Ich habe zwei Jahre Elternzeit eingereicht, gleichzeitig aber angekündigt, dass ich bereits nach gut einem Jahr in Teilzeit zurückkehren möchte. Mein Chef lehnt das aber ab. Was bedeutet das für mich?, fragt Thorsten Künau.

Sehr geehrter Herr Künau,

laut § 15 Abs. 4 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) dürfen Mitarbeiter während ihrer Elternzeit erwerbstätig sein. Allerdings gibt es hier eine Begrenzung von maximal 30 Wochenstunden. Vorausgesetzt, der Mitarbeiter hat seinen Arbeitgeber über den Wunsch der Teilzeitbeschäftigung rechtzeitig informiert. Das heißt, Sie müssen Ihren schriftlichen Antrag mindestens sieben Wochen vor Beginn der Tätigkeit stellen.

Der Gesetzgeber geht hier erst einmal davon aus, dass sich Mitarbeiter und Unternehmen einigen und der Erwerbstätigkeit während der Elternzeit nichts im Wege steht. Erreichen beide Parteien keine Einigkeit, stellt sich also der Arbeitgeber quer, nützt ihm das nichts. Denn laut des § 15 BEEG steht Mitarbeitern die Arbeitszeitverringerung zu. Und diese können Sie notfalls auch per Gericht durchsetzen.

Dieser Anspruch besteht allerdings nur, wenn unter anderem das Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt, die Arbeitszeit für mindestens zwei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden reduziert werden soll – sowie beim Arbeitgeber keine betrieblichen Gründen dagegen sprechen. Und genau auf den letzten Punkt berufen sich Unternehmen gern, wenn sie den Teilzeitwunsch von Mitarbeitern ablehnen wollen.

Aber auch hier hat der Gesetzgeber vorgebaut: Die betrieblichen Gründe, die gegen die Arbeitszeitverringerung sprechen, sind in der Praxis kaum durchsetzbar. Denn bevor diese Gründe greifen, müssen Unternehmen zunächst die betriebliche Umorganisation prüfen. Auch müssen sie belegen können, dass die Arbeitsreduzierung für die Dauer der Elternzeit nicht realisierbar ist.

Ihr Ulf Weigelt