TierpflegerTäglich viel Mist wegräumen

Von wegen den ganzen Tag mit Tieren kuscheln: Die Arbeit von Tierpflegern ist ein Knochenjob und offene Stellen gibt es kaum, zeigt der Beruf der Woche. von 

Ein Pfiff und Manolo kommt um die Ecke getrottet. Kurz hält der Nasenbär inne, als er Tierpfleger Detlef Busse sieht. Er streckt seine Nase in den Wind und schnuppert. "Alles in Ordnung", scheint Manolo zu denken. "Ist ja nur der Mensch, den ich schon kenne." Langsam wackelt das Tier weiter. Busse ruft "Hopp" und schon springt ihm der Nasenbär auf den Schoß.

"Das macht er jetzt nur, weil er weiß, dass Publikum da ist. Der ist nicht immer so umgänglich", sagt Busse und lacht. Das Bild des flauschigen Nasenbärs, der brav auf Busses Schoß sitzt, erweckt den Eindruck, Tierpfleger sei ein echter Traumberuf. Aber Busse, der seit über 40 Jahren als Tierpfleger im Zoo Hannover arbeitet, weiß es besser. "Direkten innigen Tierkontakt macht nur einen kleinen Teil unseres Arbeitstages aus." Den Großteil verbringen die Pfleger mit dem Ausmisten der Gehegen und Futtervorbereitung. Schubkarren voller Mist, schwere körperliche Arbeit beim Strohschleppen und Sandschaufeln und eine Menge unangenehmer Gerüche – der Job sei wesentlich härter als es in den beliebten TV-Formaten gezeigt werde, sagt Busse. 

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Auch die Futtervorbereitung hat es in sich: Viele Wildtiere fressen tierische Nahrung. Mäuse oder Ratten töten und verfüttern gehört ebenso zum Joballtag wie Insekten vorbereiten. "Es gibt eben nicht nur Tiere, die Salat fressen", sagt der Pfleger.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Daneben gehören Trainings mit den Tieren zu den täglichen Aufgaben. Dabei geht es aber keineswegs um Zirkuskunststücke. In den Übungen wird den Tieren ein Verhalten antrainiert, das es im Erkrankungsfall ermöglicht, das Tier auch zu behandeln. Die Trainings sind die wenigen Momente, in den Pfleger engeren Kontakt mit "ihren" Tieren haben.

Spezialisiert auf besondere Tierarten

Tatsächlich haben die Pfleger "eigene" Tiere. Denn die meisten spezialisieren sich im Laufe der Jahre auf eine bestimmte Tierart – etwa auf bestimmte Vögel, Elefanten oder Affen. Auch eine geografische Spezialisierung, wie Tiere aus Südamerika oder Asien , ist möglich. Wieder andere fokussieren sich auf das Tiertraining. So hat es auch Tierpfleger Busse gemacht.

Für den Job ist natürlich Tierliebe und Einfühlungsvermögen wichtig. Die Pfleger sollten körperlich robust und sportlich sein. "Man muss auch mal vor einem Tier weg- oder hinterherlaufen können."

Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer Lehrzeit von drei Jahren. Angehende Zoopfleger lernen die Biologie und Anatomie der unterschiedlichen Tiere ebenso wie auch tierärztliche Inhalte kennen. "Wenn ein Tier operiert werden muss, dann muss man oft den Tierarzt als Assistenten unterstützen." Auch über die Ernährungsgewohnheiten müssen die Pfleger Bescheid wissen. Was frisst ein Gürteltier? Und was steht auf dem Speiseplan eines Elefanten? Welche Tierart stammt aus welchem Teil der Erde und was sind typische Verhaltensweisen? Wie muss ein Gehege aussehen, damit das Tier artgerecht gehalten werden kann? "Man muss jede Menge Biologie lernen", sagt Busse.

Leserkommentare
  1. ... Dann finde ich Ihren 'Kommentar' sehr daneben. Sollen die Tiere verhungern und verdursten?
    So ein (auf dem Foto) glücklich wirkender Tierpfleger. Schön anzuschauen, das Foto.

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  • Schlagworte Anatomie | Ausbildungsplatz | Biologie | Training | Pflege | Asien
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