Unter anderem mit Kunden wie Shehab Bin Yahya. Der Datenbankspezialist wurde acht Tage lang von seinem Arbeitgeber, ein Immobilienunternehmen im Jemen, für eine Microsoft-Schulung in das Wüsten-Emirat entsandt. "Nach Indien hätte mich mein Unternehmen nicht geschickt, das hat auch religiöse Gründe", sagt der Computerspezialist. Weil er ein spezielles Training absolviert, hat das Weiterbildungsunternehmen extra einen Trainer aus Nordindien eingeflogen. Auch die US-Armee lässt zunehmend in Dubai schulen.

Die gut ausgebildeten Trainer sind für Unternehmen wie Koenig ein entscheidender Faktor. Es werde immer schwerer, die besten Leute zu halten, sagt der CEO von Koenig Solutions, Rohit Aggarwal.

CEO Rohit Aggarwal lenkt sein Unternehmen nach einem Ethikkodex, der auf dem Hinduismus fußt. Dieser soll seinem unternehmerischen Handeln einen höheren Sinn geben. Zehn Prozent des Gewinns – immerhin 10 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr – investiert Aggarwal in ein firmeneigenes Projekt, das mehrere Schulen in den Armenvierteln in Delhi finanziert. Jeder Mitarbeiter muss sich zu gegenseitigem Respekt, Rücksichtnahme, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit verpflichten.

Viele der Weiterbildungsfirmen bieten mittlerweile auch Onlinekurse an, bei denen die Kunden gar nicht erst nach Dubai oder Delhi reisen müssen. Der Trainer sitzt zwar weiterhin in Indien oder Dubai im Schulungszentrum, zugeschaltet ist er aber nur virtuell. Die Uhrzeit und das Tempo der Kurse bestimmen die Schüler selbst. Das Angebot nutzen in Europa vor allem Frauen, die während der Elternzeit nicht den Anschluss verpassen wollen. Schon bald könnten solche Angebote den Markt dominieren, heißt es in der Branche.

Dennoch wollen die Firmen weiter in Niederlassungen investieren. Allein Koenig Solutions will in den kommenden zwei Jahren Trainingscenter in Europa, Afrika und Südamerika eröffnen. 2014 will das Unternehmen auch an die Börse gehen.