Ich bin Bankmitarbeiter und möchte mir ein Auto leasen. Mein Arbeitgeber verlangt von mir, ihm das Leasing zu melden. Seine Begründung für die Kontrolle: Ich soll unseren Kunden ein Vorbild sein und mich nicht verschulden. Ist das rechtens?, fragt Jens Pfandmeier.

Sehr geehrter Herr Pfandmeier,

die Erklärung Ihres Arbeitgebers ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Es geht ihn zunächst einmal grundsätzlich nichts an, welche Finanzierungsmöglichkeiten Sie als Privatperson in Anspruch nehmen. Ihr Arbeitgeber kann Ihnen keine außerdienstlichen Verhaltenspflichten vorschreiben.

Ist in Ihrem Arbeits-, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung keine Klausel hierzu ausdrücklich und unmissverständlich festgeschrieben, die Sie verpflichtet, Ihre finanzielle Lage offenzulegen, müssen Sie den Arbeitgeber nicht über den Leasingvertrag informieren.

Ich kann außerdem seine Begründung nicht nachvollziehen, sie scheint mir widersprüchlich zu sein. Sie werden ja sicherlich nicht Kunden von Ihren Verbindlichkeiten berichten.

Im Übrigen hat die Bank ja auch ein Interesse daran, Finanzierungsgeschäfte abzuwickeln.

Ihre Frage berührt allerdings ein wichtiges Thema: Welche Folgen hat das außerdienstliche Verhalten?

Vorsichtig sollten Arbeitnehmer immer sein, wenn sie in ihrer Freizeit öffentlich stark alkoholisiert auftreten oder durch einen unsittlichen Lebensstil auffallen. Hier kann das außerdienstliche Verhalten tatsächlich dem Ruf eines Unternehmens schaden – erst recht, wenn der Mitarbeiter in einer gehobenen Position tätig ist. Ähnliches gilt für die Verschwiegenheitspflicht.

Im schlimmsten Fall droht eine ordentliche oder gar außerordentliche Kündigung.

Ihr Ulf Weigelt