HundefriseurBeautybehandlung für Hasso

Einmal waschen, schneiden, föhnen: Hundefriseure bringen Fell und Pfoten von Vierbeinern in Form. Der Job lohnt sich nur mit eigenem Salon, zeigt unser Beruf der Woche. von 

Geduldig wartet Nigel darauf, endlich an die Reihe zu kommen. Er kennt die Prozedur. Erst wird ausgiebig gekämmt, dann ein wenig geschnitten, anschließend geht es in die Badewanne. Zum Schluss wird dann noch geföhnt. Gute drei Stunden kann der Termin im Salon von Birgit Kluge dauern. Die Hundefriseurin betreibt einen eigenen Hundesalon in Bremen .

Golden Retriever Nigel ist einer der angenehmeren Kunden. "Einige Hunde sind geduldig und ruhig, andere aufgeregt und zappelig, so wie Menschen auch", sagt die Hundefriseurin. Zu den Aufgaben von Groomern, wie der Beruf auch genannt wird, gehört in erster Linie die Fell- und Hautpflege ihrer vierbeinigen Kunden. Das beinhaltet nicht nur das Trimmen, sondern vor allem  die Fell- und Hautwäsche. Auch Zahn- und Ohrreinigung sowie das Schneiden der Krallen gehört dazu.

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"Einen Hund zu baden und sein Fell zu schneiden ist nicht so einfach, wie viele denken", sagt Kluge. Ein Hund hält in der Regel nicht einfach still. Und fehlt das nötige Handwerkszeug, ist das Risiko groß, das Tier oder sich selbst dabei zu verletzen.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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"Ich verwende eigens für die Tierpflege hergestellte Kämme und Scheren", sagt die Hundefriseurin. Auch die Pflegeprodukte, der Schneidetisch und die Badewanne sind für die Heimtierpflege hergestellt. Einen weiteren Vorteil hat der Besuch beim professionellen Hundefriseur außerdem: Birgit Kluge hat Kenntnisse in Tiermedizin. Tumore oder Hautkrankheiten entdeckt die Hundefriseurin meist schneller als es der Halter kann. Auch Mangelerscheinen erkennt die Heimtierpflegerin am Fell oder der Haut. Wenn Hunde streng riechen oder Fellprobleme haben, ist oft das falsche Futter daran schuld.

Private Ausbildung bei Verbänden

Neben der Hundepflege bietet Birgit Kluge auch die Fellpflege von Kaninchen, Meerschweinchen und Katzen an. Besonders Langhaarkatzen mit verfilztem Fell sind eine Herausforderung. Da müsse man ruhig und schnell zugleich arbeiten.

Eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es nicht. Viele Groomer sind gelernte Tierpfleger, die sich spezialisiert und mit einem Salon selbstständig gemacht haben. Erlernen kann man das Handwerk in privaten Fortbildungen, etwa bei erfahrenen Tierfriseuren. Auch der Bundesverband der Groomer oder der Zentralverband der Zoohändler bieten eine Ausbildung an. Die Kosten betragen für ein dreiwöchiges Seminar oft mehrere Hundert Euro. Kluge hält eine Ausbildung mit mehreren Kursen für zwingend notwendig. Neben Kenntnissen der unterschiedlichen Hunde- und Katzenrassen sowie deren Biologie, Anatomie und Verhaltensweisen benötigt es auch handwerkliches Können. Groomer müssen die Körpersprache der Tiere deuten können und wissen, welche Rasse wie behandelt werden muss. Schließlich unterscheiden sich Fell und Haut je nach Rasse.

Und dann gibt es sogar Modetrends bei Hundefrisuren. Daran scheiden sich allerdings die Geister. 

Für die Arbeit benötigt es sehr viel Geduld und Ruhe. Auch müssen Hundefriseure selbstsicher auftreten, weil Hunde sofort erkennen, ob jemand Angst hat – und darauf entsprechend reagieren. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit ist daher nötig. Und auch der Umgang mit den Besitzern der Tiere erfordert oft Fingerspitzengefühl.

"Man muss viel mit den Kunden reden und erklären, was man tut", sagt Kluge. Dies sei, so die Hundefriseurin, nicht immer einfach. Oft fehle seitens der Besitzer schlicht das erforderliche Wissen über das eigene Tier. Falsches Futter oder nicht gerade tierfreundliche Vorstellungen über das modische Erscheinungsbild der Vierbeiner machen es der Hundefriseurin manchmal nicht ganz leicht.

Die Jobaussichten sind nur mäßig. Die Branche sei klein, Jobs im Angestelltenverhältnis kaum vorhanden, sagt Kluge. Erst wenn der eigene Salon einige Stammkunden gefunden habe, komme man gut über die Runden. Dennoch wiege ein Aspekt ihres Berufes alle negativen Seiten auf. "Für mich gibt es nichts Schöneres, als mich den ganzen Tag mit Haustieren aller möglichen Rassen beschäftigen zu dürfen."

  • Gehalt: variiert;
  • Ausbildung: keine Ausbildung vorgeschrieben;
  • Arbeitszeit: variiert;
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Leserkommentare
  1. im Bereich Tierpflege.

    Wenn das jemand mit Herzblut startet als kleines eigenes Geschäft, vielleicht am Anfang noch Spaziergänge mit anbietet oder kurze Betreuungen und ein paar edle Zubehörteile mit vermarketet wird das etwas mit Zukunft.

    Und eine Zukunft in einem so schönen Bereich dürfte für jede/n Hundeliebhaber/in doch eine ausgezeichnete Perspektive sein.

    • scoty
    • 20. November 2012 20:57 Uhr

    Hundepfleger mit Flüsterkenntnissen ala " Cesar Milan " wird gesucht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Eindeutig ein Beruf für Frauen. Pflegen, kommunizieren, wenig verdienen.

  2. Eindeutig ein Beruf für Frauen. Pflegen, kommunizieren, wenig verdienen.

  3. "Einen Hund zu baden und sein Fell zu schneiden ist nicht so einfach, wie viele denken"
    Immer diese Phrasen! WER bitte denkt denn nicht, dass es nicht einfach ist?
    Na gut, war ja nur ein Zitat...

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