TypberaterFür jeden den passenden Look finden

Warme Herbstfarben oder frische Frühlingstöne? Stilberater zeigen den Kunden, was modisch zu ihnen passt. Immer mehr Männer entdecken den Job, zeigt der Beruf der Woche. von 

Ob Bewerbungsgespräch oder Kundenpräsentation, die Außenwirkung ist wichtig. Aber viele Berufstätige sind unsicher, entsprechend groß ist die Nachfrage nach einem Coaching durch Farb- und Stilberater. Wie kleidet man sich im Businesskontext angemessen? Passt die Brille zu Gesicht und Anzug? "Wir ändern nicht die Persönlichkeit, wir unterstreichen und optimieren nur den individuellen Stil", sagt Sylvia Ebner, Vorsitzende des Interessenverbands deutscher Farb- und Stilberater.

Am Anfang einer jeden Beratung steht ein Vorgespräch. Was will der Kunde? Steht ein Jobwechsel an? Hat er ein Bewerbungsgespräch? Will er einen gelungenen Auftritt bei einer Feier oder ist eine komplette Typveränderung gewünscht?

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Dabei müssen die Imageberater stets neutral sein. "Egal, wie der Kunde aussehen mag und sich kleidet, wichtig ist es, nicht zu verurteilen oder bloßzustellen", sagt Ebner. Oft ist der junge Mann in zerschlissenen Jeans, mit zugewuchertem Bart und fettigen Haaren ein erfolgreicher Unternehmensgründer, und die ungeschminkte Frau mit den Augenringen, der altmodischen Brille und den splissigen Haaren ist vielleicht eine hochkarätige Forscherin. Und weil es eben nicht um eine Persönlichkeitsveränderung geht, lässt sich aus der Naturwissenschaftlerin, die sich nicht schminkt, auch kein durchgestyltes Modepüppchen machen. Das muss auch gar nicht sein. Denn auf Basis der vorhandenen Persönlichkeit soll der eigene Stil herausgearbeitet und optimiert werden, erklärt Ebner. Der Kunde soll sich wohlfühlen und das tut er in der Regel, wenn er seine persönlichen Farben kennt.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Hier orientieren sie die Berater an den vier Jahreszeiten und den jeweils typischen Farben dieser Zeiträume. Frühjahrstypen beispielsweise steht helles Grün, Orange, Apricot, Rot oder Gelb, Wintertypen dagegen Blau, Rosa, Violett, Schwarz oder Weiß. Welcher Farbtyp passend ist, das wird in der Regel durch das Überwerfen von bunten Stoffen herausgefunden. Steht der Grundtyp fest, geht es an die richtige Kombination der Farben.

Farbe, Form und Körperproportionen

Im nächsten Schritt kommen Erscheinungsmerkmale wie Frisur, Bart, Brille und Äußeres im Allgemeinen zur Sprache. Wichtig ist hier auch die Berücksichtigung körperlicher Eigenschaften. Wie sind die Proportionen des Körpers? Hat der Kunde lange Beine, breite Schultern oder ist er eher schmal gebaut? Welche Ausschnittformen oder Kragenformen stehen dem Klienten? "Es kommt nicht nur darauf an, einen guten Anzug oder ein Kostüm zu tragen, sondern ob die Form zu den Körperproportionen passt", sagt die Beraterin.

Oft bleibt es nicht bei der reinen Beratungstätigkeit. "Wenn ein Kunde sagt: Ich habe kein Händchen bei der Kleiderwahl, dann kommt der Farb- und Stilberater auf Wunsch gerne mit", sagt Ebner. Viele Coachs bieten bei einer umfassenden Typberatung ohnehin das Shopping, den Besuch beim Friseur und auch im Kosmetikstudio mit an. 

Die Kunden sind meist Privatpersonen, die sich für den Beruf oder besondere Anlässe beraten lassen wollen. Sowohl Männer als auch Frauen nehmen die Dienste der Berater in Anspruch. Und auch Unternehmen zählen zu den Kunden, die etwa Mitarbeiter selbst in Farb- und Stilberatung schulen möchten.

Einen typischen Arbeitstag gibt es für Imageberater nicht, der Joballtag richtet sich immer nach Auftragslage. Mal findet die Beratung ausschließlich beim Coach statt, mal ist sie verbunden mit einer langen Shoppingtour und Terminen beim Schneider, beim Friseur und Kosmetiker. In der Regel geben die Berater auch Seminare und Workshops. Andere sind außerdem als Knigge-Trainer aktiv.

Farb- und Stilberater sollten gut kommunizieren können, die Arbeit und den Umgang mit anderen Menschen mögen und keine Berührungsängste haben. Fingerspitzengefühl, eine Affinität zu Mode und Kenntnisse über aktuelle Trends aus den Bereichen Mode, Frisuren und Kosmetik sollten vorhanden sein. Auch Knigge-Kenntnisse sind von Vorteil. Mitunter ist Geduld im Umgang mit den Kunden nötig. "Man muss sich auf die Kunden einstellen können und sollte stets ruhig und gelassen bleiben", sagt Ebner. Und man sollte selbst seine eigenen Ratschläge beherzigen und ein ansprechendes Äußeres mitbringen.

Leserkommentare
  1. "Denn auf Basis der vorhandenen Persönlichkeit soll der eigene Stil herausgearbeitet und optimiert werden, erklärt Ebner. "

    Irgendwie widerspricht sich "eigener Stil" und die Tatsache, dass fremde Leute diesen herausarbeiten ... Scheint aber egal zu sein. Hauptsache der "Look" stimmt.

    Eine Leserempfehlung
    • Trypsin
    • 16. Januar 2013 10:09 Uhr

    Letztens habe ich gewisse Leute bei einer Jobmesse beobachtet. Einige Frauen sahen nach der Schminkerei wie Papageien aus und ich fand sie nicht schicker.
    Ich schminke mich nie und bekomme trotzdem gelegentlich Komplimente. Vielleicht ist Authentizität auch attraktiv?!

    Eine Leserempfehlung
  2. Es geht nicht nur um hübscher auszusehen, sondern auch darum, dass das Äußere als Soft Skill ganz klar über berufliche Karriere entscheidet. Warum sollte man diesen Faktor nicht nützen? Da hat man sein Leben lang Vokabeln gebüffelt und am Ende bekommt doch die hübschere Bewerberin den Zuschlag? Pah! Das kann man heute zum Glück vermeiden. Gutes Aussehen ist auch Technik und gewusst wie: Richtige Schnitte für den entsprechenden Körperbau, optimale Farbwahl etc. [...]

    Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass das Profil zur Verlinkung auf Ihr privates Blogs vorgesehen ist. Danke, die Redaktion/jk

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  • Serie Beruf der Woche
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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Beruf | Karriereberatung | Mode
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