Sexismus Wie man sich würdevoll gegen Herrenwitze wehrt
Anzügliche Sprüche, gierige Blicke – die Grenze zur sexuellen Belästigung ist schnell erreicht. Wir zeigen, wie Frauen auf Übergriffe reagieren können. Von Tina Groll
So gut wie jede Frau, die an einer männlich dominierten Runde abends an der Bar teilgenommen hat, kennt sie: die Kurz-vor-Mitternacht-schmutzige-Witze-Phase. Männer machen gegenüber Frauen zweideutige, anzügliche Bemerkungen, die oft als Kompliment getarnt und doch eindeutig Übergriffe sind. Der öffentliche Aufschrei, den mehrere junge Journalistinnen derzeit wagen, indem sie über verbale Grenzüberschreitungen männlicher Politiker berichten, bringt eine Debatte in Gang, die überfällig ist. Ist der Herrenwitz noch gesellschaftsfähig? Was ist eigentlich so schlimm an zweideutigen Anspielungen? Und wo verläuft die Grenze zur sexuellen Belästigung?
Gesetzlich klar ist: Auch Worte können sexuelle Belästigung sein. Seit dem Jahr 2006 regelt das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) das Thema. Paragraf 3 Abs. 4 des AGG definiert sexuelle Belästigung als ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, das bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird. Dazu gehören auch Äußerungen, Gesten, Blicke und körperliche Berührungen. Schon Bemerkungen sexuellen Inhalts sind damit als Belästigung zu werten.
Allerdings – und das ist für viele Betroffene eine Herausforderung – muss die betroffene Person erkennbar zeigen, dass sie solches Verhalten ablehnt. Das heißt konkret: Sie muss sagen, dass sie das Verhalten des Täters als unangemessen und verletzend empfindet und ihn sofort auffordern, es zu unterlassen.
Fehlverhalten nicht tolerieren
Die Herausforderung ist, dies auch zu tun, wenn die Bemerkung vermeintlich harmlos war und von vielen Zeugen nicht als Belästigung aufgefasst wurde. Wenn das Fehlverhalten toleriert wird, kann sich auch nichts ändern. Und das hat gesamtgesellschaftliche Folgen.
- AGG
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Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.
Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.
- Antidiskriminierungsstelle
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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.
Zu den Aufgaben der ADS zählt:
- über Ansprüche zu informieren
- Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
- Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
- eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.
Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.
- Hilfe
Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.
- Diversity
Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.
Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis oft schwer. Gerade beim Networking an der Bar, wenn die Atmosphäre ungezwungen ist, erfordert es Mut, dem eigenen Gefühl zu vertrauen, dass mit einer Bemerkung gerade eine Grenze überschritten wurde. Das ist besonders schwer, wenn eine Frau allein unter vielen Männern ist und auch noch deutlich jünger. Richtig herausfordernd wird es, wenn andere Frauen Zeuginnen der Situation sind und den entsprechenden Witz nicht als Beleidigung auffassen. Juristisch kann nur im Einzelfall geklärt werden, welche Bemerkung die Würde des Opfers herabsetzt und welche zwar eine erotische Konnotation hat, aber ebenso gut als Kompliment verstanden werden kann. Es ist also ziemlich heikel.
In der Regel bauen sich Situationen, in denen es zu Grenzüberschreitungen kommt, langsam auf. Eine berufliche Veranstaltung klingt gemütlich beim abendlichen Come Together mit Alkohol aus. Die Stimmung wird ungezwungen, die Gespräche privater. Jetzt geht es um Politik oder Fußball, nun werden Kontakte geknüpft und Geschäfte angebahnt. Ein beliebter Karrieretipp für Frauen ist, bei diesem Netzwerken mitzumachen und sich nicht nach dem offiziellen Teil zu verabschieden – schließlich geht es jetzt um die Karriere.
Kommt es dabei zu einer verbalen Grenzüberschreitung, muss sich das Opfer oft vorwerfen lassen, es habe selbst mitgemacht. Viele Frauen trauen sich deshalb nicht, den Sexismus auch als solchen zu benennen. Sie ärgern sich im Stillen, sind sprachlos oder schämen sich. Doch genau das ist der Fehler. Denn oft wird so eine Spirale in Gang gesetzt: Die ersten Bemerkungen sind harmlos, dann kommen die harten Sprüche, am Ende manchmal Grapschen oder Tätscheln.

Dem Sexismus in der Arbeitswelt begegnet man am effektivsten, indem man die Tat sofort benennt und den Täter auffordert, die Übergriffe umgehend zu unterlassen. Und zwar so kurz und konkret wie möglich. "Lassen Sie das Tätscheln!" ist besser als "Hören Sie damit auf!". Auch Sätze wie "Ich möchte nicht von Ihnen angefasst werden!" oder "Hören Sie sofort auf, auf meine Brüste zu starren!" können wirkungsvoll sein.
Auch kann es helfen, sich sofort an andere zu wenden: "Dieser Mann hier hat mir an den Po gefasst!" Ein solcher Satz, laut ausgerufen, dürfte den Grapscher daran hindern, eine solche Tat nochmals zu wiederholen. Opfer sollten deutlich machen, dass eine Wiederholung Konsequenzen hat. Der Vorteil an dieser Strategie: Sie stoppt sofort die Situation. Und Frauen kommen aus der passiven Opferrolle heraus. Sie verteidigen sich aktiv.
- Datum 25.01.2013 - 17:12 Uhr
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Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Äußerungen, die Opfern von Sexismus und Gewalt die Schuld daran zuschieben. Danke, die Redaktion/fk.
gilt auch für die Redaktion.
Ich habe dank der Löschung nur lesen können, was die Redaktion selbst geäußert hat und das, nachdem ich beim Lesen des Artikels selbst bereits empfand: Im Kontext der hier angesprochenen Sachverhalte sollte viel vorsichtiger mit einer Täter-Opfer-Begrifflichkeit umgegangen werden; einer Begrifflichkeit, die vorschnell kriminalisiert.
Anzüglichkeiten (die ich nicht verteidige!) machen noch keinen Täter. Und die Unfähigkeit, sich klar davon abzusetzen (s. diesen Artikel hier) macht noch keine Opfer.
Der Artikel selbst bietet ein paar Hinweise zu einem vernünftigen Umgang mit der Thematik und Problematik, bleibst selbst aber noch reichlich im Täter-Opfer-Schema und in der Tendenz zur Kriminalisierung hängen.
gilt auch für die Redaktion.
Ich habe dank der Löschung nur lesen können, was die Redaktion selbst geäußert hat und das, nachdem ich beim Lesen des Artikels selbst bereits empfand: Im Kontext der hier angesprochenen Sachverhalte sollte viel vorsichtiger mit einer Täter-Opfer-Begrifflichkeit umgegangen werden; einer Begrifflichkeit, die vorschnell kriminalisiert.
Anzüglichkeiten (die ich nicht verteidige!) machen noch keinen Täter. Und die Unfähigkeit, sich klar davon abzusetzen (s. diesen Artikel hier) macht noch keine Opfer.
Der Artikel selbst bietet ein paar Hinweise zu einem vernünftigen Umgang mit der Thematik und Problematik, bleibst selbst aber noch reichlich im Täter-Opfer-Schema und in der Tendenz zur Kriminalisierung hängen.
(nomen est omen) benötigt für sich selbst entweder einie Profilschärfung oder sie liess siech vor irgendeinen Karren spannen. Schließlich sind Brüderles inkriminierte Äußerungen ihr gegenüber vor Monaten gefallen und werden erst jezt von ihr öffentlich gemacht. Seltsames Gebaren.
"Der erste Eindruck, den Laura Himmelreich vor einem Jahr von Brüderles Umgang mit Frauen gewonnen hatte, bestätigte sich im Laufe der Zeit bei weiteren Beobachtungen und Begegnungen. Ich halte unsere Berichterstattung deshalb für legitim. Denn es scheint ein wiederkehrendes Verhalten von Brüderle zu sein. Was ihm jetzt nur nicht gefällt, ist, dass darüber berichtet wird.
...Im Übrigen finde ich: Junge Journalistinnen, egal ob sie beim stern oder bei 'Spiegel online' oder sonstwo arbeiten, sind kein Freiwild, weder für Piraten noch für ältere Herren aus der Politik."(stern-chefredakteur Thomas Osterkorn)
Da muss sich aber Herr Osterkorn auch die Frage gefallen lassen, wie er seiner Fürsogepflicht als Arbeitgeber nachkommt. Ein Jahr lang eine junge Journalistin sexistischen Übegriffen für eine auflagenträchtige Geschichte auszusetzen ist mich nicht nur sexistisch, sondern verantwortungslos und entwürdigend.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz
"Der erste Eindruck, den Laura Himmelreich vor einem Jahr von Brüderles Umgang mit Frauen gewonnen hatte, bestätigte sich im Laufe der Zeit bei weiteren Beobachtungen und Begegnungen. Ich halte unsere Berichterstattung deshalb für legitim. Denn es scheint ein wiederkehrendes Verhalten von Brüderle zu sein. Was ihm jetzt nur nicht gefällt, ist, dass darüber berichtet wird.
...Im Übrigen finde ich: Junge Journalistinnen, egal ob sie beim stern oder bei 'Spiegel online' oder sonstwo arbeiten, sind kein Freiwild, weder für Piraten noch für ältere Herren aus der Politik."(stern-chefredakteur Thomas Osterkorn)
Da muss sich aber Herr Osterkorn auch die Frage gefallen lassen, wie er seiner Fürsogepflicht als Arbeitgeber nachkommt. Ein Jahr lang eine junge Journalistin sexistischen Übegriffen für eine auflagenträchtige Geschichte auszusetzen ist mich nicht nur sexistisch, sondern verantwortungslos und entwürdigend.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die sexuell übergriffiges Verhalten und Anzüglichkeiten relativieren. Danke, die Redaktion/jp
"Der erste Eindruck, den Laura Himmelreich vor einem Jahr von Brüderles Umgang mit Frauen gewonnen hatte, bestätigte sich im Laufe der Zeit bei weiteren Beobachtungen und Begegnungen. Ich halte unsere Berichterstattung deshalb für legitim. Denn es scheint ein wiederkehrendes Verhalten von Brüderle zu sein. Was ihm jetzt nur nicht gefällt, ist, dass darüber berichtet wird.
...Im Übrigen finde ich: Junge Journalistinnen, egal ob sie beim stern oder bei 'Spiegel online' oder sonstwo arbeiten, sind kein Freiwild, weder für Piraten noch für ältere Herren aus der Politik."(stern-chefredakteur Thomas Osterkorn)
Da muss sich aber Herr Osterkorn auch die Frage gefallen lassen, wie er seiner Fürsogepflicht als Arbeitgeber nachkommt. Ein Jahr lang eine junge Journalistin sexistischen Übegriffen für eine auflagenträchtige Geschichte auszusetzen ist mich nicht nur sexistisch, sondern verantwortungslos und entwürdigend.
Denn der Arbeitgeber wurde ja sicher informiert, wenn derartige Belästigungen stattfanden.
Ich selbst hatte diese Situation und musste mich berechtigterweise rechtfertigen. Meine Kollegin nahm einfach Ihr normales Recht in Anspruch, Ihren Vorgesetzten über mein Verhalten zu informieren. Seit diesem Tag habe ich auf "Herrenwitze" eine andere Sicht, wenn Frauen dabei sind.
Was also haben die Vorgesetzten der Journalistin getan, um derartige Übergriffe zu verhindern?
Oder hat die Kollegin gar nicht darüber berichtet. Welchen Grund gab es dann?
Ist das Arbeitsklima und Vertrauensverhältnis in der Redaktion so schlecht? Hat die Journalistin vielleicht nicht darüber berichtet, weil Ihr die Karriere wichtig war?
Dann stellt sich die Frage, warum Sie jetzt darüber berichtet?
Ist das Klima besser geworden? Oder steht die Karriere weiter im Mittelpunkt?
Denn der Arbeitgeber wurde ja sicher informiert, wenn derartige Belästigungen stattfanden.
Ich selbst hatte diese Situation und musste mich berechtigterweise rechtfertigen. Meine Kollegin nahm einfach Ihr normales Recht in Anspruch, Ihren Vorgesetzten über mein Verhalten zu informieren. Seit diesem Tag habe ich auf "Herrenwitze" eine andere Sicht, wenn Frauen dabei sind.
Was also haben die Vorgesetzten der Journalistin getan, um derartige Übergriffe zu verhindern?
Oder hat die Kollegin gar nicht darüber berichtet. Welchen Grund gab es dann?
Ist das Arbeitsklima und Vertrauensverhältnis in der Redaktion so schlecht? Hat die Journalistin vielleicht nicht darüber berichtet, weil Ihr die Karriere wichtig war?
Dann stellt sich die Frage, warum Sie jetzt darüber berichtet?
Ist das Klima besser geworden? Oder steht die Karriere weiter im Mittelpunkt?
Während der Arbeitszeit hat ein eindeutig sexueller Anbahnungsversuch nichts zu suchen.
In einer Bar in lockerer Atmosphäre muss man da meiner Ansicht nach etwas differenzieren.
Wenn ein Machtverhältnis ausgenutzt wird oder ein eindeutiges "Nein" ignoriert wird, dann liegt auf jeden Fall sexuelle Belästigung vor. Wenn das nicht der Fall ist, finde ich die Grenzen etwas fließender:
Nicht immer und nicht für jeden muss Networking der Hauptzweck des Abends sein. Vielleicht bin ich neu in der fremden Stadt und möchte neue Menschen kennenlernen? Aus echtem Interesse - ganz ohne Karrieregedanken. Vielleicht bin ich gerade Single? Dürfen Ü30-Jährige nur noch im Internet flirten? Auch wenn "frau" am Abend nur aus Karrieregründen mitgeht, heißt das nicht, dass die Männer das ebenso sehen. Wenn man Interesse am anderen Geschlecht komplett verbietet, negiert man letztendlich das Menschsein.
Natürlich gibt es dann den Unterschied zwischen geschmackloser Anmache (z.B. Herrenwitze) und nettem Flirten. Dasselbe kann einem aber auch als Teenager oder Student in der Disko passieren. Eine geschmacklose Anmache von einem 60-Jährigen mag abstoßender sein als von einem 20-Jährigen, aber moralisch finde ich beides zunächst gleich schlimm.
Für die Betroffene mag die Situation unangenehm sein, aber solange ein eindeutiges "nein" vom Mann akzeptiert wird, sehe ich eigentlich keinen Unterschied zwischen "Bar mit Kollegen" und "Studenten-Disko".
Hallo dp80,
Sie haben sicher Recht: Es muss differenziert werden und es ist gar nicht einfach zu erkennen, wo die rote Linie verläuft. Ich meine aber, dass jeder Mann (und auch jede Frau, die einem Mann zu nahe kommt) sich sofort entschuldigen kann, wenn er oder sie mitbekommt, dass der Flirtversuch nicht erwünscht ist und dann das Verhalten sofort ändert.
Wenn das nicht geschieht und die Anbahnungsversuche auf die Herstellung eines Hierarchieverhältnisses abzielen oder der/die TäterIn sich nicht darum kümmert, dass der/die BetroffenE sich dadurch herabgewürdigt fühlt oder es anzüglich und unangebracht findet, dann ist die Grenze definitiv überschritten.
Beste Grüße,
Tina Groll
Die Nagelprobe - oder sagen wir etwas weniger schlüpfrig: den Lackmustest - ob sexuelle Belästigung vorliegt, kann man ganz leicht machen, indem man sich fragt: Würde mich dieselbe Bemerkung oder dasselbe Verhalten auch stören, wenn der Mann / die Frau genau meinen Attraktivitätsidealen entsprechen würde?
Davon abgesehen gilt natürlich: Wenn man "nein" gesagt hat, dann hat der/die andere das zu akzeptieren. Manchmal braucht es vielleicht etwas mehr Mut zur Offenheit, denn viele Zeitgenossinnen und -genossen benötigen (gerade unter Alkoholeinfluss) oft eine ganze Zeit, um eine nicht ausdrücklich geäußerte Ablehnung zu verstehen.
Hallo dp80,
Sie haben sicher Recht: Es muss differenziert werden und es ist gar nicht einfach zu erkennen, wo die rote Linie verläuft. Ich meine aber, dass jeder Mann (und auch jede Frau, die einem Mann zu nahe kommt) sich sofort entschuldigen kann, wenn er oder sie mitbekommt, dass der Flirtversuch nicht erwünscht ist und dann das Verhalten sofort ändert.
Wenn das nicht geschieht und die Anbahnungsversuche auf die Herstellung eines Hierarchieverhältnisses abzielen oder der/die TäterIn sich nicht darum kümmert, dass der/die BetroffenE sich dadurch herabgewürdigt fühlt oder es anzüglich und unangebracht findet, dann ist die Grenze definitiv überschritten.
Beste Grüße,
Tina Groll
Die Nagelprobe - oder sagen wir etwas weniger schlüpfrig: den Lackmustest - ob sexuelle Belästigung vorliegt, kann man ganz leicht machen, indem man sich fragt: Würde mich dieselbe Bemerkung oder dasselbe Verhalten auch stören, wenn der Mann / die Frau genau meinen Attraktivitätsidealen entsprechen würde?
Davon abgesehen gilt natürlich: Wenn man "nein" gesagt hat, dann hat der/die andere das zu akzeptieren. Manchmal braucht es vielleicht etwas mehr Mut zur Offenheit, denn viele Zeitgenossinnen und -genossen benötigen (gerade unter Alkoholeinfluss) oft eine ganze Zeit, um eine nicht ausdrücklich geäußerte Ablehnung zu verstehen.
Ich denke bei Männern ist das übliche Problem nicht, dass man sagt, dass sie sich als echter Mann ja wehren könnten, sondern, dass man oft davon ausgeht, dass es Männern ja gefallen würde, von Frauen belästigt zu werden.
Das Problem ist im Allgemeinen ja, dass man bei manchen Personen etwas als sehr angenehm, bei anderen aber als abstoßend empfindet. Dementsprechend kann man auch gar keine klaren Regeln geben, denn wenn man nur noch aufpaßt, niemanden möglicherweise zu belästigen, dann wird man damit nicht viel Freude haben. Entscheidend ist es aber, auf die Reaktionen der Mitmenschen zu achten und diese auch zu respektieren.
Was die Taktik im Artikel angeht, so halte ich es für völlig überzogen, alles sofort laut und öffentlich zu machen. Der erste Schritt sollte wohl in jedem Fall eine direkte, aber persönliche Bemerkung sein, dass man das so nicht will. Das gibt dem Beschuldigten auch die Möglichkeit sein verhalten zu ändern ohne sich sofort in die ecke gedrängt zu fühlen.
Was den Link zur "Forschung" angeht: Diese Seite als Quelle anzugeben ist wohl ein schlechter Witz, oder?
"Gibt es [Betriebsrat] im Unternehmen, sollten sich die Opfer mit anderen Kolleginnen und Kollegen zusammenschließen und den Vorgesetzten mit seinem Fehlverhalten konfrontieren und Konsequenzen androhen."
Wenn das so einfach wäre....im Zweifelsfall werden sich Viele lieber dafür entscheiden, der Kollegin nicht zur Seite zu stehen, um keine Nachteile zu erleiden. Versuchen kann man es natürlich.
Auch in der "Bar-Situation" sollte man sich darauf einstellen, dass ein anzüglich Werdender oder körperlich Übergriffiger trotz klarer Ansage weiter macht, vor allem, wenn er vor versammelter Mannschaft zurechtgewiesen wird. Komplizenhaftes Schweigen der anderen ist die wahrscheinlichste Situation.
Eine Frau sollte sich darauf einstellen, als "hysterisch", "paranoid" u.ä. beschimpft zu werden, gefragt zu werden, ob sie "gerade ihre Tage habe" und am nächsten Tag von den anderen geschnitten zu werden.
"Würdevolles Wehren" - der Begriff setzt voraus, es gäbe auch "unwürdevolles Wehren". Dem ist aber nicht so. Eine Frau sollte auch aus der Rolle fallen dürfen, um sich zu wehren. Oft ist es Einzige, das wirklich hilft und Respekt bringt.
Laut werden, dem Mann eine "scheuern" sollte im Repertoire einer Frau vorhanden sein. Sie wird in den meisten Fällen ohnehin auf Abwehr im Umfeld stoßen, da bringt es nichts, sich selbst unter Druck zu setzen, durch möglichst "damenhaftes" Verhalten den Schaden klein zu halten.
Hallo leanders,
Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Wie Sie schildern, kann es im schlimmsten Fall tatsächlich ablaufen. Aber der Umkehrschluss sollte nicht lauten, dass die Opfer absolut hilflos sind. Wenn es in der eigenen Firma nicht klappt, sollten sich Betroffene Hilfe außerhalb suchen. Selbstverteidigungskurse sind sehr beispielsweise hilfreich. Selbst wenn der von Ihnen skizzierte schlimme Fall eintritt, so lässt sich die innere Einstellung ändern.
Beste Grüße
von Tina Groll
sexuelles Gebiet sondern gehören zum Mobbing.
Die beste Anwort immer noch wütende prompte Entrüstung, das wirkt meistens. Wenn die Wut groß genug ist, kann man solche Gegenstrategien des "Mobbers" mit seiner eigenen Wut niederwalzen.
Wenn nun eine junge Frau, voll im Wissen ihrer Weiblichkeit, sich mit offenem Dekolte bewaffnet um Aufmerksamkeit zu erregen und um Zugang zu erringen, dann aufregt, daß die Aufmerksamkeit mehr dem Dekolte oder den langen Beinen unter einem sehr kurzem Rock gelten, finde ich das dann schon geheuchelt.
Denn als Mann empfinde ich ein offenes Dekolte, auch in der Bar, als aggressiv und unangenehm, da die Dame auf mehreren Ebenen operiert, mit Blick(kontakt), mit körperlichen Reizen und mit Worten. Vor allem auch, weill diese Darstellung der Dame die Möglichkeit gibt jederzeit den Stecker zu ziehen, wenn man auf all diese Reize anspringt, und den Mann als "lüstern" bloßszustellen und lächerlich zu machen.
Ich will nicht, daß Frauen in Schleier oder Burka herum laufen, finde aber doch daß offenes Dekolte, freier Bauch oder kurze Röcke nicht vorkommen sollten, wenn die Dame dann echt nicht will, daß Männer auf solche Reize anspringen.
Und es macht schon einen Unterschied, ob sich die Freizügigkeit der Darstellung im Büro oder Arbeitsumfeld (wie Hotelbars nach Parteiveranstaltungen) oder am Strand oder im Stadtzentrum in der Sommerhitze stattfinden.
Jede Kleidung hat ihr angemessenes Umfeld.
Hallo leanders,
Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Wie Sie schildern, kann es im schlimmsten Fall tatsächlich ablaufen. Aber der Umkehrschluss sollte nicht lauten, dass die Opfer absolut hilflos sind. Wenn es in der eigenen Firma nicht klappt, sollten sich Betroffene Hilfe außerhalb suchen. Selbstverteidigungskurse sind sehr beispielsweise hilfreich. Selbst wenn der von Ihnen skizzierte schlimme Fall eintritt, so lässt sich die innere Einstellung ändern.
Beste Grüße
von Tina Groll
sexuelles Gebiet sondern gehören zum Mobbing.
Die beste Anwort immer noch wütende prompte Entrüstung, das wirkt meistens. Wenn die Wut groß genug ist, kann man solche Gegenstrategien des "Mobbers" mit seiner eigenen Wut niederwalzen.
Wenn nun eine junge Frau, voll im Wissen ihrer Weiblichkeit, sich mit offenem Dekolte bewaffnet um Aufmerksamkeit zu erregen und um Zugang zu erringen, dann aufregt, daß die Aufmerksamkeit mehr dem Dekolte oder den langen Beinen unter einem sehr kurzem Rock gelten, finde ich das dann schon geheuchelt.
Denn als Mann empfinde ich ein offenes Dekolte, auch in der Bar, als aggressiv und unangenehm, da die Dame auf mehreren Ebenen operiert, mit Blick(kontakt), mit körperlichen Reizen und mit Worten. Vor allem auch, weill diese Darstellung der Dame die Möglichkeit gibt jederzeit den Stecker zu ziehen, wenn man auf all diese Reize anspringt, und den Mann als "lüstern" bloßszustellen und lächerlich zu machen.
Ich will nicht, daß Frauen in Schleier oder Burka herum laufen, finde aber doch daß offenes Dekolte, freier Bauch oder kurze Röcke nicht vorkommen sollten, wenn die Dame dann echt nicht will, daß Männer auf solche Reize anspringen.
Und es macht schon einen Unterschied, ob sich die Freizügigkeit der Darstellung im Büro oder Arbeitsumfeld (wie Hotelbars nach Parteiveranstaltungen) oder am Strand oder im Stadtzentrum in der Sommerhitze stattfinden.
Jede Kleidung hat ihr angemessenes Umfeld.