KlageÖkonomin fordert 900.000 Euro wegen Mobbings

In einem Präzedenzfall will eine Frau ein sehr hohes Schmerzensgeld für Mobbing einklagen. Der Klägerin geht es um eine abschreckende Wirkung. Die Richter sind skeptisch.

Eine bei der Stadt Solingen beschäftigte Rechnungsprüferin fordert mit einer Mobbing-Klage rekordverdächtige 900.000 Euro Schmerzensgeld. Ihr Anwalt berief sich bei der Höhe der Summe auf die jüngere Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts. Danach seien die bislang zugesprochenen Schmerzensgelder zu gering und müssten erhöht werden, um abschreckende Wirkung zu entfalten.

Der Fall, der gerade vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf verhandelt wird, könnte allerdings scheitern. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Jansen vom Landesarbeitsgericht Düsseldorf zeigte sich am Dienstag skeptisch, ob die von der Klägerin aufgeführten Fälle tatsächlich den Tatbestand systematischen Mobbings erfüllten und ob die hohe Summe gerechtfertigt sei. 900.000 Euro seien schon eine "extreme Größenordnung", sagte der Richter. Zudem müsse auch das Verhalten der Klägerin berücksichtigt werden. Ihr Anwalt verwies auf "die Vielzahl kleiner Nadelstiche", die ein deutliches Gesamtbild ergäben.

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"Man hat meine Ehre und meine Würde mit Füßen getreten", sagte die 53-Jährige. Jahrelang sei sie schikaniert und ihr sogar zu Unrecht fristlos gekündigt worden. Als sie nach gewonnenem Prozess in ihr Büro zurückkehren wollte, habe man sie mit einem Sonderprüfauftrag, für den sie nicht ausgebildet sei, in ein neun Kilometer entferntes städtisches Klinikum versetzt. Auch eine Schulung habe die Stadt nicht zahlen wollen.

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Leserkommentare
    • bedem
    • 08. Januar 2013 21:21 Uhr

    Es wäre wünschenswert dass die Klage wie beschrieben als Präsenzfall positiv beschieden wird.
    Es wäre wünschenswert wenn die "Geschäftsleitungen" und Führungskräfte", sei es aktiv oder mit Duldung, sich bewusst wären dass so ein solches Verhalten ein hohes (angemessenes!) Risiko darstellen kann.

    2 Leserempfehlungen
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    Anhand der Informationen, die in den paar Zeilen Text drinnen stehen, kann sich doch kein Mensch seriös eine Meinung bilden, ob der Vorwurf des systemat. Mobbings und das für deutsche Verhältnisse bemerkenswert hohe Schmerzensgeld von 900.000 € irgendwie haltbar sind.

    Ich lese hier eine Reihe nicht weiter durchleuchtete Aussagen d. Klägerin und d. Anwalts. Ohne Hintergrundinformationen. Das Einzige, was zumindest in Richtung Mobbing hindeuten könnte, ist die zurückgenommene fristlose Kündigung.

    Hier dazu mehr:
    http://www.wz-newsline.de...

    Da liest es sich schon anders:
    die fristlose Kündigung erfolgte damals wegen falscher Erfassung d. Arbeitszeiten. Es konnte lediglich vor Gericht nicht widerlegt werden, dass die Klägerin nochmals an ihre Arbeit zurückgekehrt sei, nachdem Vorgesetzte sie hatten gehen sehen. Nach d. Prozess und d. Wiederaufnahme der Arbeit wies man der Dame, was nachvollziehbar ist, um aus der Sache Dampf rauszunehmen, eine neue Aufgabe zu. Das und das, was folgt, kann man nun in die eine oder die andere Richtung drehen.

    Nachdem sie sich aber auch mit "bei vollem Gehalt bis zur Rente freigestellt zufrieden geben würde" und das im Zusammenhang mit dem früheren Streitfall, indem es um Unregelmäßigkeiten bei der eigenen Arbeitszeiterfassung ging, könnte es genauso gut sein, dass es die Dame doch gerne auf einen finanzierten, verfrühten Lebensabend ankommen lassen würde.

  1. Anhand der Informationen, die in den paar Zeilen Text drinnen stehen, kann sich doch kein Mensch seriös eine Meinung bilden, ob der Vorwurf des systemat. Mobbings und das für deutsche Verhältnisse bemerkenswert hohe Schmerzensgeld von 900.000 € irgendwie haltbar sind.

    Ich lese hier eine Reihe nicht weiter durchleuchtete Aussagen d. Klägerin und d. Anwalts. Ohne Hintergrundinformationen. Das Einzige, was zumindest in Richtung Mobbing hindeuten könnte, ist die zurückgenommene fristlose Kündigung.

    Hier dazu mehr:
    http://www.wz-newsline.de...

    Da liest es sich schon anders:
    die fristlose Kündigung erfolgte damals wegen falscher Erfassung d. Arbeitszeiten. Es konnte lediglich vor Gericht nicht widerlegt werden, dass die Klägerin nochmals an ihre Arbeit zurückgekehrt sei, nachdem Vorgesetzte sie hatten gehen sehen. Nach d. Prozess und d. Wiederaufnahme der Arbeit wies man der Dame, was nachvollziehbar ist, um aus der Sache Dampf rauszunehmen, eine neue Aufgabe zu. Das und das, was folgt, kann man nun in die eine oder die andere Richtung drehen.

    Nachdem sie sich aber auch mit "bei vollem Gehalt bis zur Rente freigestellt zufrieden geben würde" und das im Zusammenhang mit dem früheren Streitfall, indem es um Unregelmäßigkeiten bei der eigenen Arbeitszeiterfassung ging, könnte es genauso gut sein, dass es die Dame doch gerne auf einen finanzierten, verfrühten Lebensabend ankommen lassen würde.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Richtig So"
  2. denn genaues weiß man nicht. Die Frau war also Angestellte des ÖDs und wurde da wohl über Jahre gemobbt. Warum hat sie die Stelle nicht verlassen? Finaniell zu lukrativ oder keine Befähigung für Arbeit in der Wirtschaft? Der Leser erfährt leider nichts über den Grund der unrechten fristlosen Kündigung? Gibt es hier http://www.solinger-tageb..., angeblicher Arbeitszeitbetrug.
    So da hat sie sich also wieder zurückgeklagt und wurde versetzt. Warum kann sie als aus-/weitergebildete Rechnungsprüferin den Auftrag nicht erfüllen und muss sich erst weiterbilden, das bedeutet in der Wirtschaft, dass sie wohl mit ihrer Quali geflunkert hat, was dort ein Kündigungsgrund wäre.
    Auch wäre spannend gewesen zu erfahren, wie sie gerade auf 900k kommt. Leider wird auch unterschlagen, dass die Dame zusätzlich zwei Gehaltsufen höher eingestuft werden will und das auch noch rückwirkend. Achja und die Dame ist nicht 53 sondern 51. (sieh Link)

    Relativ viele Ungereimtheiten, die dem geneigten Leser viel Spielraum über die Motivation der Dame gibt.

    Mobbing ist sicherlich ein Problem, aber schön wäre wenn solche Artikel mal Fälle aus der Wirtschaft vortragen würden und nicht immer nur in Ämtern oder ämterähnliche Institutionen stattfinden, also Arbeitshabitaten die meist gekennzeichnet sind durch extremen Kündigungsschutz, massiven Frauenüberhang und einer im Verhältnis zur Arbeit sehr guten Vergütung.

    3 Leserempfehlungen
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    "Warum hat sie die Stelle nicht verlassen? Finanziell zu lukrativ oder keine Befähigung für Arbeit in der Wirtschaft?"

    Dann breche ich in Zukunft täglich bei Ihnen ein und stehle Ihr gesamtes Hab und Gut. Meine Verteidigung wird dann lauten, Sie hätten ja auch einfach wegziehen können!
    Was für eine blödsinnige Aussage!!!

    Danke für den Link. Ich ziehe sämtliche meiner Kommentare zurück und schreibe stattdessen: Diese Frau ist dumm und dreist, wenn sie sich mobben lässt und ihr eigenes (gieriges?) Verhalten spricht auch nicht gerade für sie. Sie ist mir ... wie drücke ich es "der Netigette entsprechend aus? ... - ich finde sie noch dämlicher als vorher.

  3. "Warum hat sie die Stelle nicht verlassen? Finanziell zu lukrativ oder keine Befähigung für Arbeit in der Wirtschaft?"

    Dann breche ich in Zukunft täglich bei Ihnen ein und stehle Ihr gesamtes Hab und Gut. Meine Verteidigung wird dann lauten, Sie hätten ja auch einfach wegziehen können!
    Was für eine blödsinnige Aussage!!!

    Eine Leserempfehlung
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    Die Frage ist berechtigt, warum sie nicht einfach ging. Gerade, wenn es über Jahre ging.

    dann haben sie vlt. Glück, beim nächsten Mal bin ich bereit und lasse mir das nicht jahrelang gefallen.

    Hoffe sie arbeiten nicht im ÖD wie die Dame. Bei ihr wird es, wie bei den meisten Angestellten des ÖD sein. Sie weiss, das es dort mehr Streß gibt, bei weniger Gehalt und man schneller gekündigt wird, wenn man flunkert und keine Leistung bringt und viele sind fachliche Tiefflieger.

    Hier soll mMn eine Frau als Opfer dargestellt werden, die bei genaurem hinsehen (daher wohl auch das auslassen von Fakten im Artikel) wohl eher probiert sich einen schönen Ruhestand zu sichern, denn als Rechnungsprüferin im ÖD dürfte sie verbeamtet sein und da machen sich dann auch die beiden Gehaltsstufen bei der Pension ab 55 wohlwollend bemerkbar.

  4. Warum kündigt man nicht einfach, wenn man mit seinem Arbeitsplatz (inkl. Kollegen) so unzufrieden ist und sich gemobbt fühlt?
    Warum verklagt man seinen Arbeitgeber und erwartet dann mit offenen Armen empfangen zu werden?

    Sorry, aber sich "systematisch mobben" zu lassen, und das über Jahre, ist selten dämlich. So Leid mir die Dame tun mag - sie hätte kündigen können anstatt sich das anzutun.

  5. Die Frage ist berechtigt, warum sie nicht einfach ging. Gerade, wenn es über Jahre ging.

    Antwort auf "Wie bitte?"
  6. 7. Danke!

    Danke für den Link. Ich ziehe sämtliche meiner Kommentare zurück und schreibe stattdessen: Diese Frau ist dumm und dreist, wenn sie sich mobben lässt und ihr eigenes (gieriges?) Verhalten spricht auch nicht gerade für sie. Sie ist mir ... wie drücke ich es "der Netigette entsprechend aus? ... - ich finde sie noch dämlicher als vorher.

    4 Leserempfehlungen
  7. Unzufriedenheit im Job und gemobbt zu werden sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
    Wenn man sagt, die gemobbte Person kann doch einfach den Job wechseln (weil es in D allgemein so einfach ist den Job zu wechseln), unterstützt man direkt die Mobbenden. Sie kommen ja durch und erreichen ihr Ziel. Was sollte sie davon abhalten, bei der nächsten Nase, die ihnen nicht passt, wieder gleichermaßen zu agieren? Sie waren schließlich erfolgreich.
    Treib ich es mal auf die Spitze. Vielleicht fühlen sich ja die verklagten Mobber durch die Klage auch bzgl. der Auslebung ihrer darwinistischen Grundeinstellung gemobbt - die Judikative als übergeordnetes Mobbing-Organ quasi. Dann sollten diese auch einfach das Land verlassen, was hält sie denn noch hier, wenn sie so unzufrieden sind - die Gier? Ironie aus.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tgr
  • Schlagworte Euro | Mobbing | Nadelstich | Prozess | Richter | Solingen
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