Einer unserer Angestellten ist sechs Wochen krankgeschrieben. Nun hat er eine weitere Krankheit. Verlängert sich jetzt meine Pflicht, für maximal sechs Wochen das Gehalt zu zahlen um weitere sechs Wochen (weil es eine weitere, neue Krankheit ist)?, fragt Gerlinde Winter.

Sehr geehrte Frau Winter,

erkrankt einer Ihrer Mitarbeiter, sind Sie verpflichtet, ihm für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit das Gehalt weiterzuzahlen, allerdings für maximal sechs Wochen, was sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz ergibt.

Kommt während seiner Arbeitsunfähigkeit allerdings eine weitere Krankheit hinzu, die auch allein Ursache der bereits andauernden Arbeitsunfähigkeit sein kann, wird diese neue Krankheit auf die Sechs-Wochen-Frist angerechnet.

Das heißt, Sie als Arbeitgeber sind in jedem Fall verpflichtet, zunächst nur für sechs Wochen das Gehalt zu zahlen. Anschließend tritt die Krankenversicherung in Kraft und zahlt das (reduzierte) Krankengeld – egal, ob die weitere Krankheit die ursprüngliche Krankenzeit von sechs Wochen verlängert.

Eine neue Anspruchsdauer im Rahmen einer neuen Sechs-Wochen-Frist beginnt nur, wenn Ihr Mitarbeiter zwischen den Krankheiten arbeitsfähig ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch tatsächlich zur Arbeit erschienen sein muss. Wenn er beispielsweise an einem Mittwoch wieder gesund ist, sein Dienst jedoch erst am Freitag nach dem Dienstplan beginnt, ihm aber am Donnerstag etwas zustößt, ist er zwischen den Krankheiten arbeitsfähig gewesen. Das Arbeitsrecht geht in solchen Fällen von zwei selbstständigen Krankheiten aus.

Die Folge: Die Sechs-Wochen-Frist beginnt erneut zu laufen.

Ihr Ulf Weigelt