Familie und BerufGutschein für Haushaltshilfe soll Frauen Jobrückkehr erleichtern

Familienpolitiker der Union fordern Gutscheine für Haushaltshilfen. Monatlich 15 Stunden sollen gefördert werden. Das soll Frauen den Wiedereinstieg erleichtern. von afp, dpa, reuters und dapd

Familienpolitiker in der Union fordern im Interesse berufstätiger Mütter weiterhin staatliche Zuschüsse für Haushaltshilfen. Nach monatelangen Beratungen hätten sich die Familienpolitiker der Union auf ein Gutscheinmodell geeinigt, nach dem Frauen sich bis zu 18 Monate lang eine Haushaltshilfe teilweise bezahlen lassen können, berichtete der Focus am Sonntag vorab. Das Magazin  zitiert aus einem Antragsentwurf der Arbeitsgruppe Familie, wonach monatlich 15 Stunden sogenannter haushaltsnaher Dienstleistungen mit sechs Euro pro Stunde gefördert werden sollen. Diese Pläne waren bereits im Juli 2011 bekannt geworden.

"Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze", sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ). Auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) unterstütze nach Angaben aus Koalitionskreisen das Vorhaben. Es gebe allerdings Befürchtungen, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble die Pläne ausbremse. "Vor Anfang des nächsten Jahres wird da nichts entschieden", sagte eine Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Angesichts der Haushaltslage wird die Finanzierung des Vorschlags voraussichtlich schwierig.

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"Den gut ausgebildeten Frauen müssen wir Zeit für den Wiedereinstieg in den Beruf geben und ihnen helfen, Haushalt und Beruf wieder unter einen Hut zu bringen", sagte die stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Ingrid Fischbach dem Magazin zur Begründung. Angesichts von fünf Millionen Frauen zwischen 25 und 59, die nicht erwerbstätig seien, verstünden die Familienpolitiker das Vorhaben auch als Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Auch die FDP-Familienpolitiker würden den Vorstoß unterstützen, berichtet der Focus .

Vorschlag stößt auf Kritik

Kritiker vergleichen den Vorschlag mit dem gut 1,2 Milliarden Euro teuren Betreuungsgeld , das die Union gegen den Widerstand der Opposition eingeführt hatte und das ab August 2013 für die Betreuung von Kindern zu Hause statt in der Kita ausgezahlt werden soll. Der im Gegenzug versprochene Ausbau der Kita-Plätze, die mehr Frauen eine Berufstätigkeit ermöglichen würden, gerät dagegen immer mehr in Verzug. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz soll ebenfalls ab August 2013 gelten, nach amtlichen Angaben fehlen jedoch noch 220.000 Plätze.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD ) hatte die Bundesregierung wegen ihrer Familienpolitik stark kritisiert. Nach Studien der Organisation arbeiten Frauen überdurchschnittlich häufig in schlecht bezahlten Teilzeitjobs, zudem ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen das höchste innerhalb der Europäischen Union. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch das Ehegatten-Splitting, das Familien mit nur einem Verdiener oder mit großen Einkommensunterschieden begünstigt, wird von der OECD kritisiert und als Grund dafür genannt, dass in Deutschland vergleichsweise wenige Frauen erwerbstätig sind. Als weitere Ursache gilt die im internationalen Vergleich mit bis zu drei Jahren verhältnismäßig lange Elternzeit, die sich Mütter oder Väter nach der Geburt eines Kindes nehmen können und nach der viele Frauen nicht wieder in den Beruf einsteigen.

Der Vorschlag dürfte die Verteilung der Hausarbeit zwischen den Geschlechtern zementieren. Einer OECD-Studie zufolge verrichten Frauen nach wie vor den Großteil der Haus- und Erziehungsarbeit.

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Leserkommentare
    • sauce
    • 25. November 2012 14:12 Uhr

    Was für ein zynisches Programm - es zeigt sehr deutlich, wie weit sich die Politiker vom wirklich wahren Alltag entfernt haben.
    Der Wiedereinstieg in den Beruf klemmt bestimmt nicht an der Hausarbeit - ich kenne zwar berufstätige Frauen die über den noch zu erledigenden Haushalt stöhnen - aber keine "Nur-"Hausfrau die wegen liegenbleibender Bügelwäsche die Arbeit verweigerte.... die Zeiten in denen MANN beim Nachhauskommen einen picobello aufgeräumten Haushal/saubere Kinder/fertige Mahlzeit erwartete sind in meinem Umfeld jedenfalls vorbei - da bleibt zwar noch immer die meiste Hausarbeit an den (auch berufstätigen) Frauen hängen aber die Männer bilden sich wenigstens ein, gleichberechtigt mitzuhelfen.
    Der Knackpunkt ist und bleibt die fehlende Kinderbetreuung - das Geld das ja offenbar für Haushaltshilfen übrig ist, sollte lieber in Krippenplätze gesteckt werden.

  1. geht der Subventionswahnsinn. Die südländer ersticken an ihrer Schuldenlast, Deutschland fährt trotz Rekordsteuereinnahmen weiterhin ein Defizit und dennoch sind unsere Politiker mit nichts anderem beschäftigt als sich immer und immer wieder neue Wege auszudenken noch mehr Geld auszugeben.

    Diese Regierung wurde gewählt weil sie "mehr netto vom Brutto" versprochen hat und nicht "mehr Bonuszahlung wenn sie mit Kind nicht arbeiten gehen" oder "mehr garantierten Preis für den von ihrer Solarzelle produzierten Strom"

    Das wirklich bittere ist, dass die Alternative aus noch größeren Geldverschleuderen besteht

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    über den Schwachsinn, dass unsere Politiker sowohl das daheim bleiben nach Kindsgeburt (Herdprämie) als auch den Wiedereinstieg in den Job (Haushaltshilfenzuschuss) finanziell fördern will braucht man sich schon garnicht mehr wundern. Passt es doch in den üblichen Subventionssumpf in dem Kohle, Atom und grüne Energie jeweils milliarden an Förderung erhalten

    • war-hog
    • 25. November 2012 14:22 Uhr

    Dieser Vorstoß hilft wieder einmal nur den gut ausgebildeten Berufsrückkehrern die ohnehin recht gut verdienen und somit ist es ein weiteres Geldgeschenk (nach dem Betreuungsgeld) an die,die es eigentlich gar nicht nötig hätten.
    Des Weiteren handelt es sich wohl kaum um einen Versuch den Betroffenen etwas gutes zu tun, sondern soll wahrscheinlich eher der Wirtschaft dienen, die Löhne aufgrund von Konkurrenz niedrig zu halten.
    Die ausländischen Fachkräfte haben sich schließlich zu den geradezu lächerlichen Konditionen die im Dumpinglohnland herrschen ja nicht locken lassen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so ist es, diese frauen brauchen sicher kein weiteres geldgeschenk, sondern eine kinderbtereuung. aber für die hat man dann doch wieder kein geld.

    • drusus
    • 25. November 2012 14:22 Uhr
    12. Frauen

    Ah ja, da sind de Frauen, die 15 Stunden die Woche eine Haushaltshilfe bekommen sollen.
    Und da sind die Frauen, die für 6 Euro die Stunde arbeiten sollen.

    So, so...

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    • Chali
    • 25. November 2012 14:46 Uhr

    Ich glaube, da haben Sie etwas falsch verstanden.

    Der Zuschuss beträgt 6 Euro, und der geht an die Arbeitgeberin.
    Damit ist ja keineswegs gesagt, dass sie den in voller Höhe weitergeben muss.

    Der Arbeitgeber eines 1Euro-Jobbers erhält ha auch 12-15 Euro pro Stunde.

  2. über den Schwachsinn, dass unsere Politiker sowohl das daheim bleiben nach Kindsgeburt (Herdprämie) als auch den Wiedereinstieg in den Job (Haushaltshilfenzuschuss) finanziell fördern will braucht man sich schon garnicht mehr wundern. Passt es doch in den üblichen Subventionssumpf in dem Kohle, Atom und grüne Energie jeweils milliarden an Förderung erhalten

    Antwort auf "Und weiter"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "über den Schwachsinn, dass unsere Politiker sowohl das daheim bleiben nach Kindsgeburt (Herdprämie)"

    aber leider für das Kind drei wichtige Jahre. Wie herzlos und Neoliberal sie sind merken viele gar nicht, die meinen Kinder unter drei Jahren alle in Verwahranstalten stecken zu wollen.

    Die Erziehung von Kindern ist vielen heute einfach nichts mehr wert.

  3. ach so ?
    Ein Ergebniss von wörtlich: "Nach monatelangen Beratungen" ?
    Wow.

    Kein Wunder das der Union 15 Std. im Monat fehlen, um ein paar einfache Arbeiten im Haushalt zu verrichten.

    Wie wäre es einfach mit mehr Kindergärten-Kindergrippenplätzen ?

  4. "über den Schwachsinn, dass unsere Politiker sowohl das daheim bleiben nach Kindsgeburt (Herdprämie)"

    aber leider für das Kind drei wichtige Jahre. Wie herzlos und Neoliberal sie sind merken viele gar nicht, die meinen Kinder unter drei Jahren alle in Verwahranstalten stecken zu wollen.

    Die Erziehung von Kindern ist vielen heute einfach nichts mehr wert.

    Antwort auf "Nachtrag"
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    • sauce
    • 25. November 2012 15:12 Uhr

    Kinderkrippen und Kindergärten als "Verwahranstalten" zu bezeichnen ist eine Beleidigung für alle Erzieherinnen die sich dort (schlecht bezahlt) unglaublich viel Mühe mit den Kindern geben!
    Sie sollten sich mal über die Arbeit dort informieren.

    ...die ersten drei jahre zuhause zu bleiben und dann in einem drecksjob zu arbeiten - aber bitte als privatvergnügen auf eigene verantwortung. ah so, betrifft eh nur die frauen, also halb so schlimm.

    von altersarmut fang ich besser gar nicht an.

    • Chali
    • 25. November 2012 14:46 Uhr

    Ich glaube, da haben Sie etwas falsch verstanden.

    Der Zuschuss beträgt 6 Euro, und der geht an die Arbeitgeberin.
    Damit ist ja keineswegs gesagt, dass sie den in voller Höhe weitergeben muss.

    Der Arbeitgeber eines 1Euro-Jobbers erhält ha auch 12-15 Euro pro Stunde.

    Antwort auf "Frauen"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, dapd, AFP, tgr
  • Schlagworte CDU | Familie | Bundesregierung | OECD | Ursula von der Leyen | Wolfgang Schäuble
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