Es ist das älteste Recyclinggewerbe der Welt : Schon vor 2.000 Jahren schmolzen die alten Römer ihre Bronzestatuen ein, um daraus neue Gegenstände herzustellen. Auch heute steht Altmetallrecycling hoch im Kurs. Die Nachfrage nach Metallschrott wächst stetig, denn die Ressourcen sind knapp. Insbesondere Stahl ist gefragt, aber auch Buntmetalle wie Kupfer, Nickel oder Zink werden gesucht.

" Schrotthändler ist ein Job mit Zukunft . Wir sind Experten der Altmetallverwertung. Ohne uns würde die Weiterverarbeitung nicht laufen", sagt Ralf Schmitz, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Metallhändler e.V. Die Berufsbezeichnung 'Schrotthändler' ist dabei ein relativer Begriff, die Bandbreite der Schrotthändler in Deutschland reicht vom kleinen Zwei-Mann-Betrieb, der wie vor 30 Jahren mit einem Transporter durch die Straßen fährt über den klassischen Schrottplatzbesitzer, der vornehmlich alte Pkw ausschlachtet, bis hin zum großen Recyclingkonzern, der gezielt Altmetall anderer Unternehmen aufkauft und damit Milliardenumsätze erzielt. Für die Arbeit sind umfangreiche Materialkenntnisse gefragt, schließlich müssen Schrotthändler die verschiedenen Metalle auseinanderhalten können. Wie erkenne ich Buntmetalle? Wie prüfe ich das Material?

"Nur anhand der Farbe kann man Metalle nicht auseinanderhalten. Man muss die Eigenarten kennen", sagt Schmitz. Einige unterscheiden sich zum Beispiel anhand der Funkenfarbe, Eisen kann man durch die Magnetprobe erkennen, Aluminium durch das geringe Gewicht.

Am wichtigsten ist natürlich der Wert des Metalls und wie dieser ermittelt werden kann. Dazu müssen Schrotthändler wissen, wie hoch ein Metall auf dem Markt gehandelt wird. "Die Preise orientieren sich an der Londoner Metallbörse und wechseln täglich", sagt Schmitz.

Eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Schrotthändler gibt es nicht. Viele Altmetallhändler kommen als Quereinsteiger aus handwerklichen Berufen oder aus dem Groß- und Außenhandel. Sie durchlaufen, je nach Position innerhalb des Betriebs, eine interne Fortbildung im jeweiligen Unternehmen. "Das ist aber stark abhängig von der Größe des jeweiligen Betriebs", sagt Schmitz. Insbesondere bei kleinen Schrotthändlern sind oft ungelernte Kräfte beschäftigt. Zusätzlich bietet auch der Verband Deutscher Metallhändler e.V. Fortbildungen an.

Mittlerweile hat das Urban Mining – so das Modewort unter anderem auch für das Metallrecycling – einen wichtigen Platz bei der Metallgewinnung eingenommen. "Es wird mehr Kupfer in Deutschland aus Schrott produziert, als aus Erzen gewonnen wird", sagt Schmitz. Entscheidend dafür ist der Reinheitsgrad des Altmetalls. Sauberer Kupferschrott hat den gleichen Wert wie neu aus Erz produziertes Kupfer. Allerdings hat das Recyceln von Metallen den entscheidenden Vorteil, dass wesentlich weniger Energie für die Herstellung aufgewendet werden muss. "Beim Recyceln von Aluminiumschrott werden nur fünf Prozent der Energie benötigt, die man brauchen würde, um Aluminium aus Bauxit herzustellen", so der Experte.