SharkspotterDie Hai-Kontrolleure von Kapstadt
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Das Surfen haben die Sharkspotter aufgegeben

Wie nützlich deren Arbeit trotz der witterungsbedingten Einschränkungen ist, zeigt die Statistik: 1.200 Haie wurden seit 2004 rechtzeitig entdeckt und für jeden bis auf den eingangs erwähnten ein rascher Alarm mit einer Sirene ausgelöst, die an die Bombenalarme aus Kriegsfilmen erinnert und unüberhörbar ist. Gasgetriebene Ersatzsirenen sorgen zudem inzwischen auch bei Stromausfällen für Sicherheit.

Verzeichnete Kapstadt zuvor durchschnittlich drei Hai-Attacken im Jahr, blieb es seit Einführung der Sharkspotter bei den beiden Tragödien, die Sikweyiya selbst erlebt hat. Der Erfolg überzeugte die Kapstädter Stadtverwaltung, die das Projekt 2007 übernahm und neben Spendern inzwischen für den Großteil des 100.000-Euro-Budgets aufkommt. Denn auch wenn das Wasser vor Kapstadt wegen des aus der Antarktis kommenden Benguela-Stroms oft empfindlich kalt ist, hat die Stadt an ihren Traumständen und Surf-Hotspots einen Ruf zu verlieren.

Traumatische Erlebnisse

Sullivan und Sikweyiya wissen das und sie sind stolz auf ihren Job, auch wenn er traumatische Erlebnisse mit sich bringt. "An der False Bay Küste kannst du nicht einfach an den Strand kommen, dein Brett greifen und ins Wasser gehen", sagt Sullivan, der eine der beiden Hai-Attacken vom Berg aus miterlebt hat. "Ich habe damals ins Funkgerät geschrien. Aber wir konnten nichts mehr tun. Wir mussten hilflos zusehen."

Der 23-jährige Sullivan war damals noch Aushilfe, sollte am nächsten Tag seinen Vollzeit-Job als Sharkspotter antreten. Er hatte den Hai lange vorher gesehen und gemeldet, doch der Schwimmer ignorierte die Warnungen und ging ins Wasser. "Danach haben die Leute angefangen, auf uns zu hören", sagt er. Er selbst ist seitdem nicht mehr surfen gegangen.  

Auch Sikweyiya fühlt sich heute unwohl, wenn er weiter als hüfttief ins Wasser geht. Und so sehr er auch von der Arbeit seines Teams überzeugt ist: Seine eigenen Kinder würde er aber niemals durch die Wellen der False Bay gleiten lassen.

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Leserkommentare
  1. >>> hat die Stadt an ihren Traumständen und Surf-Hotspots einen Ruf zu verlieren.
    >>> Seine eigenen Kinder würde er aber niemals durch die Wellen der False Bay gleiten lassen.

    1200 Haie seit 2004 bedeuten 1 Hai alle drei Tage in der Bucht. Demgegenüber sind 2 Attacken seit 2004 wenig, wenn auch 2 zuviel. Dennoch:
    Hinfahren, anschauen, mitmachen, möglichst nicht alleine Schwimmen oder Surfen, wie überall. Surfen in Kapstadt bleibt unvergesslich.

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  • Schlagworte Kapstadt | Berg | Kriegsfilm | Robbe | Wasser | Antarktis
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