiter zu finden.

Ihr Ulf Weigelt