Meine Mitarbeiter dürfen während der Arbeitszeit twittern. Als Gegenleistung knüpfen sie auch für unsere Firma Kontakte. Was passiert mit den Geschäftsfollowern eines Mitarbeiters, wenn er das Unternehmen verlässt?, fragt Axel Hesse.

Sehr geehrter Herr Hesse,

entscheidend ist, ob Ihre Mitarbeiter die Follower über einen dienstlichen oder privaten Account generiert haben.

Wurden sie über den privaten Account Ihrer Mitarbeiter erworben, stehen Ihnen diese Geschäftsfollower zwar theoretisch zu, es gibt jedoch datenschutzrechtliche Probleme.

Denn der Follower hat sich entschieden, dem Privatmenschen zu folgen – und nicht einem Unternehmen. Aus diesem Grund können Sie die Weitergabe der Follower nicht verlangen.

Hat der Mitarbeiter die Follower über einen dienstlichen Account generiert, haben Sie die Nutzungsrechte und können daher die Herausgabe der Daten und Passwörter verlangen. Allerdings empfehle ich auch hier, um langwierige Auseinandersetzungen zu vermeiden, vorab schriftliche Vereinbarungen zu treffen. So weiß jeder der Arbeitsvertragsparteien, wo er im Zweifel steht, welche Ansprüche er hat und welche eben nicht.

Machen Sie Nägel mit Köpfen und nehmen Sie das Twittern als Arbeitsleistung in den Arbeitsvertrag auf und treffen vorab klare Regelungen. Dann sind Sie beim Ausscheiden von Mitarbeitern bezüglich der Twitter-Follower auf der sicheren Seite und können die Rückgabe verlangen – vorausgesetzt, es handelt sich um einen dienstlichen Account.

Ihr Ulf Weigelt