Ich schicke mehrere meiner Mitarbeiter dieses Jahr für ein Projekt ins Ausland. Worauf muss ich beim Einsatz achten? Und welcher Schutz vor Ort ist notwendig?, fragt Manfred Jestermann, Führungskraft in einem globalen Unternehmen.

Sehr geehrter Herr Jestermann,

die Hälfte aller Unternehmen, die bereits Mitarbeiter ins Ausland schicken, gehen davon aus, dass der Bedarf in den nächsten drei Jahren weiter steigen wird. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie. Entsenden deutsche Unternehmen Mitarbeiter ins Ausland, sind sie aufgrund ihrer arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht und des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, sich um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern. Halten sie sich nicht daran, kann diese Pflichtverletzung sie teuer zu stehen kommen (in Form von Schadensersatzpflichten gegenüber Mitarbeitern und Angehörigen). 

Beginnen Sie frühzeitig mit Ihrer Planung und listen Sie auf, wer in der Personalabteilung zuständig ist, sich in Rechts-, Versicherungs- und Sicherheitsfragen auskennt sowie Fragen rund um das Reisemanagement beantworten kann. In der Regel greifen mittelständische Unternehmen gerade bei Sicherheitsaspekten auf externe Anbieter zurück. Diese Firmen sind meist auf bestimmte Weltregionen spezialisiert und kennen die jeweiligen Versicherungsgesetze im Ausland, auch können sie im Notfall helfen, Mitarbeiter schnell aus dem Ausland zurückzuholen.

Ebenfalls müssen Sie bei Ihrer Planung unerwartete Katastrophen, Terroranschläge, Entführungen, Unfälle oder Erkrankungen berücksichtigen. Wenn in solchen Ausnahmesituationen der Kontakt zu den Mitarbeitern abbricht, ist ein Notfallplan wichtig.

Unternehmen, die Mitarbeiter in Krisenregionen entsenden, müssen solche Notfallpläne vor dem Einsatz erstellt haben. Außerdem sollten Sie grundsätzliche Richtlinien für Auslandsreisen aufsetzen.

Wichtig ist allerdings auch, dass Sie Ihre Mitarbeiter sowohl bei der Vorbereitung als auch vor Ort aktiv unterstützen – um im Notfall ruhig und besonnen reagieren zu können.

Ihre Sabine Hockling