FührungskräfteGute und günstige Vorsätze für Chefs

2013 könnte ein wirtschaftlich schwieriges Jahr werden. Wir zeigen, mit welchen guten Vorsätzen Chefs die Mitarbeitermotivation steigern, ohne das Budget zu belasten. von 

Platz 5: Alternative fürs Betriebsfest 

Eine sinnvolle Investition ins Betriebsklima sind Firmenfeste. Beim gemeinsamen Feiern in ungezwungener Runde entstehen bisweilen gute, neue Ideen. So manche Innovation entstand auf einer Betriebsfeier. Allerdings sind solche Feste teuer, auch wenn sich solche Veranstaltungen von der Steuer absetzen lassen. Eine günstige Alternative in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten ist die gute alte Buddelparty.

2009 veranstaltete das Magazin Stern sein jährliches Sommerfest in Berlin auf diese Weise. Normalerweise ist das Fest in den Räumen des Stern -Hauptstadtbüros ein luxuriöses Stelldichein, zu dem nebst Kanzlerin und Kabinett auch Top-Lobbyisten und Medienprominenz geladen sind. Teures Catering und bester Wein gehören dazu. Im Krisenjahr 2009 war das dem Verlag Gruner + Jahr zu teuer. Erst wollte man das Fest ganz streichen. Die Mitarbeiter protestierten. Also entschied man sich für eine studentische Variante des Firmenfests: Die Gäste brachten Getränke und Essen einfach selbst mit, gefeiert wurde mit einem bunt zusammengewürfelten Buffet in ausgelassener Stimmung, die über die Krisenmonate die Redaktion stärkte. Und nicht nur das: Noch heute spricht Berlin vom legendären Krisenfest des Magazins. Warum es also nicht mal mit so einer Variante probieren?

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Allerdings taugt die Firmen-Buddelfete nur in wirklich schweren Zeiten.

Platz 4: Transparenter kommunizieren und den Sinn vermitteln

Einer der häufigsten Gründe für Unzufriedenheit bei Mitarbeitern ist Intransparenz im Betrieb. Mitarbeiter wollen verstehen, wofür sie arbeiten . Studien zeigen: Arbeitnehmern ist zunehmend wichtig, dass ihre Arbeit sinnvoll ist. Insbesondere Berufseinsteigern ist der Sinn mindestens genauso wichtig wie das Gehalt. Verstehen Mitarbeiter den Sinn ihrer Arbeit, kennen sie die Zusammenhänge und wissen sie auch, wie Entscheidungen im Management gefällt werden, dann nehmen sie durchaus auch in Kauf, wenn eine Gehaltsrunde in einem wirtschaftlich schlechteren Jahr ausbleibt.

Auch Arbeitgeber, die in Krisenzeiten zwar mehr Leistung fordern, aber dieses Engagement in besseren Zeiten zu belohnen vergessen, müssen sich über Unzufriedenheit in der Belegschaft kaum wundern. Erst Recht nicht, wenn sie Entscheidungen einsam fällen und die Gründe dafür nicht kommunizieren. Wer hingegen transparent kommuniziert , wirbt gleichzeitig auch für mehr Verständnis für die Chefetage. Aus dem Gefühl von "Wir hier unten" und "Denen da oben" wird ein Unternehmen, das gemeinsam für den Erfolg kämpft. 

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Platz 3: Weiterbildung und Entwicklungschancen durch Job-Rotation ermöglichen

Für viele Mitarbeiter spielt die Chance zur Weiterentwicklung bei der Frage der Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz eine maßgebliche Rolle. Sie wollen gefordert und gefördert werden und Neues lernen. Weiterbildungen sind deshalb wichtig. Allerdings sind sie auch teuer. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sparen Unternehmen in der Regel am Weiterbildungsbudget. Doch das hat negative Auswirkungen – Weiterbildung ist eine wichtige Investition des Unternehmens in die Wettbewerbsfähigkeit.

Eine günstige Alternative zur teuren Weiterbildung kann Jobrotation sein. Was in den Trainee-Programmen vieler Unternehmen längst gängig ist, kann sich durchaus auch für etablierte Mitarbeiter eignen. Sie tauschen ihre Jobs für eine Weile und wechseln untereinander durch. So können Mitarbeiter etwas Neues lernen und sich auch in neuen Rollen erleben. Gleichzeitig schafft Jobrotation das Verständnis für die Arbeit der Kollegen. Teamgeist wird auf diese Weise gefördert, oft entstehen außerdem neue Ideen. Hospitationen in anderen Abteilungen ergänzen solche Maßnahmen. Wie genau sie aussehen, wird in der Regel in den Personalabteilungen entwickelt.

Leserkommentare
  1. schon als Budget-/Gehaltsersatz angepriesen.
    Da wollen wir mal sehen, ob man mit lobenden Worten auch die Binnenkonjunktur stützen kann.

    Eine Leserempfehlung
  2. 2. Zu 5.

    Betriebsfeiern sind der Motivation, wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig förderlich; mitunter sind sie dagegen nur ein ärgerlicher Zwangstermin für die Mitarbeiter, die mit ihrer Zeit lieber etwas sinnvolleres angefangen hätten (besonders, wenn sie sowieso schon unzufrieden sind).

    Da kann man das Geld auch nützlicher anlegen - und wenn man den Mitarbeitern dafür Sachgegenstände als Weihnachtsgeschenk kauft, oder in ordentliche Büromöbel investiert, etc.

    • Eggshen
    • 31. Dezember 2012 9:49 Uhr

    http://www.mopo.de/mopo-s...

    Siehe u.a. Kommentar #2 ;-)

  3. Vor allem wenn das Betriebsklima nicht stimmt ist man nich unbedingt glücklich, wenn man zusätzlich zum Büroalltag auch auf einer Betriebsfeier beobachtet und beurteilt wird.

    Eine Leserempfehlung
  4. Ein leistungsunabhängiges Loben ist mE auch eher kontraproduktiv. Wenn Chef bei jeder Kleinigkeit (und eigentlich Selbstverständlichkeit) nur so dahin schmelzt, kann ich das auch nicht mehr Ernst nehmen. Und Betriebsfeiern werden auch nur dann legendär, wenn bereits ein gutes Klima herrscht. Bei einem früheren Arbeitgeber hatten wir Weihnachtsfeiern, um die mich meine Freunde beneidet haben. Später hatte die Betriebsführung beste Arbeit geleistet, um einen Keil durch die Belegschaft zu hauen und auf der jährlichen Feier konnte man folgerichtig kleiner planen und die Stimmung war dementsprechend.

    Ansonsten kann man die Liste gerne auf 10 Punkte ausweiten. Platz 6-9 wird dann erneut mit 4. besetzt, damit dieser für mich elementarer Punkt des "professionellen Zusammenlebens" auch ja nicht vergessen wird. Punkt 10 soll dann in beide Richtungen gehen und einfach eine Erinnerung sein: "Man sieht sich immer zweimal im Leben."

    • xpol
    • 31. Dezember 2012 12:53 Uhr

    ... schafft man sich eher ein Glaubwürdigkeitsproblem.

    Sagen was Stand ist und was unternommen werden muss motiviert optimal.

  5. "2013 könnte ein wirtschaftlich schwieriges Jahr werden."

    Ach? Das hören wir uns schon jetzt seit Ewigkeiten an. Solche Binsenweisheiten sind mittlerweile schon zur Phrase verkommen, die man automatisch bringt, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken.

  6. Ich wünsche allen Moderatoren und Kommentatoren ein gutes Jahr 2013.
    Darüber hinaus allen Beschäftigten Chefs mit guten Vorsätzen für die Mitarbeiter.

    MfG

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