DiscjockeyIhr Arbeitsplatz ist auf der Party

Silvester haben sie durchgearbeitet: Doch mit bloßem Platten auflegen ist die Arbeit von DJs nicht getan. Auch BWL und Marketing sind wichtig, zeigt der Beruf der Woche. von 

Die Silvesternacht ist für die meisten DJs ein wichtiger Arbeitstag. Aber wer hätte gewusst, dass es den Beruf schon seit den fünfziger Jahren gibt? Damals setzte sich mehr und mehr der Trend durch, auf Veranstaltungen nicht mit Live-Musik, sondern mithilfe von Schallplatten und flotten Sprüchen für Unterhaltung zu sorgen. Der Beruf des Discjockeys (DJ) war geboren.

Heute hat die Arbeit mit den Ursprüngen nur noch ansatzweise etwas gemein. "Neue Computertechnik und Speichermedien, das Internet und auch neue Musikrichtungen haben für eine Wandlung des Berufs gesorgt", sagt Jascha Lampka, Beirat im Berufsverband Discjockey e.V.. Grundsätzlich wird zwischen dem Klub-DJ, auch Veranstaltungs-DJ genannt, und dem mobilen DJ unterschieden. Klub-DJs arbeiten überwiegend mit gestellter Technik in Diskotheken.

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Ihre Hauptaufgabe ist die Unterhaltung der Gäste. Deswegen beschränkt sich ihr Job nicht allein auf das reine Abspielen von Musikstücken. "Klub-DJs sind meist auf bestimmte Genres spezialisiert, die Arbeit hat einen künstlerischen Anspruch", sagt Lampka. In der Elektroszene gehört auch die Eigenproduktion mit dazu. Stücke werden miteinander kombiniert und zu einem gemischt. Dieses "Remixen" ist ebenso anspruchsvoll wie das "Beatmatching", dem Ineinandermischen zweier Songs zu einem einzigen langen.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Die Arbeit der Klub-Djs beginnt oft erst spät in der Nacht am jeweiligen Auftragsort. Mit dabei haben sie entweder ihre Schallplattensammlung, CDs oder einen Laptop mit "ihrer" Musik darauf. Wer auftragsbezogen arbeitet, wird auch "Booking-DJ" genannt. Dann gibt es noch "Resident-DJs", also Discjockeys mit festen, regelmäßigen Auftritten in einem Klub. Manche Booking-DJs treten in mehreren Locations an einem Abend auf. "Bekannte DJs sind auch immer ein Werbemittel, um einen Klub voll zu bekommen. Manche Gäste kommen extra nur wegen eines bestimmten DJs", sagt Lampka.

Alleinunterhalter oder Star im Klub

Auch beim mobilen DJ liegt das Hauptaugenmerk auf der Unterhaltung der Gäste, jedoch in anderer Art und Weise. Mobile DJs treten auf Festen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Firmenveranstaltungen und ähnlichen Anlässen auf. Auch sie reisen mit ihrem eigenen Repertoire an Schallplatten, CDs oder Musik auf dem Laptop an – dies allerdings oft schon Stunden vor Beginn der Feier. Denn sie müssen das eigene Equipment auch aufbauen, das sie zuvor ausgesucht und meist auch selbst verladen haben.

Mobile DJs beschränken sich meist auf das reine Abspielen von Songs, manchmal begleiten sie eine Feier auch durch Moderation. Einige haben sich auf bestimmte Musikrichtungen wie Rock oder Jazz spezialisiert und können so ein breites Publikum unterhalten. "Der mobile DJ hat viele Standardtitel, die immer wieder gespielt werden", sagt Lampka.

Während sich Klub-DJs nur auf die Musik konzentrieren können, sollten Mobile DJs sich auch mit Versammlungsstättenrecht und Veranstaltungsrecht auskennen, um am jeweiligen Veranstaltungsort – gerade bei privaten Feiern – in keine Fettnäpfchen zu tappen.

Neben der Arbeit am DJ-Pult fällt eine Menge Büroarbeit an. Auch Akquise, Wartung der Technik sowie Organisation der Buchungen nehmen viel Zeit in Anspruch.

Leserkommentare
  1. 1. Remix

    Zitat: "...In der Elektroszene gehört auch die Eigenproduktion mit dazu. Stücke werden miteinander kombiniert und zu einem gemischt. Dieses "Remixen" ist ebenso anspruchsvoll...."

    Das ist aber kein Remix. Remix bedeutet das Neuabmischen eines Musiktitels.

    Das was der Verfasser wohl meinte, war die Musikabfolge - also ein "Set"

    2 Leserempfehlungen
  2. Zitat:"Mobile DJs beschränken sich meist auf das reine Abspielen von Songs, manchmal begleiten sie eine Feier auch durch Moderation."

    Also das ist ja nun mal völlig daneben. Da hat sich der Verfasser des Artikels doch sehr schlecht informiert.

    Der Mobile DJ spielt Musik ab, logisch. Aber er moderiert in der Regel IMMER, denn er führt das Publikum durch die Veranstaltung und wie sonst als mit Moderation soll er Reaktionen und Emotionen beim Publikum auslösen.
    Er ordnet den Ablauf von Interaktionen der Gäste.
    Er ist Schnittstelle zwischen auftretenden Künstlern und Veranstaltern.
    Er ist schlicht und ergreifend ein Allrounder.

    In vielen Fällen werden vom Mobilen DJ zusätzlich die Fähigkeiten eines "Club DJ`s" verlangt, zumindest aber wird inzwischen die Verfügbarkeit des selben Musikbestandes vom Kunden vorausgesetzt.

    Es ist schon traurig das gerade von einem Vertreter des sogenannten Berufsverbandes nichtmal vernünftig die Anforderungen an einen Mobilen DJ genannt werden können, sondern lapidar gesagt wird, der spielt halt Musik.

  3. Als seit über 10 Jahren recht erfolgreicher Club-Dj kann ich sagen, dass ich mich sehr treffend in dem Artikel wiederfinde. Zudem habe ich noch das Glück eher künstlerisch und immer nach meinem persönlichen Geschmack auflegen zu dürfen und das Publikum ist bisher immer mitgegangen. Bin dem dafür sehr dankbar.
    Das ganze als Hauptberuf? Nicht für mich! Ich denke. dann würde ich die Lust an der Musik verlieren. Denn anstrengend ist es trotz aller Freude: Fliegerei und die Arbeitszeiten sind schon nicht Ohne...Nach einem Gig fühle ich mich immer seltsam zwischen Befriedigt und vom Publikum "ausgesaugt" (Wahrscheinlich schwer zu verstehen für Menschen, die keinen künstlerischen Beruf haben). Da bleibe ich lieber bei 2-3 Gigs pro Monat. Jedenfalls, ich freue mich immer wieder zu sehen, dass das Publikum es würdigt, wenn man seinen eigenen Stil hat und nicht unbedingt 08/15-Club-Musik spielt. Danke!
    dj-jondoe.de

    via ZEIT ONLINE plus App

    Eine Leserempfehlung
  4. ...perfekter kann man unseren JOB nicht beschreiben.

    Danke für diesen tollen Bericht.

    Euer EVENT DjWoiferl.de

  5. Der "Berufsverband Discjockey" hat vom DJ-Business ungefähr so viel Ahnung wie meine Oma von Techno - nämlich garkeine !

    Neben einigen wenigen national oder sogar international erfolgreichen DJs verdient die Masse der Plattenschubser kaum etwas bis garnichts. Und das unabhängig von Talent und Erfahrung. Ach viele bekannte Clubs (*hust* Kater *hust* Holzig) zahlen null Gange mit dem Argument, man könne ja froh sein in einem so bekannten Club spielen zu dürfen. Ohne vernünftige Kontakte kann man lange darauf warten, einmal 200 Euro für einen Auftritt zu bekommen und darf sich immer schön vorhalten lassen, dass andere es auch ohne Gage machen.

    Was ich damit sagen will : Das Leben eines Club DJs ist nicht so toll wie es sich viele vorstellen. Man ist vielleicht für 2 Stunden der Star im Club aber auf dem Konto ist häufig trotzdem Ebbe.

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  • Schlagworte DDR | Genre | Live-Musik | Musikrichtung
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