Arbeiten nun Lupentypen mit Weitwinklern zusammen, kann das Team gut zusammenarbeiten – wenn klar ist, wer welche Herangehensweise hat. Führungskräfte sollten daher bei der Einstellung ihrer Mitarbeiter darauf achten, welchem Typus der Bewerber zuzuordnen ist. Denn es erspart viel Arbeit, wenn man erkennt, was der andere gerade erwartet und wie sein Blick auf die Welt ist.

Außerdem unterscheidet Leo Martin die Menschen nach Machern, Kontaktern und Analysten. Diese Typisierung geht auf das Drei-Hirne-Modell ( Triune-Brain -Konzept) des amerikanischen Hirnforschers Paul D. MacLean zurück. Auch hier handelt es sich um holzschnittartige Prototypen, auf deren Basis Verhaltensweisen erklärt und kategorisiert werden. Macher sind eher dominante Führungspersönlichkeiten. Sie sind in der Regel willensstark, direkt, machtbewusst und zielgerichtet und verfügen über Improvisationstalent. Dagegen steht bei den sogenannten Kontaktern eher die Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und das Gespür für Menschen im Zentrum. Diese Personen sind verständnisvoll, oft sehr beliebt, aber sie vermeiden Konflikte. Analysten dagegen sind die Strippenzieher im Hintergrund. Diese Menschen verhalten sich zurückhaltend und besonnen. Sie analysieren Situationen und handeln planvoll.

Beispiele lassen sich nur schwer übertragen

Martin schildert, wie man Menschen mit der jeweils dominanten Ausprägung für sich gewinnt und sie steuert. Die Macher spricht man mit einem selbstbewussten Auftreten an, Kontakter lassen sich von aufrichtigem Interesse an ihrer Person einnehmen, Analysten hingegen sind vor allem durch eine klare Kommunikation auf der Sachebene und detaillierten Informationen für sich zu gewinnen.

Auch wie diese Personen sich in kritischen Situationen verhalten, wie man Lügen und Unwahrheiten erkennt, beschreibt der Autor in Grundzügen. Leider hält das Buch nicht ganz, was es verspricht. Denn die Beispiele aus der organisierten Kriminalität lassen sich nur schwer in den realen Joballtag übertragen. Auch bleibt Martin in vielen Punkten bei Verallgemeinerungen stehen. Der Autorin dieses Artikels ist es jedenfalls nach der Lektüre dieses Buches nicht gelungen, Menschen zu lesen.