CSR-ManagerFür das Wohl der Firma und eine bessere Welt

CSR-Manager erarbeiten Kampagnen für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Bildung. Ihr Ziel: Das Image eines Unternehmens durch gute Taten verbessern. Unser Beruf der Woche von 

Vor dreieinhalb Jahren bei der Meisterfeier: "Wölfi", das Maskottchen des VfL Wolfsburg, engagiert sich auch im sozialen Bereich.

Vor dreieinhalb Jahren bei der Meisterfeier: "Wölfi", das Maskottchen des VfL Wolfsburg, engagiert sich auch im sozialen Bereich.   |  © Jochen Lübke/dpa

Bier trinken für den Regenwald: Seit mehr als zehn Jahren wirbt eine große deutsche Brauerei damit, pro verkauftem Kasten Bier einen Quadratmeter Regenwald zu retten. Das Versprechen ist der Kern einer der größten und bekanntesten CSR-Kampagnen Deutschlands. CSR? Die Abkürzung steht für Corporate Social Responsibility , was so viel wie unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft bedeutet. Gemeint ist damit alles, was eine Firma freiwillig für die Gesellschaft und Umwelt tut – innerhalb ihres Kerngeschäfts, etwa wenn sie auf faire Arbeitsbedingungen in ihren Tochterbetrieben oder bei Zulieferfirmen achtet, oder darüber hinaus, beispielsweise durch Spenden für den Umweltschutz, für Schulen in der Nachbarschaft oder andere wohltätige Zwecke.

In Deutschland beschäftigt jedes größere Unternehmen mittlerweile CSR-Manager, die das soziale Engagement ihrer Firma gestalten. Sie entwickeln Kampagnen und Projekte, die der Umwelt und Gesellschaft Gutes tun sollen – und letztlich natürlich ihrem Arbeitgeber. CSR-Initiativen sollen die Unternehmen bekannt machen und ihren Ruf verbessern.

Anzeige

Nico Briskorn arbeitet als CSR-Manager beim VfL Wolfsburg . Für den Fußballclub entwickelt er Projekte, die ihren Schwerpunkt in den Bereichen Bildung, Integration, Umwelt und Gesundheit haben. So beteiligt sich der VfL zum Beispiel an einer Bürgerstiftung, die Kindern aus armen Familien die Mitgliedschaft im Sportverein finanziert, oder er schickt sein Maskottchen "Wölfi" in Grundschulen, um Schultüten zu verteilen und auf die Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen (und ganz nebenbei ein bisschen für den Club zu werben).

Briskorn hat die Erfahrung gemacht, dass eine wachsende Anzahl von Unternehmen mittlerweile "freiwillig Verantwortung übernehmen" für Gesellschaft und Umwelt, "auch Vereine aus den oberen Spielklassen der Fußball-Bundesliga". CSR-Manager wie er arbeiten häufig mit externen Partnern zusammen, um Ideen zu entwickeln und umzusetzen, zum Beispiel mit Schulen, Vereinen, Kommunen oder einzelnen Politikern.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

Schon mal einen Kampfmittelräumer oder einen Bird Controller bei der Arbeit erlebt?

Jede Woche stellt unser Autor Markus Schleufe einen ungewöhnlichen Job in unserer Serie "Beruf der Woche" vor. 

Als E-Book kaufen

Die besten Folgen können Sie auch als E-Book kaufen: www.zeit.de/ebooks.

Das Unternehmen gibt Geld und andere Ressourcen, schließlich profitiert sein Ruf. Zugleich sollen die Projekte aber auch tatsächlich einem guten Zweck dienen. "Nicht nur für die Galerie sein, sondern auch etwas bewegen", nennt Briskorn das.

Einen typischen Arbeitstag gibt es für CSR-Manager nicht. Was genau sie tun, hängt immer vom konkreten Projekt ab: Wer eine Werbekampagne für den Regenwald entwirft, muss ganz andere Dinge organisieren als jemand, der Schulbesuche organisiert, oder jemand, der die Arbeitsbedingungen in weit entfernten Fabriken überprüft.

Gemeinsam ist den unterschiedlichen Projekten aber meist die intensive Kommunikation mit anderen Menschen und Institutionen. Ein CSR-Manager muss Netzwerke aufbauen und Projekte entwickeln können. Dazu braucht er Neugierde und Offenheit, Kreativität, Organisationstalent und Überzeugungskraft. Außerdem muss er in der Lage sein, sich schnell in neue Sachverhalte einzuarbeiten.

Leserkommentare
  1. zu diesem sehr interessanten Thema, findet jemand da nicht direkt einen Job als Etikundmoralmarketingmanager ein Gewerbe anmelden und mittelst#ndischen Unternehmen anbieten die noch nicht das Wagnis einer festen Position dafür gehen wollen um Erfahrungen und Konatkte zu sammeln.

    Woche für Woche ein Vorschlag hier, diese Woche ein überdurchschnittlich anspruchsvoller für Selfmademanager-
    der Zukunft hat.

  2. Ich habe fast zwanzig Jahre lang als "CSR-Manager" in einem M-DAX-Unternehmen gearbeitet. Zunächst: so nennt das in den Unternehmen niemand! Da heißt es eher Nachhaltigkeitsbeauftragter. Oder wenn es schon Englisch sein muss: CR-Manager (für Corporate Responsibility, das social lässt man zunehmend weg, da es im Deutschen fälschlicherweise mit "sozial" übersetzt wird, aber eigentlich "gesellschaftlich" meint - und das ist ein Unterschied!). Und um die beschriebenen "Charity-Projekte" geht es erst ganz am Schluss. Eher um klassische Umweltthemen. Oder um die Verantwortung in der Lieferkette (bestes Beispiel sind die Brände in Textilfabriken in Pakistan oder aktuell in Bangladesch). Und nicht um "Saufen für den Regenwald". Sehr oberflächlicher Artikel ...

  3. Schade, hätte ein interessanter Artikel werden können. Leider hat der Autor ganz offensichtlich keine Ahnung vom Thema. Das fängt schon bei der Überschrift an. Denn wenn man nur das Image eines Unternehmens verbessern will, dann lautet das richtige Wort dafür eher Greenwashing- als CSR-Manager.

    Ganz allgemein gesprochen geht es darum, dass ein Unternehmen nicht kurzfristige Eigeninteressen in den Mittelpunkt stellt, sondern langfristig die Gesamtwohlfahrt der Gesellschaft steigert. Auch dies hat der Autor scheinbar nur teilweise verstanden, denn er schreibt unbeirrt weiter von irgendwelchen Kampagnen. Richtige verstanden CSR ist aber gerade eben keine Kampagne. Denn Kampagnen sind per Definition zeitlich befristete Aktionen. Kernidee vom CSR ist jedoch immer der Nachhaltigkeitsgedanke, also ein konsequentes langfristiges Denken.
    Diese Notwendigkeit von CSR ergibt sich aus der Existenz von negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft. So kann man z.B. im Nachhaltigkeitsbericht von Puma nachlesen, das durch Luftverschmutzung etc. pro 100 € Umsatz, den das Unternehmen mit seinen Schuhen erzielt, 6.70€ Schaden für die Gesellschaft anfallen.
    Insgesamt ist CSR eine sehr komplexe Aufgabe. Aber natürlich kann man darüber auch Kindergartenartikel mit Fußball Maskottchen schreiben. In Zeiten intensiver Diskussionen über Qualitätsjournalismus stellt sich mir nur die Frage, ob Zeit online der richtige Platz dafür ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bitte hören Sie auf, den Begriff "Nachhaltigkeit" weiter so inhaltsleer zu verwenden. So lange wir eine Wirtschaftsform - und in dieser auch entsprechend agierende Unternehmen - haben, die zwangsläufig (inhärent!) auf Wachstum gepolt ist und damit auf den steten Mehrverbrauch natürlicher Ressourcen aufbaut, ist "Nachhaltigkeit" nichts weiter als Hohn gegenüber diesem Planeten, aber auch künftiger Generationen. "Nachhaltig" ist etwas nicht schon dann, wenn man pro Einheit weniger verbraucht, sondern wenn man insgesamt nur so viel verbraucht, dass es auf ewig (oder zumindest für nahezu ewig) aufrechtzuerhalten ist.

    Man kann solche Begriffe natürlich immer auch anders verwenden, aber dann werden sie inhaltsleer - dann kann man es auch gleich sein lassen. Aber nein, ist ja gut fürs Image.

    • otto_B
    • 28. November 2012 9:38 Uhr

    Man lernt nie aus. Schön, daß das Kind beim Namen genannt zu sehen.
    Für mich ist das Moral-Marketing ein Grund, nicht oder nur mit größtem Widerwillen bei IKEA oder REWE einzukehren. Dort scheint ja das System bereits vollständig "implementiert" zu sein.
    Früher gab es mal die Regeln des "ehrbaren Kaufmannes". Die waren selbstverständlich, und der Kunde wurde nicht auf Schritt und Tritt mit Propaganda belästigt.

    Wir sind offenbar wieder bei den "Wink-Elementen" des ostzonalen Staatssozialismus angekommen.

    Ein Nachsatz, man kann es nicht oft genug wiederholen:
    Die Kategorie der "Nachhaltigkeit" ist mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht begründbar.
    Wieviel Zyklizität soll denn ausreichend sein, und wieviel Irreversibilität tolerabel?
    Der Begriff ist totgelatscht bis zum Gehtnichtmehr.
    Es ist und bleibt ein kulturelles Prinzip - früher nannte man es einfach Sparsamkeit.
    Aber die nützt ja den Werbe-Heinies nichts.
    Um nicht noch andere Vorwürfe heranzuziehen.

  4. Bitte hören Sie auf, den Begriff "Nachhaltigkeit" weiter so inhaltsleer zu verwenden. So lange wir eine Wirtschaftsform - und in dieser auch entsprechend agierende Unternehmen - haben, die zwangsläufig (inhärent!) auf Wachstum gepolt ist und damit auf den steten Mehrverbrauch natürlicher Ressourcen aufbaut, ist "Nachhaltigkeit" nichts weiter als Hohn gegenüber diesem Planeten, aber auch künftiger Generationen. "Nachhaltig" ist etwas nicht schon dann, wenn man pro Einheit weniger verbraucht, sondern wenn man insgesamt nur so viel verbraucht, dass es auf ewig (oder zumindest für nahezu ewig) aufrechtzuerhalten ist.

    Man kann solche Begriffe natürlich immer auch anders verwenden, aber dann werden sie inhaltsleer - dann kann man es auch gleich sein lassen. Aber nein, ist ja gut fürs Image.

  5. Sie verbreiten hier ein antiquiertes Verständnis von CR-Management. Dieses gestaltet heute als Querschnittsfunktion die wesentlichen Geschäftsprozesse in Richtung nachhaltiges Wirtschaften um. Es geht um strategisches Management von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen und den Umgang mit den unvermeidlichen Zielkonflikten. In der Tat haben CR-Manager zahlreiche Schnittstellen, allerdings überwiegend zu Verantwortlichen im Kerngeschäft, nicht zur PR.

    Ich gebe den drei vorvorstehenden Kommentatoren absolut Recht. Besonders Capitolium, denn nachhaltiges Wirtschaften ist heute nur noch glaubwürdig, wenn das Umsatzwachstum vom Ressourcenverbrauch abgekoppelt wird. Selbst einige Mainstream-Unternehmen wie Henkel und Unilever haben sich ihre Wachstumsziele entsprechend gesetzt.

    Warum haben sie nicht einen CR-Manager aus einem Großunternehmen befragt, sondern jemand vom VfL Wolfsburg? Der negative soziale und ökologische Impact eines Fußballvereins ist marginal gegenüber einem global agierenden Konzern mit hohem Ressourcenverbrauch und Produktion in Schwellenländern.

    So liefern sie leider eine völlig falsche Vorstellung von den heutigen Anforderungen an einen CR-Manager. Diese sind u.a. tief gehendes wirtschaftliches Verständnis, hohe analytisch-strategische Fähigkeiten und auch eine hohe Frustrationstoleranz, denn das Wissen um eine wirklich nachhaltige Ausrichtung des Geschäftsmodells und die Unternehmensrealität sind heute meist noch weit voneinander entfernt.

    • otto_B
    • 28. November 2012 9:38 Uhr

    Man lernt nie aus. Schön, daß das Kind beim Namen genannt zu sehen.
    Für mich ist das Moral-Marketing ein Grund, nicht oder nur mit größtem Widerwillen bei IKEA oder REWE einzukehren. Dort scheint ja das System bereits vollständig "implementiert" zu sein.
    Früher gab es mal die Regeln des "ehrbaren Kaufmannes". Die waren selbstverständlich, und der Kunde wurde nicht auf Schritt und Tritt mit Propaganda belästigt.

    Wir sind offenbar wieder bei den "Wink-Elementen" des ostzonalen Staatssozialismus angekommen.

    Ein Nachsatz, man kann es nicht oft genug wiederholen:
    Die Kategorie der "Nachhaltigkeit" ist mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht begründbar.
    Wieviel Zyklizität soll denn ausreichend sein, und wieviel Irreversibilität tolerabel?
    Der Begriff ist totgelatscht bis zum Gehtnichtmehr.
    Es ist und bleibt ein kulturelles Prinzip - früher nannte man es einfach Sparsamkeit.
    Aber die nützt ja den Werbe-Heinies nichts.
    Um nicht noch andere Vorwürfe heranzuziehen.

    • benkoe
    • 29. November 2012 14:40 Uhr

    Lieber Herr Schleufe,
    eine bessere Recherche und ein Fallbeispiel mit Substanz hätten Sie davor bewahrt ein solch falsches und antiquiertes Bild dieses Berufsstandes zu verbreiten. Vielleicht lesen Sie auch nochmal hier nach: http://www.audimax.de/new...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Beruf der Woche
  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte VfL Wolfsburg | Bier | Brauerei | Bundesliga | Grundschule | Regenwald
  • Neu auf ZEIT ONLINE
    1. Ukraine-Krise USA erweitern Sanktionen auf drei russische Banken
    2. Türkei Der sanfte Gegenkandidat
    3. Nahost-Konflikt Hamas-Militärchef gegen schnelle Feuerpause
    4. Sanktionen Russland will autark werden
    5. Antisemitismus Knobloch rät deutschen Juden, nicht erkennbar zu sein
  • Neu im Ressort Karriere
    1. Lebensmitteltechniker Detektiv im Labor
    2. Dresscode Die passende Jeans fürs Büro
    3. Erholung Urlaub nach Feierabend
    4. Elternzeit Männer brauchen Vorbilder
    5. Burn-out Wenn Priester nicht mehr können
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Quiz

    Frage 1 / 10

    Verstehen Sie Akademisch?

    Philosophische Texte sind oft besonders unverständlich. Hier ein Beispiel: "Das mit seiner Umgebung konfrontierte gesellschaftliche Subjekt verhält sich jeweils zu den vergangenen Produktionsprozessen insgesamt so wie jenes mit seinem Nicht-Ich konfrontierte Ich zum Akt des in sich zurückgekehrten Handelns, welches als das absolute Ich durch Entgegensetzung eines Nicht-Ichs als Ich produziert."
    Was bedeutet das übersetzt?

    • 1.
    • 2.
    • 3.
  • ARTIKEL ZUM THEMA Beruf IM RÜCKBLICK
    Juli | Juni | Mai | April | März
Service