Masseur : Ein Job für Kontaktfreudige

Masseure lernen in ihrer Ausbildung mehr als 30 Techniken. Die brauchen sie: Denn die Nachfrage steigt. Die Jobchancen stehen gut, zeigt der Beruf der Woche.

Wenn es im Rücken zwickt , suchen die Deutschen gerne Hilfe bei Masseuren. Die haben im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Denn Rückenschmerzen verursachen einen Großteil aller Fehltage im Job. Aber nicht jede Massage wirkt. Mehr als 30 Techniken erlernen angehende Masseure und medizinische Bademeister , wie die offizielle Bezeichnung des Berufes lautet.

"Man muss zwischen Wellnessmassagen und medizinischen Massagen unterscheiden", sagt Hans Ortmann, Vizepräsident des Verbands Physikalische Therapie (VPT) . Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsbild. Daneben gibt es auch noch präventive Behandlungen und rehabilitative Maßnahmen – beispielsweise nach einer Erkrankung oder Verletzung. Zusätzlich zur Massagetherapie mit den einzelnen Formen gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Thermotherapie, Elektrotherapie, Licht- und Strahlentherapie oder Hydrotherapie gehören beispielsweise dazu. In der Regel kommen die Patienten auf ärztliche Weisung in die Praxis. Meist haben sie einige Anwendungen auf Rezept erhalten. Immer mehr Menschen lassen sich auch privat behandeln. Die Nachfrage steigt – denn Massagen wirken auch entspannend.

Vor jeder Behandlung checkt der Masseur, was der Kunde braucht. Dazu begutachtet er das Gewebe. Wie sieht es in normalem Zustand aus? Ist es pathologisch, also krankhaft verändert? Dann entscheidet er, welche Behandlungsmethode am sinnvollsten ist.

"Masseure sind Gewebespezialisten und arbeiten überwiegend fühlend mit den Händen. Oft sind die Behandlungen eine Alternative zu anderen medizinischen Lösungen", sagt Ortmann. So wenden medizinische Masseure beispielsweise manuelle Lymphdrainage an, die dazu führt, dass angestaute Gewebeflüssigkeit abfließen kann. Oft arbeiten Masseure interdisziplinär mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zusammen.

Keine Angst vor Nähe

Für die Arbeit darf man nicht kontaktscheu sein. Masseure benötigen Einfühlungsvermögen und Geduld. Sie müssen teamfähig sein und gut zuhören können.

"Wir müssen uns in die Situation der Patienten hineinversetzen können. Das Verstehen des Gegenübers ist entscheidend", sagt Ortmann. Eine Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister dauert zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit machen die Lehrlinge auch ein Pflichtpraktikum. Die Ausbildung kann an staatlichen Schulen oder an staatlich anerkannten privaten Berufsfachschulen absolviert werden. Der Unterricht in Theorie und Praxis erfolgt in der Regel in Vollzeit. Je nach Schule ist die Ausbildung kostenpflichtig. Am Ende steht eine Prüfung. Wer sie besteht, darf den Titel "Staatlich anerkannter Masseur und medizinischer Bademeister" tragen.

Auf dem Stundenplan in der Lehre stehen Berufsgesetzkunde, Anatomie und Physiologie, allgemeine und spezielle Krankheitslehre und natürlich Hygienevorschriften. Auch Erste Hilfe und Verbandstechnik sowie in Pädagogik, Soziologie und natürlich Massagetechniken gehören dazu. Bei den Techniken liegt auch der feine Unterschied zur Ausbildung als Physiotherapeut. Mit etwa 350 Ausbildungsstunden fällt die Masseurs-Ausbildung deutlich umfangreicher aus als die Physiotherapie-Ausbildung, die 150 Stunden umfasst.

Der hohe Praxisanteil macht allerdings auch Spaß. Denn natürlich üben die Azubis am eigenen Körper. "Man muss als Masseur alles in der Praxis selbst erfahren und gespürt haben, damit man weiß, wie es auf den Patienten wirkt", sagt Ortmann. Wie macht es der Kollege? Wo liegt der Unterschied? Am Patienten arbeiten die Lehrlinge erst, wenn Praxis und Theorie in der Berufsfachschule absolviert wurden.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

ich liebe

Masseure nur bedingt, da ich durch Rückenprobleme sicherlich schon mehr als 30 in den letzten 10 Jahren spüren durfte und nicht annähernd die Hälfte konnte etwas bewirken.Deshalb nutze ich mittlerweile Physiot.
Die dabei geführten Gespräche hatten zuletzt immer den gleichen Inhalt und zwar den das die Masseure sich bei der Behandlung darüber ausließen den Job an den Nagel hängen zu wollen da sie immer schlechter bezahlt würden.

Eine gute Massage...

egal ob medizinisch indiziert oder als Wellness gebucht, streichelt immer auch die Seele. Das wird gerne unterschätzt, dabei ist es so wichtig. das Masseure/rinnen so schlecht bezahlt werden ist natürlich schlimm. 10.-€ Umsatz brutto für 20 Minuten Arbeit inkl. Raum etc. von den gesetzlichen Krankenkassen, das ist eine Katastrophe.

wenn s die

Kankenkasse zahlt, bin privat und nur mit der Grundausstattug versichert da sieht es so aus:

der Physio hat mich 40 Minuten und das sind 60 Euro
die Kasse gib 15 dazu-

die zehnerkarte kostet mir 450 Euro-

geht auch günstiger habe dann jedoch die falschen Hände am Rücken die nichts verusachen ausser Schmerzen-

doch die 10 Termine im Monat bezahlt die Aufgabe meiner
Kettenraucherei und bringt mir mehr als das Nikotin :-)

1500 Euro brutto

Wahrscheinlich ergibt das etwa 1100 netto. Davon kann man kaum leben, geschweige denn eine Familie ernähren. In Ballungsräumen muss wohl sofort Wohngeld beantragt werden.

Kein Wunder, dass kaum jemand, der vernünftig kalkuliert, sich so einen Beruf (oder Florist, Friseurin....) wählt.

@ Redaktion:
Als "Beruf der Woche" sollte das nicht bezeichnet werden. Dazu dienen Berufe, von denen man/frau vernünftig leben kann.