Elektronische LohnsteuerDigitalisiertes Lohnsteuerverfahren ist fehleranfällig

Am 1. Januar wird die Lohnsteuerkarte abgeschafft und durch ein elektronisches Verfahren ersetzt. Kritiker befürchten falsche Lohnsteuerabrechnungen. von 

Schon seit Ende 2010 gibt es keine neuen Lohnsteuerkarten mehr , jetzt wird ein elektronisches Verfahren mit dem Namen Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) eingeführt. Es soll das Steuerverfahren vereinfachen. Künftig werden alle steuerlichen Änderungen wie Heirat, Geburt eines Kindes, Kircheneintritt oder -austritt automatisch erfasst, denn die Bürger- und Standesämter geben diese Daten ans Finanzamt weiter, das wiederum alle Lohnsteuerabzugsmerkmale dem Arbeitgeber mitteilt.

Für Arbeitgeber bedeutet die Einführung jede Menge Arbeit. Die betrieblichen Abläufe in der Personalabteilung, die in der Regel für die Lohnbuchhaltung zuständig ist, müssen angepasst werden. Für die Umstellung haben Arbeitgeber allerdings bis Ende des Jahres 2013 Zeit. Bis dahin sind die alten Lohnsteuerkarten aus dem Jahr 2010 beziehungsweise die von den Finanzämtern ausgestellten Bescheinigungen weiterhin gültig. Sie müssen von Arbeitgebern bis Ende des Jahres 2014 aufbewahrt werden.

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Berufseinsteiger, die 2013 das erste Mal ein Arbeitsverhältnis haben, werden vom Arbeitgeber im elektronischen Lohnsteuerverfahren angemeldet. Allerdings muss in der Regel auch noch eine Ersatzbescheinigung beim Finanzamt beantragt werden. Jugendliche, die 2013 eine Ausbildung beginnen, brauchen das allerdings nicht, wenn sie in der Steuerklasse I sind. Dann reichen Steueridentifikationsnummer, Geburtsdatum und Religionszugehörigkeit sowie die schriftliche Mitteilung, ob es sich um das erste Arbeitsverhältnis handelt. Arbeitnehmer, die 2013 den Arbeitgeber wechseln, benutzen in diesem Jahr noch einmal ihre alte Lohnsteuerkarte, die sie vom alten Arbeitgeber zurückbekommen.

Fehler durch Datenübertragung

Allerdings gibt es eine wichtige Besonderheit im Übergangsjahr 2013: Freibeträge, die 2011 und 2012 automatisch übertragen wurden, müssen erneut beim Finanzamt beantragt werden. Das sind etwa Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte oder Freibeträge für volljährige Kinder. Dagegen behalten Pauschalbeträge für Menschen mit Behinderung und Hinterbliebene ihre Gültigkeit, sofern diese schon über das Jahr 2012 hinaus gewährt wurden. Dasselbe gilt für Kinderfreibeträge.

Kritiker wie etwa die Steuergewerkschaft befürchten, es könne infolge von Übertragungsfehlern zwischen den einzelnen Behörden zu vielen falschen Lohnsteuerabrechnungen kommen. So habe es bei einem Probedurchlauf 2011 drei Prozent falsche Abrechnungen gegeben.

Wer sicher gehen will, dass die Lohnsteuer korrekt abgerechnet wird, sollte deshalb den Lohnzettel genau ansehen und Fehler direkt dem Arbeitgeber und dem Finanzamt mitteilen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Ausbildung | Behörde | Geburt | Heirat
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