Ein Teilzeitmitarbeiter möchte seine Arbeitszeit etwas erhöhen.Mehr Arbeit steht w eder bei seiner bisherigen Tätigkeit an noch auf einer anderen Position, lediglich in einem vollkommen anderen Bereich. Daher möchte ich ihm eine Absage für die Arbeitszeiterhöhung geben. Muss ich dabei etwas berücksichtigen?, fragt Stefanie Wundrich.

Sehr geehrte Frau Wundrich,

erteilen Sie Ihrem Mitarbeiter eine solche Absage, müssen sie den Paragraphen 9 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes ( TzBfG ) berücksichtigen: Ist ein entsprechender Arbeitsplatz frei, müssen Sie als Arbeitgeber den Wunsch der Arbeitszeiterhöhung eines Mitarbeiters berücksichtigen. Das heißt, Sie dürfen diesen Wunsch nicht einfach ignorieren. Allerdings gibt es eine wichtige Bedingung: Natürlich muss der Mitarbeiter über das Know-how verfügen, diese Position auszufüllen. Sie müssen sich nicht daran halten, wenn "dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer dem entgegenstehen".

Ist, wie in Ihrem Fall, kein entsprechender Arbeitsplatz vorhanden, sind Sie auch nicht verpflichtet, einen anderen so zu gestalten, dass es passen könnte. Denn der Anspruch Ihrer Mitarbeiter bezieht sich nur auf freie Arbeitsplätze, wie Sie sie gestaltet haben und dementsprechend anbieten.

Sie schreiben, dass es sich bei Ihrem Mitarbeiter um einen Teilzeitbeschäftigten handelt und er seine Arbeitszeit "etwas erhöhen" möchte. In diesem Fall müssen Sie seinen Wunsch bei der Besetzung von Vollzeitstellen nicht zwangsläufig berücksichtigen. Es sei denn, die Arbeitszeiterhöhung würde aus der Teilzeit- eine Vollzeitstelle machen. Natürlich muss der Mitarbeiter die Anforderungen der Position erfüllen. Und er muss auch Vollzeit arbeiten wollen und nicht nur aufstocken.

Haben Sie in absehbarer Zeit eine Vollzeitstelle zu vergeben, und würde der Mitarbeiter mit seiner Qualifikation passen, fragen Sie ihn, ob er bereit wäre, seine Arbeitszeit zu erhöhen. Möchten Sie diesen Mitarbeiter nicht auf eine Vollzeitstelle heben, weil Sie einen anderen Mitbewerber favorisieren, müssen Sie wissen: Er kann sie dennoch einfordern – aber auch nur, wenn er die gleiche Eignung wie der Mitbewerber hat. Das ist der Fall, wenn er sowohl fachlich als auch persönlich dieselben Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringt. Hilfreich ist es, sich den Lebenslauf und Bescheinigungen über Weiterbildungen anzuschauen. So können Sie Auseinandersetzungen von vornherein vermeiden.

Ihr Ulf Weigelt