Ich habe davon gehört, dass eine Kündigungsfrist von über 12 Monaten rechtens ist. Stimmt das?, fragt Stephan Fleischer.

Sehr geehrter Herr Fleischer,

fachlich versierte und motivierte Arbeitnehmer zu finden und zu halten, ist heutzutage nicht leicht . Daher versuchen immer mehr Unternehmen, ihre Mitarbeiter mit langen Kündigungsfristen an das Unternehmen zu binden.

Ein aktueller Fall zeigt, dass sogar eine Kündigungsfrist von 18 Monaten wirksam ist. Dabei ging es um einen Mitarbeiter, der im Einzelhandel in leitender Stellung tätig war. Bei seinem Jobantritt einigten er und das Unternehmen sich per Arbeitsvertrag auf eine Kündigungsfrist von 18 Monaten. Davon wollte der Mitarbeiter aber nichts mehr wissen, als er ein anderes Jobangebot hatte und das Unternehmen verlassen wollte. Es kam mit seinem Arbeitgeber zum Streit.

Das Arbeitsgericht Heilbronn ( Az.: 5 Ca 307/11 ) entschied in einem Urteil, dass die Kündigungsfrist von 18 Monaten rechtens ist. Die Frist hält sich nämlich an den vom Gesetzgeber akzeptierten Rahmen, der durch das BGB definiert wird . Hat der Mitarbeiter eine solche lange Frist mit dem Arbeitgeber ausgemacht, muss er diese auch einhalten.

Möchten Arbeitgeber eine solch lange Kündigungsfrist in Arbeitsverträgen festschreiben, sollten sie aber auch daran denken, dass diese Frist für beide der Arbeitsvertragsparteien gilt. Auch, wenn sie sich von einem Mitarbeiter trennen wollen. Das vergessen Unternehmen nämlich immer gern, wenn die Trennung von ihnen ausgeht und dann wird oft unberechtigterweise fristlos gekündigt.

Ihr Ulf Weigelt