GehirnleistungJonglieren entspannt und macht schlau

Jonglieren mit Bällen lässt sich schnell lernen und es steigert die Gehirnleistung enorm. Schon drei Minuten Ballspiel im Büro macht konzentriert und munter. von 

Müde, abgespannt, unkonzentriert? Wenn der Kaffee nicht mehr wirkt, hilft Bewegung, um die Konzentrationsfähigkeit wieder zu steigern. Kurz vor die Tür gehen, ein wenig Gymnastik – Tipps für müde Büroarbeiter gibt es jede Menge. Aber kaum eine Übung ist so effektiv wie Jonglage.

Jonglieren im Büro? Es gibt eine Reihe guter Gründe dafür. Das haben gleich mehrere Studien bestätigt.

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Durch die sanften Bewegungen beim Werfen und Fangen werden Körper und Hirn gut durchblutet. Das Gehirn bekommt auf diese Weise Sauerstoff, beide Gehirnhälften müssen zusammenarbeiten – das fördert die Wahrnehmung.

Die Gehirnhälften sind über einen Balken mit etwa 300 Millionen Nervenleitungen miteinander verbunden. Beim Jonglieren wird diese Region ganz besonders aktiviert. Gleichzeitig wird das Protein BDNF gebildet, das für das Wachstum neuer Gehirnzellen sorgt. Forscher der Uni Regensburg fanden in einer Studie im Jahr 2004 heraus, dass das Gehirnvolumen der Probanden nach regelmäßigen Jonglage-Übungen zunahm.

Jonglieren macht schlau

Man wird also nicht nur wacher und konzentrierter – sondern auch schlauer . Zugleich entspannt Jonglieren. Durch die Bewegung werden Stresshormone abgebaut. Und nicht nur das: Jonglage ist erstaunlich schnell und einfach erlernbar, in jedem Alter. Zwar glauben viele, es käme auf Geschicklichkeit, Koordination oder Talent an. Aber das ist ein Irrglaube.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Die allermeisten Menschen erzielen beim Spiel mit zwei bis drei Bällen schon nach wenigen Minuten erste Erfolge. Die Erfahrung gibt Selbstvertrauen, der Jongleur wird innerhalb weniger Minuten sicherer. Mit dem Selbstbewusstsein wächst auch der Spaß an der Jonglage. Das Glückshormon Dopamin wird ausgestoßen; es macht zufrieden und wach.

Hinzu kommt, dass Jonglage so gut wie überall möglich ist und bis auf die Anschaffung von drei Bällen nichts kostet. Selbst im Großraumbüro lässt sich in der Pause kurz jonglieren – das trägt auch zur Erheiterung (und wenn man die Kunst erst beherrscht, zum Erstaunen) von Kollegen und Kunden bei.

Leserkommentare
    • xtraa
    • 08. November 2012 10:19 Uhr

    Gibt es eigentlich noch irgendetwas, dass ich machen kann ohne dabei meine Produktivität zu steigern oder aber ein Angebot zu befriedigen?

    Vermutlich wird in dreisprachigen Kindergärten bald jongliert, wie verrückt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nein!
    Rechtfertigungen müssen her: man kauft schließlich nur ein neues Gadget, um die "Produktivität zu steigern", Freizeitsportarten müssen vom Beruf entspannen und zudem generell irgendeinen Zusatznutzen haben. Sie Essen hoffentlich nicht auch nur zum Spaß, sondern wegen Cholesterinsenkung, Fitness, Vitaminen?
    Das Fortbewegungmittel darf nicht nur Spaß machen, sondern selbstverständlich auch die Umwelt entlasten, das Kind nicht nur Spielen, sondern spielend lernen ... usw usf.

    Danke, ihr Kommentar war auch das erste, was mir in den Sinn kam! "Jonglieren entspannt" wäre als Überschrift völlig ausreichend und zudem ehrlicher gwesen!

  1. Hacky-Sack/Footbag ist auch ein guter Zeitvertreib, vorallem wenn man in einer großeren Runde ist. Das brauch aber richtig viel Übung um darin eine Halbwegs brauchbare Figur hinzulegen.

    Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, daher nicht entmutigen lassen wenn die ersten male noch gar nichts klappt, sei es nun beim Jonglieren oder beim Hacky-Sack.
    Schon der Versuch macht klüger.

  2. ich jongliere seit Jahren - zwar stümperhaft - aber mit Leidenschaft. Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass meine Produktivität darunter leidet oder ein Angebot nicht befriedigt werden kann (xtraa) - ich machs zum Beispiel in den Pausezeiten. 5 Minuten Jonglieren bläst den Kopf frei, den entweder man bückt sich und hat dadurch Extra-Gymnastik - oder man konzentriert sich aufs Jonglieren und bekommt dadurch den Kopf frei.
    Außerdem was ist schlecht daran, wenn Kinder in Kindergärten 3-sprachig jonglieren? Dadurch lernen Sie wenigsten nichts destruktives ...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • xtraa
    • 08. November 2012 11:13 Uhr

    Das ging jetzt auch nicht gegen das Jonglieren an sich, sondern darum, dass hier wieder etwas als Instrument zur Leisungssteigerung angepriesen wird. Das finde ich fuchtbar. Wer Spaß am Jonglieren hat, eben ohne "Hintergedanken", wie es susanne51 nach mir schrieb, den kann ich nur beglückwünschen. Leider hat mir der Artikel nun eher die Lust am Jonglieren genommen, da ich jetzt immer das Gefühl haben werde, gleichzeitig etwas für meine Karriere zu tun ;)

    • xtraa
    • 08. November 2012 11:13 Uhr

    Das ging jetzt auch nicht gegen das Jonglieren an sich, sondern darum, dass hier wieder etwas als Instrument zur Leisungssteigerung angepriesen wird. Das finde ich fuchtbar. Wer Spaß am Jonglieren hat, eben ohne "Hintergedanken", wie es susanne51 nach mir schrieb, den kann ich nur beglückwünschen. Leider hat mir der Artikel nun eher die Lust am Jonglieren genommen, da ich jetzt immer das Gefühl haben werde, gleichzeitig etwas für meine Karriere zu tun ;)

  3. 7. .....

    Nein!
    Rechtfertigungen müssen her: man kauft schließlich nur ein neues Gadget, um die "Produktivität zu steigern", Freizeitsportarten müssen vom Beruf entspannen und zudem generell irgendeinen Zusatznutzen haben. Sie Essen hoffentlich nicht auch nur zum Spaß, sondern wegen Cholesterinsenkung, Fitness, Vitaminen?
    Das Fortbewegungmittel darf nicht nur Spaß machen, sondern selbstverständlich auch die Umwelt entlasten, das Kind nicht nur Spielen, sondern spielend lernen ... usw usf.

    Danke, ihr Kommentar war auch das erste, was mir in den Sinn kam! "Jonglieren entspannt" wäre als Überschrift völlig ausreichend und zudem ehrlicher gwesen!

    Antwort auf "Ist ja super!"
  4. Nicht vergessen/übersehen: der Artikel erscheint im Ressort "Karriere", nicht im Ressort "Gesundheit" oder "Sport" oder "Freizeit" oder.... D.h. die Karrieristen haben wieder was entdeckt, das sich zweckdienlich verwursten lässt.

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  • Schlagworte Großraumbüro | Studie | Training | Video | Gehirn | Kaffee
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