Weihnachtsmänner"Wir sind Weltmarktführer in der Präsent-Logistik"

Mit Handwerk hat der Job des Weihnachtsmanns nur noch wenig zu tun. Heute führt er ein globales Geschenke-Logistik-Unternehmen, zeigt der etwas andere Beruf der Woche. von 

ZEIT ONLINE:Herr Weihnachtsmann , ich muss zugeben, ich bin ein wenig verwirrt. Ich hatte Sie nicht im Designeranzug erwartet...

Weihnachtsmann: Sie tragen doch auch nicht ständig nur Arbeitsuniform, oder? Mal abgesehen davon, im traditionellen Outfit mit rotem Mantel wird einem schnell sehr warm. Wenn ich nicht gerade auf dem Schlitten unterwegs bin, lasse ich das Ding auch gerne im Schrank hängen….

Anzeige

ZEIT ONLINE: Es ist nicht nur ihr Äußeres. Wir treffen uns hier in einer Hamburger Lagerhalle.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

Schon mal einen Kampfmittelräumer oder einen Bird Controller bei der Arbeit erlebt?

Jede Woche stellt unser Autor Markus Schleufe einen ungewöhnlichen Job in unserer Serie "Beruf der Woche" vor. 

Als E-Book kaufen

Die besten Folgen können Sie auch als E-Book kaufen: www.zeit.de/ebooks.

Weihnachtsmann: Wir haben die Gesamtstruktur unseres Unternehmens komplett umgekrempelt. Anstatt einiger weniger Verteilungszentren haben wir neue Standorte dezentral auf beinahe allen Kontinenten eröffnet. Zudem wird das gesamte Unternehmen nicht mehr nur von einer Person geführt, sondern jede Nebenstelle hat hinsichtlich der Verteilung der Geschenke ein eigenes regionales Zuordnungsgebiet und einen eigenen Standortleiter. Wir sind Weltmarktführer in der Präsent-Logistik, aber immer noch ein familiengeführtes Unternehmen.

ZEIT ONLINE: Sie haben das Unternehmen von Ihrem Großvater übernommen.

Weihnachtsmann: Genau, er hatte damals das weltweit erste Geschenke-Logistikunternehmen gegründet. Mein Vater ist vor etwa 40 Jahren in den Betrieb eingestiegen und hat die Leitung der Geschäfte übernommen. Und er hat das Unternehmen vor drei Jahren an mich übergeben. Meinen Vater und meinen Großvater beziehe ich allerdings immer noch in die wichtigsten Entscheidungen mit ein. Außerdem haben auch meine Brüder und Cousins wichtige Schlüsselpositionen im Unternehmen eingenommen. Wir sind also nach wie vor ein Familienunternehmen, wenngleich wir in den letzten Jahren viele Umstrukturierungen vorgenommen haben.

Der Weihnachtsmann
Der Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann ist Vorstandsvorsitzender des weltweit führenden Geschenke-Logistikunternehmens.

ZEIT ONLINE: Welche?

Weihnachtsmann: Wir haben das Verteilungssystem optimiert und setzen auf Globalität. Das heißt: Verteilt wird nicht mehr nur von wenigen Standorten aus, sondern von vielen regionalen Geschenkezentren. Das spart viele Kosten. Die Zentren agieren allerdings autonom in ihren Gebieten. Der Sitz hier in Hamburg etwa ist das Verteilungszentrum für das nördliche Europa , mit der Anbindung an den Hafen ist das der optimale Standort für Nordeuropa. Der Standort für den Süden Europas, also alles jenseits der Alpen , liegt in Rom und wird von meinem Cousin geführt.

ZEIT ONLINE: Der Firmensitz ist aber weiterhin am Nordpol ?

Weihnachtsmann:  Lediglich eine kleine Unternehmensvertretung mit Verwaltungsaufgaben gibt es am Nordpol noch. Da treffen Sie jedoch in der Regel keine Weihnachtsmänner an. Dorthin versetzen wir ab und an noch einige unbequeme Angestellte. (lacht) Wir haben aber die Firmenzentrale auf die Cayman Islands verlegt. Das hat nicht nur steuerliche Gründe. Der Nordpol liegt geografisch schlichtweg ungünstig. Überlegen Sie nur mal, wie lange man von dort aus etwa nach Brasilien oder Australien unterwegs ist! Für ein Logistikunternehmen wie unseres ist das einfach betriebswirtschaftlicher Unsinn.

Leserkommentare
  1. glaube ich sehr lange nicht mehr.
    Aber man muss ja in irgendetwas Top sein.
    In der Genderdebatte ist Deutschland Schlusslicht. Frauen werden hier so sehr benachteiligt, wie in keinem anderen der 34 Länder, die die OECD daraufhin untersuchte.
    Schade, dass die Zeit diese Erkenntnisse mit Arileln wie dem obigen noch untermauern muss, anstatt mal von Trümmerfrauen zu berichten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Phantasie haben Männlein wie Weiblein. Bitte reiten sie ihre Geschlechtsgenossinnen nicht rein, indem sie es daran mangeln lassen.

    Es ist ein liebenswürdiger Artikel. Danke dafür.

    • hareck
    • 19. Dezember 2012 14:37 Uhr

    js bitten, weibliche Auszubildende einzustellen.

    Eine Quotenregelung wird bei der beschriebenen Betriebsgröße ja wohl nicht greifen.

    Und der Artikel über Trümmerfrauen ist dann sicher nach Weihnachten fällig...irgend jefrau muss schließlich die Weihnachtsbäume entsorgen.

  2. Statt Arileln!!!!!!!!!

  3. Gibt es auch Weihnachtsfrauen? Oder haben, der Legende bedingt, nur Männer - oder als Mann verkleidete Frauen - Aussicht auf beruflichen Erfolg?

  4. Phantasie haben Männlein wie Weiblein. Bitte reiten sie ihre Geschlechtsgenossinnen nicht rein, indem sie es daran mangeln lassen.

    Es ist ein liebenswürdiger Artikel. Danke dafür.

    Antwort auf "An den Weihnachtsmann"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Habe ich zu Genüge.
    Der Artikel hingegen interviewt eine nichtexistente Person, wenn sie das phantasievoll finden, gucken Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Pornos und finden diese auch phantasievoll.

    • hareck
    • 19. Dezember 2012 14:37 Uhr

    js bitten, weibliche Auszubildende einzustellen.

    Eine Quotenregelung wird bei der beschriebenen Betriebsgröße ja wohl nicht greifen.

    Und der Artikel über Trümmerfrauen ist dann sicher nach Weihnachten fällig...irgend jefrau muss schließlich die Weihnachtsbäume entsorgen.

    Antwort auf "An den Weihnachtsmann"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Weihnachtsmann ist eine Kunstfigur. Es gibt ihn in Wirklichkeit gar nicht. Fragen sie mal rum, das kriegt man ganz leicht raus.
    Bei Amazon hingegen habe ich mich tatsächlich schon selbst beworben, aber leider erfolglos.
    Wetten, dass diese Stelle mit einem Mann besetzt wurde?
    Deutschland ist frauenfeindlich. Sonst gäbe es längst Denkmale für Frauen.

  5. Der Weihnachtsmann ist eine Kunstfigur. Es gibt ihn in Wirklichkeit gar nicht. Fragen sie mal rum, das kriegt man ganz leicht raus.
    Bei Amazon hingegen habe ich mich tatsächlich schon selbst beworben, aber leider erfolglos.
    Wetten, dass diese Stelle mit einem Mann besetzt wurde?
    Deutschland ist frauenfeindlich. Sonst gäbe es längst Denkmale für Frauen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dieses Frauen-Denkmal ist leider nicht so bekannt

    http://www.louiseottopeters-gesellschaft.de/index.php?id=denkmal

    Möglicherweise, da die Mitbegründerin der bürgelichen deutschen Frauenbewegung lange unter dem Pseudonym Otto Stern geschrieben hat.

  6. Habe ich zu Genüge.
    Der Artikel hingegen interviewt eine nichtexistente Person, wenn sie das phantasievoll finden, gucken Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Pornos und finden diese auch phantasievoll.

    Antwort auf "Phantasie"
  7. Dieses Frauen-Denkmal ist leider nicht so bekannt

    http://www.louiseottopeters-gesellschaft.de/index.php?id=denkmal

    Möglicherweise, da die Mitbegründerin der bürgelichen deutschen Frauenbewegung lange unter dem Pseudonym Otto Stern geschrieben hat.

    Antwort auf "Schon Erwachsen?"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service